Die Bloodsucking Zombies luden zum letzten Unholy X-Mess Jamboree
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4.7Sterne

Am 16. Dezember brachten die Bloodsucking Zombies from Outer Space bei ihrem vorletzten Unholy X-Mess Jamboree die Szene Wien zum Kochen.

Das zehnte und letzte Unholy X-Mess Jamboree des österreichischen Aushängeschilds in Sachen Psychobilly war bereits im September ausverkauft. Darum entschied sich die Horror-Combo dazu, am 16. Dezember ein Zusatzkonzert zu geben. Gesagt, getan – zwei apokalyptische Weihnachtsfeiern später bekommen wir einmal mehr bestätigt, dass es die Bloodsucking Zombies From Outer Space einfach drauf haben.
Traditionellerweise performten sie bei ihren Weihnachtskonzerten jedes Jahr ein anderes Coverset einer bestimmten Band – in diesem Jahr glänzten sie gleich mit zwei unterschiedlichen Shows an einem Wochenende. Support kam von den Rock’n’Rollern Reverend Backflash und Wild Evel And The Trashbones.

Reverend Backflash

Reverend Backflash©music-news

Pünktlich um 19:30 Uhr standen Reverend Backflash auf der Bühne der Szene Wien und eröffneten den Abend. Neben eigenen Songs, unter anderem von ihrer zuletzt erschienen EP „Holy Shit“, coverten sie auch den Song „I Won’t Back Down“ von Tom Petty.
Voll motiviert beauftragte Sänger Jack Nasty das Publikum mit einer Bestellung von vier Schnäpsen für sich und seine Bandkollegen Captain Stevo, Pretty Boy Luke und Max Lightning – und das mit Erfolg. Das Publikum taute mit der Zeit immer mehr auf und mit voranschreitender Spieldauer verdichtete sich die Menge allmählich.

Stilsicher mit Wild Evel and The Trashbones – Oh yeah

In gewohnter Rampensau-Manier stolzierten anschließend Wild Evel and The Trashbones auf die Bildfläche. Frontman Wild Evel erschien im geschmackvollen roten Christmas Suit, mit schwarzem Hut und Sonnenbrille.

Wild Evel and The Trashbones©music-news

Ebenso stimmig war auch die musikalische Mischung aus rasselnden Maracas, Mundharmonika, Orgel, Garage Punk und Fifties Sound.
Die Band fiel vor allem durch ihre Nähe zum Publikum auf: Es wurde fleißig Jägermeister verteilt und Wild Evel himself tanzte eine enthusiastische Runde durch die shakende Konzerthalle. Am Rückweg zur Bühne lehnte er sich über das Bühnengeländer und ließ sich von einem Fan mit seinem Schellenring rhythmisch den Hintern versohlen. Spätestens da war den Konzertbesucherinnen und –besuchern klar, wo dieser Abend noch hinführen würde – nämlich zu einer rauen Nacht voller Rock’n’Roll.

„We are Zömbiehead and we play Rock’n’Roll“

Bloodsucking Zombies from Outer Space – Killed by Death

„We are Zömbiehead and we play Rock’n’Roll!“, genau so und nicht anders begrüßte Zombies-Frontman Dead „Richy“ Gein die Gäste der apokalyptischsten Weihnachtsfeier des Jahres.
Beim neuneinhalbten und somit vorletzten Unholy X-Mess Jamboree gaben die Bloodsucking Zombies from Outer Space diesmal ein Motörhead Coverset zum Besten.
„Endlich spielen wir mal ein Coverset von einer Band, die wir wirklich geil finden“, kündigte der Sänger und Schlagzeuger die Tribute-Show für die, im Dezember 2015 verstorbene, Motörhead-Legende Lemmy Kilmister mit einem Augenzwinkern an.

©Andreas Graf

©Andreas Graf

Neben ihm überzeugten auch Mr. „Jim“ Evilize an der Gitarre, Bassist Dr. „He-Mann“ Schreck und Reverend „Bloodbath“ am Keyboard und an der Gitarre in Motörhead-Outfits und Lemmy-Masken auf voller Linie. Songs wie „Iron Fist“, „Bomber“, „Ace of Spades“ oder „Killed by Death“ brachten die Menge zum Toben.

