Ecliptica feiern ihr Album in der Szene Wien
Songwriting
Arrangement
Technik
Show
4.0STERNE

Die Präsentation von „Ecliptified“, dem dritten Album der Metal’n’Roll-Band Ecliptica, begeisterte eine gut besuchte Szene Wien. Der gelungene Hard & Heavy-Abend war auch ein Verdienst der Support-Bands Crevasse, Arttack und The Salt Department, die allesamt packende Rockshows ablieferten.

Der Beginn des Abends ist mit 19:00 Uhr angesetzt. Wir kommen um 18:50 Uhr in den Veranstaltungsraum der Szene Wien, Crevasse sortiert auf der Bühne schon die Instrumente, von Publikum ist noch nichts zu merken, die Fans der ersten Band sind zwar schon da, stärken sich aber noch an der Bar. Doch dann geht es los und die Fans tröpfeln mit den ersten Akkorden ein.

Crevasse

Crevasse spielt eine gute Show, die auf präziser, detailverspielter Technik und dem häufigen Instrumentenwechsel von Tommy Crow und Asif basiert. Manchmal bekommt man ein ungutes Gefühl, ob sich die beiden nicht verletzen, wenn sie vom Mikrofon zum Schlagzeug hechten oder mitten in der Nummer von den Drums zur Gitarre, zum Saxophon oder zur Blues-Harp wechseln. Musikalisch sind die Nummern aber sehr sicher einstudiert, sodass eine gelungene Rock-Crossover Show geboten wird. Viele Songs sind sehr instrumental gehalten, mit schönen Solos von Asif angereichert, wodurch Tommy bequem Instrumente wechseln kann.

Arttack

Nach einer kurzen Umbauphase kommt das Trio Arttack auf die Bühne, Sängerin Dani Bartak vollbringt die Gitarrenarbeit an diesem Abend alleine. Dies gelingt ihr wunderbar, neben ihrer absolut unverkennbaren Rockröhre macht sie auf der Klampfe ordentlich Druck. Natürlich wird die solide Basis von ihrer Rhythmusgruppe bestehend aus Oliver Schrammel und Roman Pönisch gelegt.

The Salt Department

Wieder heißt es Umbauen und das Transparent von The Salt Department wird hinter dem Schlagzeug aufgezogen. R.G. Kooper und Steve Destiny sind ja alte Hasen und kommen stilecht mit einer Zigarette im Mund auf die Bühne, die sich brüderlich teilen. Sie bringen ein Programm aus älteren und neueren Songs, die in ihren Hauptprojekten R.G. Kooper und Black Mariah keinen Platz mehr haben und genießen sichtlich die eigene Show.

R. G. Kooper: The Eighties ain’t over before I say so.

The Salt Department bestätigt wieder meine Präferenz für 3-Personen Bands, weil man einerseits durch das beschränkte Personal auf der Bühne im Arrangement seine Kreativität reduzieren muss, andererseits sich kein Bandmitglied auf der Bühne „verstecken“ kann. Somit steht einer stimmigen Rockshow vor Livepublikum nichts im Wege. Für musikalische Extravaganzen hat man ja noch immer die Studioproduktion.

Ecliptica

Nachdem das inzwischen in der Szene versammelte Publikum die Mannen von The Salt Department wieder von der Bühne verabschiedete, wird es Zeit für den eigentlichen Hauptact des Abends. Es fällt doch immer wieder auf, dass in Wien das Publikum nur zu „seiner“ Band kommt und nach dem Gig wieder geht, anstatt sich die Shows der anderen Bands auch anzuschauen. So war auch heute die Situation so, dass jede Band ihre eigenen Fans mitbrachte, aber mit jeder Band ein Teil des Publikums wechselte. Dies mag für die Bands am Ende des Abends gut sein, weil ja jeder Fan die Eintrittskarte bezahlt hat, aber die ersten Bands des Abends mussten vor einem halb leeren Raum spielen, weil die Fans des Hauptacts erst für die letzten zwei Bands kamen, wenn die Familien und Freunde der ersten Bands schon wieder abgezogen sind. Somit war die Szene mit der Auftrittsmusik von Ecliptica durchaus „voll“, wenn die Fans der ersten Bands geblieben wären, hätte man die Situation im Publikum als „gedrängt“ bezeichnen können.

Ecliptica präsentiert aber vor „ihrem“ Publikum mit einer mitreißenden Show ihr neues Album „Ecliptified“. Die Band hatte auch am Tag zuvor ihre Singleauskopplung bei Radio 88.6 präsentiert, diese Nummer darf bei diesem Konzert natürlich auch nicht fehlen. Ecliptica legt viel mehr Wert auf genrestimmige, aber extravagante Kleidung, die während der Show auch gewechselt wird, als die anderen Bands des Abends. Dadurch haben Schlagzeuger Roman Daucher und Gitarrist Van Alen jeweils die Bühne für einen Soloauftritt. Jedenfalls beweisen Ecliptica, dass sie auch nach längerer Live-Pause nicht verlernt haben, wie man eine Hard Rock Show zelebriert.

Die Bands begeistern das Publikum alleine dadurch, dass jede Band die Musik der Achtziger Jahre auf eine eigene Art in durchaus zeitgenössischem Gewand präsentierte. Vielfalt durch Individualität im Kollektiv war die Devise des Abends.

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