Teesy besuchte am 24.03 Wien anlässlich seiner Glücksrezepte-Tour. Wir trafen den 24-Jährigen Musiker zum Interview vor seinem Auftritt im Chaya Fuera.

Das letzte halbe Jahr war für Teesy ein sehr ereignisreiches. Mit Glücksrezepte feierte er Ende August letzten Jahres sein Debütalbum, danach tourte er im Jänner durch Österreich, Deutschland und die Schweiz, nun startete er die erste seiner insgesamt fünf Zusatzshows. Den Start machte er am Dienstag, den 24.03. in Wien im Chaya Fuera. Wir trafen den Mann mit der unverwechselbaren Stimme vor seiner Show zum Interview. Unter anderem verriet uns Teesy dabei sein persönliches Glücksrezept für das perfekte Konzert.

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Das Interview

www.music-news.at: Du spielst heute im Chaya Fuera in Wien. Hast du eigentlich eine Verbindung zu Österreich?

Teesy: Ich bin eigentlich immer ziemlich gerne hier, weil der Weg hier her immer sehr schön ist. Ich fahre gerne so durchs südliche Deutschland, und dann nach Österreich rein – ich mag die Berge. Wir waren schon mal im Zuge des ersten Tourteils im Januar in Wien, da waren wir im Figlmüller essen, das war richtig lecker. Ich hatte damals ein Schnitzel mit diesem unglaublichen Kartoffelsalat, deswegen habe ich Wien immer in guter Erinnerung. Und der Tino, ein guter Freund von mir, mit dem ich alle meine Sachen produziere, zieht voraussichtlich jetzt nach Wien. Vielleicht wird Wien dann ja ein dauerhafter Anhaltspunkt.

www.music-news.at: Das Chaya Fuera ist ja eher eine kleine Location. Spielst du lieber in größeren oder kleineren Locations? Was gibt es für Vor und Nachteile?

Teesy: Das hat beides seine schönen Seiten, wir haben auf der Tour auch in ganz großen Sachen gespielt. In Berlin im Astra waren zum Beispiel 1700 Leute, da war die Stimmung natürlich überwältigend, und ganz viel Liebe war im Raum. Aber wir haben auch zum Beispiel in Innsbruck vor 40 Leuten gespielt, das hat aber auch etwas. Ich bin am Anfang durch die Menge gegangen und habe jeden einzelnen umarmt, und die Menschen haben das irgendwie zu schätzen gewusst. Wir haben uns im Prinzip noch mehr Mühe gegeben, als wenn wir für ganz viele Leute spielen, weil wir wissen wenn wir uns bemühen kommen nächstes Mal 200 Leute oder so. Intim wie groß, es macht beides Spaß, es kommt nur darauf an, was man daraus macht.

www.music-news.at: Die Glücksrezepte-Tour ist ja jetzt deine erste große Tour. Hat alles so geklappt wie du es erwartet hast, oder ist sogar etwas aufgetreten, das du nicht erwartet hättest?

Teesy: Es war besser als erwartet, ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen hinkommen. Insgesamt waren es 10.000, glaube ich. Wir hatten auch mal eine ganz kleine Tour Ende 2013, da hatten wir an zwei Wochenenden in Deutschland und haben geschaut was so geht. Damals haben wir in hunderter-, höchstens zweihunderter-Clubs gespielt. Jetzt ist es so, dass wir in Großstädten wie Hamburg oder Köln, da waren halt 500-900 so in der Regel, das war schon krass zu sehen – viel besser als erwartet. Wir haben auch eine schöne Mischung zusammen auf der Bühne, da ist auch alles gegangen wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte mal zum Ziel das perfekte Konzert für mich zu spielen, und das haben wir in Köln und in Offenbach geschafft.

www.music-news.at: Was muss so ein perfektes Konzert beinhalten?

Teesy: Erstmal dass wir alles umsetzen, so wie wir es uns vorstellen. Jede kleine Pause die wir eingeplant haben, und jeder Gag den wir machen wollten, dass das alles funktioniert. Dann natürlich, dass wir die Verbindung zum Publikum so hinkriegen, dass viel Liebe und Aufmerksamkeit im Raum ist, dass man merkt, dass wirklich jeder zuhört.

www.music-news.at: Dass du dann quasi die direkte Rückmeldung hast?

Teesy: Genau, das ist ja das Schöne an einem Live-Konzert. Man kriegt ein direktes Feedback, ob man jetzt gerade in dem Moment gut ist, oder noch mehr geben muss.

www.music-news.at: Glücksrezepte ist ja ein Album mit viel RnB und Soul, auf dem Liebe auch ein sehr großes Thema ist. Kann für dich RnB auch ohne dem Thema Liebe funktionieren?

Teesy: Nein, kann auch ohne. Mir ist es aber wichtig, es spielt in meinem Leben eine große Rolle.

www.music-news.at: Also gibt es von deiner Seite zu diesem Thema auch viele private Einflüsse, die in die Musik einfließen?

Teesy: Ja auf jeden Fall ganz viel, aber auch von Freunden. Ich sag mal so, jeder Mensch ist ja irgendwie auf der Suche nach Liebe, ob es jetzt die Liebe zu einer anderen Person ist, oder im Freundeskreis oder sowas. Jeder ist auf der Suche nach Zuneigung, Liebe und anderen Menschen, deswegen ist es für mich die wichtigste Inspiration, das wichtigste Thema was ich so anspreche. Ich bin auch darauf bedacht, dass es nicht zu kitschig wird. Viele haben auch in Rezensionen geschrieben, dass es teilweise ein bisschen kitschig ist, das ist dann nicht mehr so cool finde ich. Für mich war es nicht zu viel, es war cool, aber ich schaue mich auch nach anderen Themen um. Aus dem Leben, und da gibt es auch noch eine Menge anderer Einflüsse. Aber Liebe ist auf jeden Fall sehr wichtig, ich schäme mich auch nicht dafür.

www.music-news.at: Der Sommer steht vor der Tür. Wird man dich da eher auf Festivalbühnen finden, oder eher im Studio bei der Arbeit zu einem vielleicht kommenden Album?

