Mando Diao begeistern bei ihrem Auftritt im Gasometer in Wien ganz und gar nicht.

Mit ihrem neuen Album Aelita haben Mando Diao einen verheerenden Imagewechsel hinter sich, der als peinliches Spektakel im Wiener Gasometer anschaulich wurde.

Kein guter Start

Schon vor Beginn der Veranstaltung sind im Konzertbereich überraschend viele Freiflächen und als sich der Support Act Kristal and Jonny Boy auf die Bühne bewegt, klingt und sieht es einfach befremdlich aus. Eine Frau am ganzen Körper weiß geschminkt, in grünen Hotpants und ein Mann, mit Flügeln am Rücken, als Engel verkleidet! Das Pop- und Performance-Duo Kristina Hanse und Jonny Eriksson verbindet seine Musik mit Pop, Tanz, Performance und elektromechanischen Eigenschaften, was jedoch nicht sehr großen Anklang unter den Konzertbesuchern findet.

Überirdisches Motto, unterirdischer Style

Allerdings ist in Sachen Performance-Peinlichkeiten das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. Das Bühnenbild des Hauptacts besteht aus einem UFO-förmigen Gebilde auf der Hauptbühne, links und rechts zwei Säulen, die in die Höhe ragen und die restlichen Bandmitglieder und Bühnenmitarbeiter sind in weiße Ganzkörperanzüge mit einer gruseligen weißen Maske gehüllt. – Science-Fiction also?
Man weiß nicht so ganz, was sich Mando Diao dabei gedacht haben! Aber es kommt noch besser: Als Gustaf Norén mit dem Auftaktsong Lonely Driver als Bademeister?!, die Bühne betritt. Ein Handtuch um die Hüfte gewickelt und eins über die Schulter hängend, so auch Björn Dixgård.

Die Hüllen fallen

Während sich die beiden Frontmänner in ekstatischen Bewegungen üben, bleibt das Publikum – bis auf wenige Ausnahmen – wie angewurzelt. Zudem vermittelt Norén ziemlich schräge Botschaften und sorgt für Aufsehen, als er von einem Mitarbeiter eine Sauerstoffmaske (wer weiß was da drin war?) bekommt. Es dauert nicht lange bis Gustaf und Björn die Hüllen fallen lassen – oberkörperfrei, mit weißen engen Unterhöschen und Stutzen bis zu den Knien stehen sie da und wollen der Menge einheizen, was jedoch bei der geringen Menschenmasse und diesem schockierenden Auftritt nicht möglich ist! Auch das Klatschen geht nicht von alleine, so fordern sie ihre Fans selbst dazu auf!

Spät, aber doch

Erst nach über einer Stunde rücken die Schweden ihre Klassiker wie: Down In The Past, Gloria oder Dance With Somebody, raus und die Fans kommen endlich selbst zum Klatschen, Jubeln, Mitsingen und Tanzen. Doch auch das hält nicht lange an!
Nach fast zwei Stunden und zwei quälenden Zugaben ist ein Ende in Sicht. Mando Diao beenden ihre Show mit der Single Black Saturday (Reprise), wobei sich die Bühne zu hämmernden Electro-Beats in eine Großraumdisco verwandelt und Norén mit Sektflaschen um sich sprüht.
Ein Teil der Fanbase freut sich. Der Rest sucht fluchtartig das Weite und denkt sich:
Ein schwarzer Montag in Schwedens Musikgeschichte

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Photocredits: Lisa Glettler

2 Responses

  1. Bernhard M.

    Liebe Lisa Glettler,
    ich finde deine Artikel hier auf http://www.music-news.at ziemlich peinlich. Mir kam es schon anfangs recht suspekt vor, dass du die Bands, über die du schreibst in jedem Artikel in den höchsten Tönen lobst und nie kritischere Sichtweisen einnimmst. Dieser hier ist zwar der erste kritische Artikel, du hast aber wieder über das Ziel hinausgeschossen. Bitte lege dir ein wenig Objektivität zu, denn auf einer Seite wie http://www.music-news.at suche ich nicht nach Berichten, die nur die eigene Meinung der Redakteure widerspiegeln. Andernfalls empfehle ich dir, dir einfach einen Blog zuzulegen.

    Antworten
  2. Lisa Glettler
    Lisa Glettler

    Lieber Herr M.
    Peinlich würde ich meine Artikel eigentlich nicht bezeichnen. Eher ausbaufähig. Da ich erst seit einem Monat bei http://www.music-news.at bin und noch nicht sehr viele Artikel geschrieben habe, versuche ich noch meinen eigenen Stil zu finden. Das mit der Objektivität nehme ich gerne als Kritik an, ich lerne ja noch dazu.
    Wenn sie auf http://www.music-news.at keine eigene Meinung lesen wollen, sind Sie leider falsch!
    Die http://www.music-news.at Chefredaktion: ‚Wir wollen keinen Einheitsbrei produzieren, sondern authentische und individuelle Berichterstattung betreiben, ohne Zensur, denn das macht ein unabhängiges Magazin aus‘.
    Dennoch bedanke ich mich für die Kritik,
    Güße Lisa G.

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