Drei Nächte mit Bilderbuch
Sound
Venue
Setlist
Support
Performance
4.4STERNE

Graz huldigte drei Tage lang Bilderbuch im Orpheum.

Überall in der Stadt Graz hörte man folgende Sätze schallen: „Jetzt spielen‘s ein drittes Konzert auch noch!“ „Ja, ist auch schon wieder ausverkauft.“ Die Bilderbuch-Trilogie zu ihrem Schick Schock – Tourabschluss wurde sehnlichst erwartet. Drei Gigs im Orpheum und an jedem Abend war die Hölle los. Man sah Bekannte, die ja eigentlich nichts mit typischer FM4-Mucke anfangen können; Senioren und Kinder, die sich durch den Eingang zwängten. Diese Nächte waren eher Events, als Konzerte. Jeder wollte dabei sein, um sich an diesem einmaligen Spektakel beteiligen zu können und viele bekamen trotz drei Veranstaltungen keine Karte mehr. All das ist Bilderbuch geschuldet, der einzigen österreichischen Band, die solche Massen anzieht und ein Inbegriff der Jugendkultur ist.

Lang lebe der König

(c) Stafan Pajman

Als Support war, wie auch schon auf der Deutschland-Tournee, Koenig im Einsatz. Lukas König, die Hälfte der Gruppierung „König Leopold“, kreiert eine eigenwillige Mischung aus verschiedenen Musikstilen. Mit Drums, Synth und Mikro bewaffnet vermengt er Hip-Hop mit Jazz und Reggae. Um Punkt acht Uhr war er auf der Bühne; sein Markenzeichen, die Krone, hing wie ein Damoklesschwert über ihm. Anfangs tat er sich schwer, hatte teilweise Probleme mit dem Takt und das Publikum wollte bei den langsameren Nummern nicht so wirklich mitgehen. Als er nach zwei Songs das Tempo anzog, sah man schon einige mithüpfen und er hatte ab da alles, ziemlich solide, unter Kontrolle. Es war sehr spezieller Auftritt den er, in Schwarzlicht gehüllt, absolvierte. Seine Musik ist skurril, die Show an der Grenze zur Manie, doch trotzdem interessant. Nach 40 Minuten dankte der König ab und hinterließ eine aufgewärmte Menge, die nun Bilderbuch huldigen sollte.

Als wir uns zum ersten Mal begegnet sind

Das Publikum wurde immer heißer, klatschte und brüllte nach jedem Lied, von dem es über die PA beschallt wurde, bis endlich Bilderbuch mit nobler Verspätung und unter tosendem Applaus die Bühne betrat. Mit „Willkommen Im Dschungel“ als Opener drückten sie schon mal ordentlich an und legten damit die Gangrichtung des gesamten Abends vor. Sie spielten Songs von allen ihren Alben und natürlich „Schick Schock“ als Ganzes. Die Zuhörer tanzten sich in den knapp zwei Stunden die Seele aus dem Leib und feierten mit einer Band auf internationalem Niveau. Bilderbuch sind eine Erscheinung, druckvoll und elegant. Der blonde Schopf von Maurice düste über die Bühne und die Freude am Ruhm war ihnen deutlich anzusehen. Der Sound war kompakt und ihre musikalische Leistung tight. Witzreich und attitüdenlos konnten sie auch mich, der sich vorher wenig mit ihnen auseinandergesetzt hat, begeistern. Nach zwei Zugaben verlangte das Publikum noch immer nach mehr, wurde aber enttäuscht. Verständlich, denn Bilderbuch hätten locker bis drei Uhr in der Früh durchspielen müssen, um alle Wünsche der Fans zu berücksichtigen; dennoch verließen alle glücklich den Saal.

Fazit

An diesen drei Tagen ist Graz Bilderbuch zu Füßen gelegen. Es waren durchwegs perfekt organisierte Veranstaltungen mit grandiosen Künstlern und einem motivierten Publikum. Das Orpheum war die ideale Spielstätte, auch wenn man schon mal drei Konzerte braucht, um die Nachfrage zu befriedigen. Es wird mit Sicherheit nicht ihr letztes Konzert in Graz bleiben und wenn es so weit ist, sollte man beim Kartenvorverkauf ganz schnell sein, denn Bilderbuch muss man lieben.

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