Fettes Brot zu Besuch bei den "Grazien"
Stimmung
Publikum
Abwechslung
Location
Organisation
4.6Sterne

Vergangenen Freitag sind Fettes Brot als Teenager vom Mars im ausverkauften Grazer Orpheum gelandet. Die „Grazien“ haben sie auf jeden Fall begeistert.

Am 23.10. waren die drei Hamburger live im Grazer Orpheum zu sehen und überzeugten ihr Publikum mit einem außerirdisch gelungenem Abend. Fettes Brot haben erst vor wenigen Tagen ihre Tour zu ihrem neuen Album „Teenager vom Mars“ gestartet und waren schon fleißig in Österreich unterwegs, und zwar in Linz, Graz und in Wien. Im Grazer Orpheum sorgten sie nicht nur für eine ausverkaufte Konzerthalle, sondern auch für eine ausgelassene und auch lustige Stimmung.

Fatoni

Um nicht alleine nach Österreich zu kommen, holten sich die Hamburger mit Fatoni Verstärkung aus Deutschland, und haben damit die richtige Entscheidung getroffen. Der deutsche Rapper verstand es, den Grazern einzuheizen und für Fettes Brot aufzuwärmen. Pünktlich um 20 Uhr begann er mit seinem Programm und machte sich unter anderem mit „Ich hab keine Vorurteile“ gegen Vorurteile stark. Auch mit „Dicke Hipster“ brachte er das Publikum zum Jubeln, aber erst als die Stimmung an ihrem Höhepunkt angelangt war, überließ er  dem Hauptact die Bühne.

Drei Teenager vom Mars

Fettes Brot Björn

Björn Beton gab alles auf der Bühne. (c) M. Krobath

Björn Beton, König Boris und Doc Renz ließen nicht lange auf sich warten. Um 21 Uhr stürmten sie mit ihrer neuen Single „Teenager vom Mars“ die Bühne und begannen mit ihrem energiegeladenen Auftritt. Mit viel Humor haben sie bewiesen, dass sie nach 20 Jahren Bühnenerfahrung genau wissen, wie sie ihr Publikum unterhalten und zum Lachen bringen. Nach ihrem neuesten folgte ihr ältester Hit „Nordisch by Nature“ und überraschte mit einem außergewöhnlichen Mix, denn der Song wurde mit der Melodie von „Ghostbusters“ kombiniert. Boris versuchte sich zu erklären indem er behauptete, dass man im Mallorcaurlaub auf solche „eigenartige“ Ideen komme.

Fettes Brot gaben auf der Bühne wirklich alles, stürmten von der einen auf die andere Seite und nahmen sich gegenseitig auf den Arm, was der Show wirklich ein angenehmes und humorvolles Flair verlieh.

Bei „Jein“ musste dann jeder mitsingen und Fatoni wurde nochmals auf die Bühne geholt. Dann mussten natürlich auch die „Grazien“, wie die Grazer von ihnen liebevoll genannt wurden, für ihr zahlreiches Erscheinen gelobt werden und mit „Für immer Immer“ setzen sie vor allem bei den Ladys noch eines drauf.

Ernst und gefühlvoll

Doc Renz

Mit Doc Renz wurde es gefühlvoll. (c) M. Krobath

Doch dann verkündet Boris, dass er nun allen die Stimmung versauen müsste. Leider gebe es zu viele „Kack-People“ auf dieser Welt, gegen die man sich behaupten muss. Mit „Ganz schön Low“, einem Song aus ihrem neuen Album, behandeln sie auch ein Thema, das etwas ernster ist und uns alle etwas angeht. Es wird darauf aufmerksam gemacht, wie mit Ausländern und Asylanten umgegangen wird.
Doch dann geht es mit dem Klassiker „Lass die Finger von Emanuela“, der auf gar keinen Fall fehlen durfte, wieder lustiger weiter. Da jeder den Text top beherrschte, konnten auch alle laut mitsingen. Dann wurde es wieder etwas ruhiger und Doc Renz stellte sich ganz vorne auf die Bühne. Mit „Amsterdam“, „Echo“ und „Von der Liebe“  wurde es gefühlvoll und hier bewiesen die Fans ihre Textsicherheit und sangen auch alleine die Hits von Fettes Brot.