Teesy: Eher auf der Bühne eigentlich, wir haben einen mega vollen Sommer. Wir spielen so ca. 20-25 Festivals, und sind fast jedes Wochenende unterwegs. Hier auf dem Donauinselfest auf der FM4-Bühne sind wir auch dabei. Das wird ein ziemlich vollgepackter Sommer, wo wir zeigen können was wir drauf haben, und den Leuten nochmal Glücksrezepte präsentieren können. Es ist eigentlich ein wichtiges Jahr, und ich freue mich auch, dass so viele Leute an uns Interesse haben, und uns bei den Festivals haben wollen.

www.music-news.at: Das gehört ja auch belohnt, man hat es beim Bundesvision Song Contest gesehen, als du mit „Keine Rosen“ den dritten Platz belegt hast.

Teesy: Ja, das war schon unerwartet. So öffnen sich natürlich auch Türen, wenn die Festivals sehen „wow dritter Platz“, das ist schon eine gute Referenz.

www.music-news.at: Du bringst demnächst die Balance-EP heraus. Kommen da noch neue Lieder drauf?

Teesy: Ne, neue Lieder nicht. Drei Remixe noch, die sind so ein bisschen in die House/Electro-Richtung von Kumpels. Dazu gibt’s noch das Acapella und das Instrumental. Das ist dann quasi wie so ´ne kleine Maxi, als Anreiz für die Leute. Weil das Lied gibt’s ja schon zu kaufen, vielleicht kommt noch ein kleines Video dazu raus, ist nur so ein kleines Gimmick.

www.music-news.at: Was hörst du eigentlich privat für Musik. Singst du fleißig unter der Dusche?

Teesy: Alles, im Moment höre ich James Blake, das ist so ein sehr experimenteller, zwischen Jazz, Hip Hop und Soul. So ein ganz talentierter, weißer, schmaler Typ, von dem man das gar nicht erwarten würde, dass der so geile Musik macht. Das höre ich gerade, und viel D’Angelo, bei dem war ich vor kurzem auf einem Konzert in Hamburg. Das war unfassbar, die haben drei Stunden gespielt, und das ganze Set hatte nicht einmal Pausen, es ging von Lied zu Lied, das war wie so ein rollender Groove.

Das Konzert

Das Konzert begann schließlich pünktlich um 20:00 Uhr, mit dem Auftritt von LOT. Die Band, deren Album 200 Tage am 17.04 erscheint, spielte eine Hand voll Songs, die beim Publikum allesamt gut ankamen. Anfangs gab es noch kleinere Probleme, da man die Stimme des Sängers Lothar Robert Hansen aufgrund der etwas zu lauten Live-Musik kaum hörte, allerdings besserte sich das mit Fortdauer der Show. Höhepunkt des Auftritts war der Song „Ich schlag mich durch“, der vor einigen Tagen schon durch das dazugehörige Musikvideo publik wurde. Teesy ließ sich während dieses Auftritts auch schon auf der Bühne blicken, ungewöhnlich dabei war dabei aber nur sein Outfit, dass aus einem rosafarbenem Pullover bestand – sonst kennt man den Musiker mit Hemd und Fliege. Der Auftritt von LOT endete nach einer guten halben Stunde, die Band heizte die Masse gut ein, jetzt war es aber Zeit für Toni Mudrack, so der bürgerliche Name Teesys.

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Teesy & LOT

Ziemlich genau um 21:00 Uhr betrat auch er dann die Bühne, frisch umgezogen in feinster Montur mit Hemd und Fliege begeisterte er das Publikum. Diese Begeisterung erkannte man klar an den Schreien der weiblichen Komponente der Zuschauer. Um eine Vorstellung davon zu bekommen: An diesem Abend besuchten in etwa 200 Leute das Konzert. Rund ¾ dieser Leute waren Frauen, was aber aufgrund der Thematik des Glücksrezepte-Albums nicht verwunderlich ist. Aus dieser Platte präsentierte Teesy auch die meisten seiner Songs an dem Abend, Highlights waren unter anderem „FC Fernweh“ und „Generation Maybe“. Letzteres Lied war deshalb so spannend, da der Musiker hier auch den Gastpart, den eigentlich Megaloh am Album rappt, selbst ohne Probleme performte, als wären es Lyrics Made by Teesy himself. Die Stimmung beim Publikum war am Kochen bei einem Lied, mit dem Teesy beim Bundesvision Song Contest angetreten ist, in „Keine Rosen“ konnte der Musiker seine unglaubliche Stimme am besten offenbaren. Der leicht zu merkende Refrain lud die Zuhörer zum Mitsingen ein, dadurch war die wie schon vorher im Interview erwähnte Liebe im Raum, die für Teesy maßgeblich für ein perfektes Konzert ist. Den Abschluss des Konzerts machte wie zu erwarten das Lied „Danke“. Dieser Song ist einfach prädestiniert für ein Ende eines Auftritts, der Musiker bedankt sich in diesem in insgesamt 17 Sprachen dieser Welt, somit dürfte jeder Besucher dieses Konzerts angemessen Dank erhalten haben. Diesen Dank können wir nur zurückgeben, denn Teesy hat uns an diesem Abend hervorragend unterhalten, und aus einem gewöhnlichen Dienstagabend etwas Besonderes gemacht.

Fotocredit: Michael Misek

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