Im Rahmen ihrer Tour the Earth Tour beehrten die Hard Rocker der Achtziger- und Neunzigerjahre das Wiener Gasometer. Und soviel ist zu sagen: die Herren haben nichts verlernt.

Da soll noch einer sagen, dass Bandcontests kein Sprungbrett für junge Bands sein können. 1979 als Force gegründet, nannte sich die Band für die Teilnahme an einem Bandcontest 1982 Europe und gewann eine Albumproduktion. Mit ihrem Hit und dem gleichnamigen Album The Final Countdown 1986 erreichten sie Weltruhm. Leider konnten sie an diesen Erfolg nie mehr anschließen und lösten sich nach einigen gefloppten Alben 1992 auf. Erst der Silvestergig zum Millenium im schwedischen Fernsehen brachte die Musiker wieder dazu, über eine Neuformierung nachzudenken. 2004 gaben Europe die Neugründung bekannt und haben seitdem genauso viele Alben wie vor der Auflösung produziert. Nun sind sie mit dem 2017 veröffentlichten Album Walk the Earth fast ohne Unterbrechung auf Tour und füllen wieder mittelgroße Hallen, wie das Gasometer in Wien.

Europe live on Earth

Das letzte Mal, dass Europe in Wien zu Gast waren, war 2011 am 28. Donauinselfest, bei dem die Band vor 80.000 Menschen spielen durfte, so konnte man gespannt sein wieviele Fans die Schweden ins Gasometer locken würden. Doch die Befürchtungen, dass die Band wie im letzten Jahrhundert in fast leeren Hallen spielen müsste, bewahrheitete sich nicht. In Wien hat die Band noch immer genügend Fans. Auch fand sich unter den Fans, die sich im Alter zwischen vierzig und fünfzig befanden auch eine große Anzahl an jungen Leuten, die die Konzerte der Bands in den Neunziger Jahren höchstens aus den Erzählungen ihrer Eltern kennen konnten.

Die Band startete dann auch vor gut gefüllter Halle mit einem aktuellen Song und legte gleich den Klassiker Rock the Night vom Final Countdown Album nach. Spätestens nach diesem Song war das Publikum mit dabei und so mancher fühlte sich in seine oder ihre Jugend zurückversetzt. Die neueren Lieder, die immer wieder mit klassischen Europe-Hits wie Cherokee oder Carrie abgewechselt wurden, haben nichts an ihrer Energie und schon gar nicht von ihrer musikalischen Qualität verloren. Die Band ist ihrem Genre treu geblieben und das Programm wird fast schon perfektionistisch präsentiert. Wenn Europe auch auf die langen, blonden Perücken der 80er Jahre verzichtete und die langen Haare der Musiker schon etwas schütter geworden sind, hat Joey Tempest nichts von seinem Charisma verloren. Als Teenieschwarm kann man ihn wohl nicht mehr verkaufen, doch dies sollte der Band nicht zum Nachteil gereichen. Denn so kann man sie dadurch wieder mit den alten Hardrock Fans versöhnen, die sich von der Band abwandten, als Europe mehr in Teeniemagazinen, als in Musikzeitschriften von sich reden machten. Mit ihrem großen Welthit The Final Countdown verabschiedeten sich Europe von Wien und ließen ein sichtlich zufriedenes Publikum zurück.

Fazit

Europe ist nach der Neugründung eine absolut ernst zu nehmende Band mit großartigen Musikern und einem dynamischen Liveprogramm. Auch für die nächste Generation von Hard Rock Fans hat diese Band sicher etwas zu bieten. Und für die älteren Fans bieten sie eine Zeitreise in die Vergangenheit der Rockmusik als Hard Rock, Haarspray und Keyboardsounds noch kein Widerspruch war.

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