Das Debütalbum von Distorted Lights verspricht feine Sounds.

Distorted Lights, das Projekt von David Schweighöfer, begann 2010 mit Sound-Experimenten und wurde schnell zum Ein-Mann-Unterfangen. Fünf Jahre dauerte es, bis das Debutalbum City Of Dust fertig war und veröffentlicht werden konnte. Der Linzer Student der Visuellen Kommunikation hat auch das Artwork und Booklet selbst gestaltet und wurde von ihm sehr professionell kreiert. Auch das Musikvideo zum Song Jade wurde von ihm und RS Films gedreht. Schön und gut, doch können die Songs am Album da noch mithalten?

Beim Auftakt What Have You Done weiß man schon, was einen am Rest der Platte erwarten kann. Schwere Gitarren, treibende Bässe und sphärische Klänge. Die Effekte harmonieren sehr gut mit den Melodien der Stimme und der Instrumente. Der Beat macht allerdings was er will. Viele Nummern sind schlagzeugtechnisch extrem überladen wie Stand Strong. Das nimmt den Drive aus manchen Songs. Fall And Rise ist jedoch um einiges schlanker. Bongosounds zeichnen den Rhythmus aus, Piano, Streicher und Gitarre arbeiten wunderbar zusammen. Die Stimme fügt sich sehr gut ein, wenn sie auch manchmal etwas nasal rüberkommt und rundet mit einem guten Text das Lied ab. Beste Nummer am Album. Schade, dass es von da weg etwas bergab geht. Die Lieder gehen häufig, wenn überhaupt, sehr spät auf. Oft kann man kein Konzept mehr erkennen weil die einzelnen Passagen zu ähnlich oder zu differenziert sind.

Distorted Lights

Schön gestaltetes, minimalistisches Cover.

Das ändert sich wieder ein wenig bei Jade, das mich von der Grundstimmung an eine Mischung aus Porcupine Tree und Tool erinnert. Aber auch hier liegt das große Problem an den Drums. Es klingt einfach krude. Hier hätten sogar mehr Double Strokes und Toms Platz gehabt. The Way Home arbeitet mit einer wunderbaren Geräuschkulisse und besinnt sich wieder auf Sanftmütigkeit, Gelassenheit und steht diesem Album hervorragend. The City Of Dust, der Titeltrack rundet das Album noch angenehm ab. Eine Nummer bei der Akustikgitarre, Piano und Streicher agieren. Sie wirkt bedrohlich schön und fasst diese Platte gut zusammen.

Fazit

Schweighöfer ist mit seinem Debutalbum ein gutes Werk gelungen. Er versteht es, seine Sounds richtig zu unterstreichen und seine Ideen umzusetzen. Die einzigen Probleme gibt es teilweise beim Aufbau der einzelnen Songs und bei den Beats. Das bewirkt leider, dass manche Nummern nicht richtig ankommen und so das Album etwas an Fahrt verliert. Trotzdem ein wirklich schönes und angenehm zu hörendes Erstlingswerk das ja auch bald einen Nachfolger bekommt. Das zweite Album ist nämlich schon in Arbeit.

Bilder: (c) Distorted Lights

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