Anschließend kam kein anderer als Santa Claus höchstpersönlich auf die Bühne und belohnte die Fans mit Geschenken wie CDs, T-Shirts oder DVDs. Bei der gefährlichen Wurftechnik war allerdings absolute Vorsicht geboten.

„Uns haben sie immer gesagt, dass wir (…) in einer Randnische bleiben werden – und eigentlich gefällt’s uns in dieser Nische ganz gut“

An zwei Abenden hintereinander ausverkauft

Mit „I Wanna Hear You Scream“ kehrten die Zombies auf die Bühne zurück und bedankten sich anschließend voller Freude bei ihren Fans: „Uns haben sie immer gesagt, dass wir mit diesem Bandnamen und dieser Musikrichtung immer in einer Randnische bleiben werden – und eigentlich gefällt’s uns in dieser Nische ganz gut: wird sind gleich zwei Tage hintereinander ausverkauft.“
Weiter ging es mit „Shock Rock Romance“, „Beware The Beast“, „Countess Dracula“, „Blood On Satan’s Claw“ und „Mr. Barlow“. Dabei wurden – ganz klassisch – auch Show-Acts wie eine Mumie, die Blutgräfin Bathory und der Vampir Mr. Barlow eingebunden.

©Andreas Graf

©Andreas Graf

Nach der Gesangseinlage des Publikums bei „Reign of Devil“, standen „Der Kopf deiner Mutter“ und „A schöne Leich“ am Programm. Die Stimmung wurde direkt besinnlich und auch ein bis vier Jägermeister wurden miteinander getrunken.
Dieser Part der Show fand seinen krönenden Abschluss mit einer Hommage an Juwele der österreichischen Musikgeschichte wie „Olle Menschen san ma zwieda“, „I am from Austria“ oder „Bei mia sads olle im Orsch daham“.
Natürlich wurde auch noch mit den Songs “Linda Blair“, „Radioactive“ und „Werewolf in a Girls‘ Dormitory“ dem Horrorfilm Tribut gezollt.
Die Crowd stimmte beim Song „Moonlight Sonata“ mit ein und schwang bei „Monster Mutant Boogie“ leidenschaftlich das Tanzbein. Dabei wurde seitens der Technik nicht an Konfettiregen und BZfOS-Luftballons gespart.

In ihrer Zugabe salutierte das Horrorbilly-Quartett Rockgrößen wie Alice Cooper, KISS, W.A.S.P. und Iron Maiden. Außerdem gab es einen kleinen musikalischen Einblick in das Coverset des letzten Jamborees.
Da die scheinbar unersättlichen Fans noch immer nicht genug hatten, wurde abschließend auch noch der Klassiker „Mörder Blues“ zum Besten gegeben – gleich darauf wurde zur After Show Party an der Bar geladen.

The Final Jamboree – the Zombies Will Rock You

©Andreas Graf

©Andreas Graf

Am Tag darauf, dem 17. Dezember fand dann das vorerst allerletzte Unholy X-Mess Jamboree der Zombies statt. Bei dieser Show präsentierten sie ein Coverset der Rock-Legenden Queen, bei dem „Dont Stop Me Now“, „Radio Gaga“, „Another One Bites The Dust“, „We Will Rock You“, „Bohemian Rhapsody“ und „We are the Champions“ interpretiert wurden.

Während sich in der Szene um die 500 Leute tummelten, streamten gleichzeitig über 11 000 Fans das Konzert von zu Hause aus über die Homepage der Bloodsucking Zombies from Outer Space.

Zum Abschied ließ Richy noch einen kleinen Hoffnungsschimmer für das kommende Jahr aufflackern: „Nächstes Weihnachten müsst ihr wohl ohne uns feiern, aber haltet euch vielleicht Halloween frei.“

Fazit

Das Unholy X-Mess Jamboree hielt im Unterhaltungsfaktor allemal mit der allerletzten Weihnachtsshow mit und war absolut gelungen. Beide Abende brachten eine einzigartige Qualität mit sich. Auch die Support Bands lieferten solide, anheizende Live-Performances und passten musikalisch zu den untoten Gastgebern.
Die Bloodsucking Zombies steckten viel Herzblut und Ausdauer in die Gestaltung ihrer Sets und ihrer Shows und ermöglichten es jedem Fan – ganz im Sinne der Weihnacht – Teil des allerletzten Unholy X-Mess Jamborees zu sein.

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