Freitagabend im Rock Keller: Ebony Archways entern die Bühne um die Songs ihres neuen Albums, Moonburnt, unters Volk zu bringen.

Ein in den Mond gebrannter Totenkopf blickt von den Flyern und Postern, die die Tische und die Theke des dunklen Kellergewölbes zieren. Die wenigen Worte, die über dem Totenkopfmond stehen, machen klar worum es geht: Ebony Archways, CD Release Show, Moonburnt. Nach fünfzehn Jahren ihres Bestehens veröffentlichen die Grazer Hard Rocker von Ebony Archways Moonburnt, ihr fünftes Album.

Moonburnt erstmals auf der Bühne

Ebony_Archways_Moonburnt

Ebony Archways – Moonburnt

Es ist halb 10, der Rock Keller mittlerweile gut gefüllt, als Ebony Archways auf die Bühne gehen, um die ersten Klänge ihres jüngsten Werks zu präsentieren. „From the Depths I Call“ heißt die Nummer, sie passt in diese Location. Die Discokugel, die über dem Bühnenrand hängt und glitzernde Lichteffekte in den Raum entsendet, mag auf einem Konzert dieser Art ein wenig ungewöhnlich wirken, manche würden sagen sie ist unpassend. Ich denke sie hat einen gewissen absurden Witz. Endlich bekommt auch der Hard Rock seine Discokugel.
Doch viel wesentlicher als die optischen Lichteffekte ist ohnehin der Sound, der im vorderen Teil des Raumes tadellos wirkt, im hinteren Drittel jedoch oft gar zu zerzaust klingt. Das liegt am, ohne größere Soundanlage, sehr schwer zu beschallenden Gewölbe. Wer hinten unglücklich war hatte immer noch die Möglichkeit sich ins Getümmel vor der Bühne zu werfen, ohnehin ging die Post dort richtig ab.
Druckvoll stampfen Ebony Archways durch die acht Songs von Moonburnt. Der zweistimmige Gesang von Sänger Michel Sedaghat und Gitarrist Christian Lechner klingt immer wieder hervorragend, Gitarrensoli sind keine Seltenheit, kommen in praktisch jedem Song vor und klingen technisch versiert. Dennoch wirkt das erste Set, in dem die neuen Songs präsentiert werden, gelegentlich zu bemüht, zu konzentriert. Die nötige Gelassenheit und Ungezwungenheit wird wohl die Zukunft und Routine in die neuen Songs bringen.
Mit dem fantastischen „Metastoned“ endet das Album und demnach auch das erste Set. Der Song ist mit Sicherheit der Höhepunkt der ersten rund 45 Minuten.
Für alle die das Album noch nicht ihr Eigen nennen dürfen aber deren Interesse an Moonburnt nun geweckt wurde, gibt es auf music-news in wenigen Tagen eine ausführliche Albumkritik zu lesen.

Im zweiten Set wird es klassisch

Ebony Archways spielen an diesem Abend kein einfaches Konzert, sondern gestalten den Abend musikalisch mit zwei Sets, insgesamt fünfzehn Nummern. Deshalb folgt auf das erste Set, bestehend aus den Songs von Moonburnt, nach einer kleinen Pause, ein zweites Set mit älteren Nummern und ein paar Covers.
Es geht los mit „The Road“, einem Song der von all den Ebony Archways Nummern des Abends noch am ehesten an die Downlovers erinnert, bei denen sowohl Sänger Michel als auch Bassist Robert Winkler zu Werke sind. „Wilderness“ poltert brachial durch den Rock Keller und ist eine der herausstechenden Nummern an diesem Abend. Bevor „Ontario Town“ der kanadischen Doom Metaler Woods of Ypres gecovert wird, wird die Eigenkomposition „We Collide“ dargeboten. Langsam wird klar, dass der Abend (zumindest der musikalische Teil, der Teil danach würde noch lange weitergehen) an sein Ende kommen muss.

Letzte Energien werden mobilisiert

Zwölf Songs sind gespielt, Band und Publikum in Schweiß gebadet. Aber noch ist es nicht zu Ende, noch gibt es Energien im Raum (bei Band und Publikum) die für eine paar weitere Nummern reichen sollten.
„Wie wunderbar könnte sich dieser Song auf einer großen Bühne ausbreiten und mit sich seiner ganzen Gewalt über das Publikum legen. Das würde zu einem fesselnden Moment werden.“, schießt es einem in den Kopf als „World Turns Grey“ das zweite Hauptset beschließt.
Für den Zugabenblock bleibt noch „Downwind“, eine Eigenkomposition, gefolgt von Kyuss‘ „Green Machine“. Eine tolle Wahl um den Auftritt gebührend zu beenden. Nochmal wird merkbar, dass diese Band nicht umsonst seit fünfzehn Jahren bestand hat. Vor allem im zweiten Set kehrte eine lockere, gelassene Verspieltheit ein, die bei den neuen Songs im ersten Set oft noch vermisst wurde. Routine zahlt sich eben oftmals aus. Dass man sich auf die nächsten 15 Jahre Ebony Archways freuen darf ist auf jeden Fall gewiss.

Fotocredits: Günther Kubiza/Ebony Archways auf Facebook

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.