Ektomorf live im DasBach in Wien
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4.2Sterne

Die ungarischen Groove Metaller Ektomorf sind derzeit auf „Aggression Over Europe“-Tour, die diese Woche startete. Wir waren beim Tour-Auftakt im Wiener DasBach dabei.

Aggression Over Europe: Am vergangenen Mittwoch sorgten Ektomorf im DasBach in Wien für ein Thrash-Gewitter mit Groove-Einschlägen und für einen fulminanten Start ihrer Tour. Mit den Supportbands Arise In Chaos, Hot Beaver und Hemlock hatten Ektomorf zudem tatkräftige sowie absolut sehenswerte Unterstützung mitgebracht.

Auftakt mit Arise In Chaos und Hot Beaver

Nachdem die Groove Metaller Arise In Chaos aus Colorado das Konzert mit 19:30 Uhr Stagetime bereits relativ früh eröffneten, sorgte die zweite von insgesamt drei Support-Bands – Hot Beaver aus Ungarn – für einen regelrechten Stilbruch. Mit eingängigen Stoner Rock-Melodien und der kraftvollen Stimme von Frontmann Zoltán Makács versuchte das Quartett, das noch rar gesäte Publikum auf seine Seite zu ziehen, was ihnen zunächst leider nur mäßig gelang. Ohne dadurch an Motivation zu verlieren, zog die Band ihr durchaus tanzbares Set professionell durch und konnte vereinzelte Zuschauer dank der unterhaltsamen Zwischenansagen von Bassist Gábor „Sexy“ Horváth sowie Songs á la „From Outside“ doch noch zu ein wenig Bewegung animieren.

Hemlock – Grooviger Co-Headliner

Zum Set der Co-Headliner Hemlock traute sich das Publikum erstmals in unmittelbare Nähe der kleinen Bühne. In 23 Jahren Bestehen erst zum dritten Mal in Österreich zu Gast, freute sich das Quartett um Frontmann und Bassist Chad Smith sichtlich über die Rückkehr nach Wien. Stilistisch arbeitete die Band aus Las Vegas perfekt auf den Headliner des Abends hin und rief erste Strapazierungen der Nackenmuskulatur und Sprunggelenke auf den Plan. Die Band selbst blieb trotz wenig Platz auf der Bühne ebenso wenig still und machte vor, wie sie sich die Reaktion auf ihr Set vorstellte.

Vor allem Chad Smith zeigte während des Auftritts vollen Körpereinsatz: Wenn er nicht gerade damit beschäftigt war, sich die Seele aus dem Leib zu growlen, seinen Bass zu bearbeiten oder die wildesten Grimassen zu ziehen, zog er wie von Sinnen an seinen Dreads und forderte das Publikum ununterbrochen zum Headbangen, Moshen und Springen auf. Trotz „Groove Metal in your face“ blieb aber auch Zeit für ein wenig Liebe – so formte Frontmann Chad regelmäßig an das Publikum gerichtete Herzen und bedankte sich häufig für die positive Resonanz. Auch die Melodie ging bei Hemlock nicht verloren – die gutturalen Vocalparts von Chad Smith und die cleanen Passagen der Gitarristen Jezy Ward und James Gabler vereinten sich gekonnt. Ein Wiedersehen mit den sympathischen US-Amerikanern dürfte bereits fix sein: Im September 2017 wolle man erneut für ein Konzert nach Wien kommen.

Großes Finale mit Ektomorf

Trotz positiver Resonanz zum Auftritt von Hemlock galt die allgemeine Begeisterung natürlich hauptsächlich einer Band: Ektomorf. Mit einer Killer-Setlist und viel Motivation im Gepäck, machte sich das ungarische Quartett sofort daran, dem Publikum seine aufgesparten Energiereserven zu entlocken. Songs wie „Evil By Nature“, „Holocaust“ oder „Fuck You All“ brachten das Haupthaar des begeisterten Publikums bereits frühzeitig zum Kreisen und sorgten für die ersten Pits sowie eine stetig steigende Temperatur im Konzertraum. Trotz der überraschend kleinen Konzertlocation war die Stimmung eines Headliners würdig und die Band bedankte sich ebenso häufig für die positive Resonanz und Einsatzfreude ihrer „Nachbarn“. Auch die Band um Frontmann Zoltan Farkas – der zwei Tage zuvor seinen 41. Geburtstag gefeiert hatte – war höchst motiviert und zeigte Einsatz, wo es nur ging. Mit „Tear Apart“ und „Serial Men“ ging es schließlich langsam auf den Showdown zu, der – wie könnte es auch anders sein – mit dem Gassenhauer „Outcast“ sein fulminantes Ende fand.

Fazit

Wer behauptet, Ektomorf hätten ihre besten Tage bereits hinter sich, dürfte sie schon lange nicht mehr live erlebt haben. Beim Tour-Auftakt der „Aggression Over Europe“-Tour am Mittwoch in Wien zeigte sich die Band in Bestform und legte mit den ebenso sehenswerten Supportbands einen durchweg gelungenen Start hin.

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