Doppelkonzert: Sergeant Pluck himself und Lizzard im B72
Songwriting
Technik
Show
Sound
4.3STERNE

Letzten Sonntag, den 24. April 2016, lud der Kulturverein LiMuPic Records zur Präsentation der neuen EP „Overhead“ der Post-Rock Band Sergeant Pluck himself ins Wiener B72. Die Jungs aus Dobersberg in Niederösterreich brachten die französische Band LizZard wieder nach Wien, die sich derzeit auf ihrer ersten Headliner Europatournee befindet.

Der Stadtbahnbogen, in dem sich das B72 befindet, füllt sich langsam, während im abgetrennten Bühnenraum LizZard noch den Sound checken. Ein Sonntag ist ja oft ein schwieriger Wochentag für ein Konzert, aber Sergeant Pluck himself dürften kräftig die Werbetrommel gerührt haben, sodass sich doch eine ausreichende Menge an Fans im Lokal einfinden, um das B72 gut zu füllen.

Sergeant Pluck himself: zum Jubiläum „Overhead“

Die Band feiert dieses Jahr ihr fünfzehnjähriges Bestehen und legt nun eine EP vor, die einen Bogen über die Geschichte der Band und deren musikalische Entwicklung spannen soll. Als Special wird der Downloadcode für die EP dem geneigten Besucher überreicht. Die Band um Mastermind Matthias Ledwinka zeigt gleich zu Beginn des Konzerts, dass sie live viel härter spielen, als ihr Promovideo es vermuten lässt. Von Indiepop ist auf der Bühne nichts mehr zu hören. Sie stellen gleich zu Beginn klar, dass sie definitiv eine Rockband sind. Als Trio ist es ja nicht so einfach einen voluminösen Sound zu produzieren, dies gelingt ihnen aber eindeutig. Sehr druckvoll werden die Rocksongs gespielt, aber auch die verträumteren, ruhigeren Lieder haben im Liveset Platz.

Das Trio wird durch Jochen Berger (Bass, Vocals) und Joe Anibas (Drums) komplettiert. Sie bereiten den rhythmischen Boden für Matthias‘ variantenreiches Gitarrenspiel. Von Jochen habe ich auch erfahren, dass eigentlich Joe ein Konzert von LizZard in Berlin besucht und gleich den Kontakt zu den Franzosen hergestellt hat. Somit wurde die Band wieder nach Wien geholt und deren Konzert mit der eigenen EP-Präsentation verbunden.

LIZZARD: sphärischer Alternative Rock aus Frankreich

Seit 2006 besteht die Band aus Katy Elwell (Drums), William Knox (Bass) und Mathieu Ricou (Guitar & Vocals), die in punkto Klangvolumen und sphärischen Loop-Sounds noch eins drauflegen. Es ist der Band recht zu geben, dass sie „mit LizZard ihre gemeinsame musikalische Vision und einen grandiosen alternativen Sound voller verschrobener Rhythmen, gepaart mit starken Melodien schufen.“ Es ist besonders für jeden Musiker, der schon einmal mit einem Looper gearbeitet hat, beeindruckend, wie virtuos sich die Loops von Mathieu Ricou in den Sound seiner Bandmitglieder einbettet.

Fazit

Beide Bands zeigen eine routinierte, ausgereifte Show. Während Sergeant Pluck himself eher auf druckvolle, aber durchwegs progressivere Rocksongs setzt, spannen LizZard einen sphärischen Bogen verschachtelter Klangerlebnisse auf. Der Abend zeigt wieder wie vielfältig man im Bereich Alternative Rock sein kann. Ebenso wird am Beispiel dieser Bands klar, dass progressive Musik nicht anstrengend zum Zuhören sein muss. Gerade wenn komplexere Rhythmen und Sounds live dargebracht werden, können sie sich harmonisch im Ohr des Hörers auflösen.

Die EP Von Sergeant Pluck himself gibt es hier zum Download.

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