Am 28. Mai stellten Broach im Baamhakke in Piding ihr neuestes Werk vor. Der Abend wurde zusätzlich zu den Gastgebern mit den Bands NeverKnow und Surrender The Crown musikalisch gefüllt, welche für einen bombastischen Abend sorgten.

Nahe der Salzburger-Grenze im Bayrischen Ort Piding befindet sich das Baamhakke. Abseits vom Gemeindegebiet ist die Location perfekt geeignet für Macher und Freunde der lauten Musik.
Natürlich wurde die Location nicht nur wegen der guten Lage oder der urigen und schönen Optik gewählt. Broach sehen unter anderem ihre Wurzeln hier und so haben sie mit dem Baamhakke und dessen Bühne eine tiefe Verbundenheit entwickelt.

Darum ist es nicht überraschend, dass ihre zweite EP „Fall To Rise“ in eben dieser Bar zum ersten Mal der Welt präsentiert wurde. Zum bereits offensichtlichen Spannungsfaktor kamen noch zwei Bands dazu, die beide über sechs Stunden Anreise auf sich nahmen und aufgrund der geographischen Entfernung im Österreichischen und Süd-Deutschen Raum (noch) nicht in aller Munde sind.

NeverKnow

Den Anfang machten NeverKnow aus Köln. Gegründet im Jahr 2010, haben die Jungs im letzten Jahr ihre Debut-EP veröffentlicht. Stiltechnisch kombinieren sie Elemente aus diversen Rock und Metal Genres. Die Set-List bestand natürlich aus Liedern der aktuellen EP, aber auch einige neue Songs wurden dargeboten. Um 21 Uhr legten sie los und begannen sichtlich motiviert mit ihrem Auftritt. Besonders instrumental konnte der Sound voll überzeugen und Sänger Till bewies neben seiner Leistung am Mikro und am Bass auch Entertainer-Qualitäten, mit denen er das Publikum motivierte. Viele ihrer Lieder haben durch eingängige Melodien und Refrains einen hohen Mitsingfaktor und dürften den Jungs auch in Zukunft zu einem motivierten, tanzenden und vor allem mitsingenden Publikum verhelfen. Ich konnte mit Till nach dem gelungenen Auftritt auch noch selbst über ihren Gig, die lange Anfahrt und das Zustandekommen des Events sprechen: „Wir haben eine Anfahrt von über sieben Stunden hinter uns, die sich aber voll gelohnt hat. Zustande kam das Ganze, als wir mit Broach vor ungefähr ein oder zwei Jahren in Baden Württemberg zusammengespielt und einen Gig-Tausch ausgemacht haben – deshalb wurden wir eingeladen. Das Publikum war Hammer, der Sound war Hammer – der ganze Auftritt war Hammer. Wir sind auf jeden Fall auf unsere Kosten gekommen.“

NeverKnow

NeverKnow (c) Ludwig Seidl Captures.

Surrender The Crown

Nachdem das Publikum schon mehr als gut aufgewärmt war, starteten Surrender The Crown aus Saarbrücken ihr Set. Hier hört man mehr als nur subtile Metal-Einflüsse und so sind die Songs sehr Gitarren-lastig, drückend und geben dem Publikum mächtig Stoff. Abgerundet wird das Ganze durch die ausgezeichneten Leistung von Sänger Matthias und den virtuosen Gitarren-Soli. Nicht überraschend war es also, dass das Publikum nach der letzten Nummer lautstark eine Zugabe forderte, die auch prompt gespielt wurde. Insgesamt war der Auftritt sehr abwechslungsreich, da vor allem die Songs sehr unterschiedlich sind. Vom Metal-Brett bis zur Ballade ist alles vorhanden und das passt perfekt in ihren Mix aus Rock und Metal. Auch Matthias gab sich mit dem Auftritt zufrieden: „Wir hatten zwar über sechs Stunden Anfahrt, aber es war total geil. Zum Auftritt kamen wir, weil wir Broach selbst kontaktiert haben und sie fragten, ob man nicht gemeinsam spielen will. Die Organisation, die Technik und der Umgang unter den Bands war sehr gut. Dazu noch das Publikum – so wünscht man sich das. Für mich war das definitiv einer der Abende, wo man weiß, warum man das macht.“

Surrender The Crown

Surrender The Crown – (c) Ludwig Seidl Captures.

Broach

Kurz vor Mitternacht betraten die Gastgeber Broach die Bühne. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Licht- und Tontechnik ihren Job astrein erledigte, denn als der Vorhang fiel, das Licht anging und der erste Akkord erschallte fühlte ich mich, als stünde ich nicht vor einer kleinen Bühne, sondern inmitten von Tausenden in einer der ganz großen Hallen. Auch die Jungs fühlten sich vor den extrem angeheizten Fans mehr als heimisch und bewiesen vom ersten Lied an, dass sie auf der Bühne zu Hause sind. Das komplette neue Album „Fall To Rise“ wurde von vorne bis hinten dargeboten. Die neuen Stücke bieten durch ihre Abwechslung für jeden Rock-Fan was. Für die Feuerzeuge Balladen, für das Genick und die langen Haare einige härtere Songs und natürlich viele gute Texte zum Tanzen und Singen. Neben dem mehr als guten Instrumentalsound sticht auch die Stimme von Sänger Andi Kofler hervor, die den Liedern die nötige Emotion und Energie gibt. Nicht umsonst erhielt die Band die Preise für den besten deutschen Rock- und Alternative-Sänger beim Deutschen Rock & Pop Preis.

Im Zuge des Auftritts wurde auch das neue Musikvideo zum Titeltrack „Fall To Rise“ vorgestellt, das ebenfalls sehr professionell und gut umgesetzt wurde und für begeisterten Applaus sorgte. Aber irgendwann geht jeder Auftritt zu Ende und so konnte ich am Ende des Abends auch noch den Vokalisten Andreas Kofler für ein paar Worte entführen: „Ich bin froh, dass das komplette Album so mega gut angekommen ist, das hat richtig Spaß gemacht. Am schönsten war, dass so viele Leute mitsingen. Die Planung für das Event war auch easy, da die Gast-Bands sofort zugesagt haben und der Wirt vollkommen hinter der Band steht. Unser nächstes Ziel ist es, mit Hilfe einer Booking-Agentur zu mehr Auftritten zu kommen und unser nächster Gig wird übrigens auf dem Seewärts Festival in Chieming sein.“

Broach

Broach – (c) Ludwig Seidl Captures.

Fazit

Alles in Allem ist der Abend mehr als gelungen. Die Licht- und Tontechnik erledigte ihren Job mehr als gut und sorgte für einen perfekten Sound und eine super Beleuchtung. Ich war sehr positiv von der Qualität und Professionalität aller Bands überrascht. Das neue Material von Broach schlug unter den Zuhörern ein wie eine Bombe und wenn es auf CD nur halb so gut klingt wie live, bin ich überzeugt, dass die EP ein voller Erfolg wird. Auf jeden Fall sind sie mit ihrem Arsenal und ihrer Bühnenpräsenz bestens für die Zukunft gerüstet. Generell kann ich jedem Rock-Fan einen Besuch empfehlen, wenn eine der drei Gruppen auf der Bühne steht.

Als Abschluss des Reviews und für all jene, die es noch nicht gesehen haben, möchte ich euch das Musikvideo zum Titeltrack „Fall To Rise“ nicht vorenthalten:

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