Das Publikum war übrigens bunt gemischt, denn Fettes Brot sind mittlerweile seit 20 Jahren im Geschäft und locken die unterschiedlichsten Menschen an. Daher sind Fans aus allen Generationen vertreten und ins Orpheum gekommen, um zusammen zu feiern. Da überraschte es wenig, dass junge Leute mit Capy und ältere Herrn in Hemd miteinander begeistert sangen.

Publikum

Das Publikum war bunt gemischt. (c) M. Krobath

Mit „An Tagen wie diesen“ folgte ein weiterer Klassiker aus dem Jahr 2005 und es wurden Probleme, die auch heute noch aktuell sind, behandelt und man sprach abermals seine Abneigung gegenüber Nazis aus.

Zugabe Deluxe

Jedes Konzert hat ein Ende, doch dieses hatte mehrere. „Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“, sang Boris fröhlich und fragend ins Publikum und Fettes Brot beendeten ihr Konzert vorerst mit einem ihrer neuen Songs „Das letzte Lied auf der Welt“.

Für die Zugabe haben sich die „Marsmenschen“ aber etwas Besonderes ausgedacht. In orangen Weltraumanzügen betraten sie nochmals die Bühne und sangen „Soll ich flüstern oder schreien“ anstatt „Should I stay or should I go“ und fragten auch: „Wo sind meine Leute da draußen.“ In den Weltraumanzügen machten sie eine richtig gute Figur und zeigten, dass sie noch ein Ass im Ärmel haben und es immer noch eine Spur verrückter geht. „KussKussKuss“ wurd mit Salsa-Musik unterstützt und auch auf der Bühne schienen sich die drei einen Spaß daraus zu machen. So wurde auch noch eine Hymne aufs Bier gesungen, mit Bier herumgespritzt und auch getrunken und zur  Musik von „Jump around“ warf man Frisbees, oder eher Ufos, in die Menge.

Fettes Brot Boris

König Boris sorgte für gute Stimmung. (c) M. Krobath

Nach diesem Spektakel war noch immer kein Ende in Sicht und so folgte Zugabe Nummer zwei. Weiter ging es ohne orangefarbene Anzüge und ganz unauffällig wurde von ihnen mit Handtüchern das verschüttete Bier von der Bühne gewischt. Nochmals wurde zu „Teenager vom Mars“ getanzt und man dachte sich, dass das der erste und der letzte Song sein würde, doch erst ein weiterer Klassiker beendete dann schlussendlich ihren Auftritt. Mit „Schwule Mädchen“ setzten sie noch einen drauf und es wurde noch einmal Gas gegeben. Sie zeigten ein letztes Mal, dass sie es nach 20 Jahren noch nicht müde geworden sind, auf der Bühne zu stehen und ihre Fans zu unterhalten.

Fazit

Fettes Brot haben gezeigt, was in ihnen steckt. Zwar mit zahlreichen Lichteffekten aber ohne großen Schnickschnack haben sie einen großartigen Auftritt abgeliefert. Voller Energie sind sie auf der Bühne herumgesprungen und haben mit den „Grazien“ gefeiert. Mit viel Spaß und Sinn für Humor haben sie für eine ausgelassene Stimmung gesorgt. Mit einer Dauer von fast zwei Stunden haben sie den Fans jede Menge geboten und einen großartigen Abend bereitet. Mittlerweile sind die drei Hamburger über 40 aber feiern wie „Teenager vom Mars“. Man sieht ihnen an, welche Profis sie sind und sie zeigen, dass sie es nicht nur wirklich draufhaben, sondern man hat auch das Gefühl, dass sie es wirklich gerne machen und es lieben, gute Stimmung zu verbreiten.

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