Kontra K besuchte am 07.03 das Wiener B72. Ob der Berliner das ausverkaufte Haus gut unterhielt, erfahrt ihr bei uns.

Samstag, der 07.03.2015 – ein Samstag wie jeder andere? Nein, das trifft auf den letzten Samstag keinesfalls zu, denn Kontra K kam nach Wien. Anlass dieses Besuchs ist sein aktuelles Album „Aus dem Schatten ins Licht“, es erschien erst vor kurzem Anfang Februar.

Die Türen des B72 öffneten sich für den Abend um 20:00 Uhr. Trotz dessen, dass das Konzert ausverkauft war, gab es kein großes Gedränge. Ein angenehmes Klima, für das bestimmt auch die Ausgeglichenheit der Geschlechter im Publikum verantwortlich ist, ist vorhanden. Gerade bei einem Rapper wie Kontra K, dessen Texte größtenteils Themen wie Motivation, Loyalität und Sport thematisieren, hätte ich mir ein deutlich männlicheres Publikum erwartet, dem war aber nicht so. Die Vorzeichen standen gut, jetzt fehlte nur noch Kontra K.

100% Kontra K

Pünktlich um 21:00 Uhr betrat der Rapper die Bühne, ganz ohne Starallüren bahnte er sich den Weg durch das Publikum auf die Bühne, es geht eben nicht anders im B72. So nah kommt man selten an seine Idole heran, hier ist es möglich. Ganz unüblich ist für den deutschsprachigen Hip Hop, auf einer Tour keinen Supportact zu haben, so erlebt man auf dieser Tour 100% Kontra K. Ein Nachteil, der daraus resultiert, ist die etwas zu kurze Show, die an diesem Abend 1:15 Stunden dauert und bereits um 22:15 vorbei ist.

Nun aber zur eigentlichen Show. Der Opener der Show ist die Erfolgssingle „Erfolg ist kein Glück“, damit fesselt Kontra K seine Hörer von der ersten Sekunde an. Danach geht es weiter mit einer Mischung älterer Lieder wie „Kampfgeist“ und vielen Liedern aus seinem aktuellen Album. Als die Highlights des Abends lassen sich zwei Lieder der „Wölfe“-EP ausmachen, die im Sommer des letzten Jahres erschienen ist. Der Jubel bei „Wo sie scheitern“ war schon groß, jedoch ist die Stimmung beim Song „Adrenalin“ am höchsten. Der eingängige Refrain, „So mal ich mir die Welt, wie wie wie sie mir gefällt“, geht gut ins Ohr und animierte die Masse zum kräftigen Mitsingen. Beeindruckend waren aber auch die ruhigen Lieder von Kontra K. Songs wie zum Beispiel „Mein Herz“ funktionierten im B72 sehr gut. Eine Sache funktioniert im B72 allerdings nicht gut, und das ist zu hohe Lautstärke. Dadurch, dass es eine eher kleinere Location ist, wurden Lieder, die besonders laut sind, in den Parts teilweise unverständlich.

Eine kleine Enttäuschung gab es leider am Ende der Show. Der letzte Song der gespielt wurde, ist gleichzeitig auch der bekannteste von Kontra K, es handelt sich um den Song „Wölfe“. Leider konnte die Performance dieses Songs nicht die Erwartungen des Publikums erfüllen, was an der Reaktion deutlich sichtbar wurde. Wie vorher erwähnt endete danach die Show um 22:15, Kontra K verließ die Bühne. Üblicherweise lässt sich der Hauptact des Abends nach den Shows noch bei den Fans blicken, um Fotos oder Autogramme zu geben, an diesem Abend war das aber nicht so, was ich persönlich sehr schade gefunden habe. Teilweise ist es durch den engen Tourplan verständlich, aber gerade bei einem ausverkauften Konzert wäre das wünschenswert gewesen.

Ein Rapper mit musikalischem Ensemble

Es gibt allerdings auch viel Positives zu dem Abend zu sagen. Kontra K lobte Wien dafür, dass er hier am Tag des Konzerts gratis trainieren durfte, und beinahe sogar gratis tätowiert wurde. Im Hinblick auf die Show ist auch die Live-Musik sehr positiv hervorzuheben. Der Drummer hat einen guten Job gemacht, wurde aber vom Gitarristen in den Schatten gestellt. Seine Performance war sowohl optisch, als auch akustisch allererste Sahne. Der DJ war vereinzelt im wahrsten Sinne des Wortes „neben der Spur“, aber machte seinen Job ebenfalls gut. Der Backup-Rapper von Kontra K wahr stets aufmerksam und rundete den Auftritt gut ab.

Alles in allem war das Konzert solide aber auch noch verbesserungswürdig. Wien war auf dieser Tour erst die zweite Station, das da noch nicht alles zu 100% klappt ist daher verständlich.

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