Drescher pflügen durch die Szene Wien
Songwriting
Technik
Arrangement
Bühnenshow
4.2STERNE

Am Samstag, dem 25. März, war es so weit. Die härteste Volksmusik am heimischen Musikmarkt zog in die Wiener Szene ein. Drescher promoteten ihr zweites Studioalbum Steinfeld.

Es ist bald ein 30-jähriger Leidensweg, den Drescher in der heimischen Thrash-Metal-Szene gegangen sind. Wie bei vielen heimischen Bands wollte sich der (kommerzielle) Erfolg nicht einstellen. Daher wollten sie es einmal anders angehen und die eigenen Wurzeln, die in der Volksmusik zu finden sind, mit ihrer Liebe zu Thrash Metal kombinieren. Die härteste Volksmusikband Österreichs, Drescher, war geboren. Doch noch immer interessierte sich das heimische Publikum nur mäßig für das neue Crossover-Genre. Erst als die deutsche Metalszene auf sie aufmerksam wurde, begannen Drescher auch in Österreich zum Erfolgsprojekt zu werden.

Das zweite Album wurde schon beim Label Napalm Records aufgenommen und seither touren Drescher mit dem aktuellen Tonträger „Steinfeld“ durch den deutschsprachigen Raum. Letzen Samstag waren sie in der Szene, Zeit die inzwischen ein wenig in die Jahre gekommenen Jungs aus Wr. Neustadt aus der Nähe zu betrachten.

Support: Dschagganath und Projekt Steinhof

Den Abend eröffneten Dschagganath. Die vier Metalheads aus Wien erinnerten daran, was man unter klassischem Trash-Metal zu verstehen hat. Danach wärmten Projekt Steinhof noch einmal kräftig die Bühne für Drescher an. Das Projekt Steinhof ist wie Drescher ein ebenfalls interessantes Crossoverprojekt, da die Jungs rund um Sänger Wolfram „Meister Isegrim“ Patzer zu druckvollem Metal-Rock noch Blues-, Stoner- und Punkrockelementen einfließen lassen. Dazu werden deutsche Texte gesungen, weil sie laut eigenen Angaben für Englisch zu blöd seien.

Dreschen as Thrash can

Gegen 21:30 Uhr war es dann soweit. Die Volksmetaller von Drescher rückten noch einmal schnell die Lederhosen in Position, schnallten sich die Instrumente um und betraten unter dem freudigen Gejohle der Fans die Bühne. Stilistisch blieben die Wr. Neustädter ihrer Thrash-Metal-Vergangenheit treu. Das wirkliche musikalische Highlight ist ihr Knöpferlharmonikerspieler Filip Rado. Seine Virtuosität macht das gesamte Projekt zu etwas Besonderem. Wie von Sänger Bernd Wograndl im PARADOX Interview auch angesprochen, reicht es heute nicht mehr, einfach gute Musik zu machen, um erfolgreich zu sein. Das Gesamtkonzept muss stimmen. Aber gute Metalmusiker in Lederhosen und mit deutschen Texten allein wären auch zu wenig. Bei Drescher passt das Konzept wirklich gut, auch die zwei Covers, die die Band auf der Setlist hatte, „Rock me Amadeus“ und „Ace of Spades“ fügten sich fast zu gut in den Ablauf des Abends. Dadurch merkt man erst, dass die eigenen Songs nicht so einprägsam sind, dass es zu einem wirklichen Hit reichen würde. Die Fans dürfte dieses Manko aber nicht berühren, da in der ersten Reihe die Dreschernummern genauso auswendig mitgesungen wurden wie die Covers.

Fazit

Drescher bringen ein sehr gut durchdachtes und unterhaltsames Programm, das von allen Bandmitgliedern musikalisch äußerst virtuos umgesetzt wird, auf die Bühne. Es ist für die Band zu hoffen, dass sich der Name Drescher auch in Wien herumspricht, damit beim nächsten Gig vielleicht schon das Gasometer gefüllt werden kann. Verdient hätte es die Band aus Wr. Neustadt sicher.

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