Am Samstag ging im Explosiv Graz „Laut gegen Armut“ über die Bühne. The Uptown Monotones, Shanti Powa und Millions of Dreads sorgten für eine ausverkaufte Halle.

Um auf die Armut in der Steiermark aufmerksam zu machen, veranstaltete die Volkshilfe Steiermark am Samstag, dem 17. Oktober, das Charity-Event „Laut gegen Armut“ im Jugendkulturzentrum Explosiv in Graz. Gemeinsam wurde gefeiert, getanzt und Geld gesammelt. Für einen gemütlichen und gelungenen Abend im Zeichen der Solidarität und der Armutsbekämpfung sorgten The Uptown Monotones, Shanti Powa und Millions of Dreads.

Begrüßung

„Es kann so schnell gehen und schon ist man arm.“ Mit eindringlichen Worten begrüßen Alexandra Marak-Fischer, Vorstand des Volkshilfe Landesvereins, und Armin Haas, der Projektleiter, um 20:15 Uhr das Publikum. Im Dialog und mit anschaulichen Beispielen versuchen sie, den Besuchern klarzumachen, wie schnell man an die Armutsgrenze gelangen kann. „Einer Pensionistin wird die Miete erhöht und schon kann sie nicht mehr für das Nötigste aufkommen.“ „Ein Familienvater verliert seine Arbeit.“ Die Armut kann also wirklich jeden treffen.

„Es kann so schnell gehen und schon ist man arm.“

Österreich ist das drittreichste Land in der Europäischen Union, doch das Problem ist die Verteilung und dadurch wird die Ungleichheit immer stärker. Daher sind die Politik und auch NGOs und Organisationen wie die Volkshilfe gefordert. „Wir sind laut gegen Armut“, heißt es, um an diesem Abend gemeinsam ein Zeichen zu setzen.
Moderatorin Melanie Singer, eine sympathische junge Frau mit angenehmer Stimme, führt durch den Abend und beginnt mit der Zahl 156.000. So viele Menschen sind allein in der Steiermark von der Armut betroffen, das ist jeder achte Steirer. Sie ruft dazu auf: „Lasst uns solidarisch sein mit Menschen, die so sind wie wir.“ Weiters begrüßt sie Franz Ferner, Geschäftsführer der Volkshilfe, sowie auch die Vizebürgermeisterin Martina Schröck, die dem Event beiwohnt.
Um zum Spenden anzuregen, werden Lose verkauft und es gibt tolle Preise zu gewinnen: eine Übernachtung für zwei Personen in einem Jugendgästehaus in der Steiermark, zwei Sony Xperia Smartphones und auch Gutscheine vom Cafe Erde.

Uptown Monotones

Den Auftakt machen die Uptown Monotones

The Uptown Monotones

Heli Markfelder, Ivory Parker und Werner Posekany machen den Auftakt für “Laut gegen Armut”. Unter anderem zeigen sie mit “Clint Eastwood” von den Gorillaz oder mit „Sleep“ ihr Können und es ist unglaublich, was die drei Grazer auf die Bühne bringen. Beatbox-Profi Ivory Parker begeistert die Leute und man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Mit Maultrommel, Mundharmonika, Gitarre und Didgeridoo erzeugen sie einen erstaunlichen Sound und bieten jede Menge Abwechslung. Welche Töne, oder besser Geräusche man mit einem Luftballon hervorbringen kann, egal ob man ihn aufbläst oder die Luft herauslässt, das hat vermutlich vorher noch keiner gewusst. Gesanglich und stimmlich haben sie so einiges drauf und erst live kommt ihr Sound so richtig zur Geltung. Auch mit „Schöne Welt“ haben sie einen Song gewählt, der wirklich gut zur Veranstaltung passt und zum Nachdenken anregt.
Als erste Band des Abends schaffen sie es, die Leute zu begeistern, anzuheizen und zum Tanzen zu bringen. Schon zu Beginn ist die Stimmung ausgelassen und es verspricht ein gemütlicher Abend zu werden.

Da es in der Konzerthalle schon ziemlich heiß geworden ist, ist es besonders angenehm, sich im Barbereich nebenan etwas abzukühlen. Allerdings muss man schnell sein. Da natürlich nach dem Auftritt alle gleichzeitig die Bar stürmen, ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Obwohl alle sehr bemüht sind, lässt sich das Warten nicht verhindern. Für den Hunger zwischendurch ist auch gesorgt. Neben gefüllten Weckerl gibt es gegen freiwillige Spende auch veganes Chilli, Kürbisaufstrich und Brot. Da sollte sich für jeden etwas finden lassen und spätestens nach dem letzten Auftritt hat jeder einmal zugegriffen. Die Sofas bieten eine gute Gelegenheit, sich einmal hinzusetzen und zu verschnaufen, bevor es mit der nächsten Band weitergeht.

Shanti Powa

Auf einmal ist die Bühne voll und Melanie gibt ganz ehrlich zu, dass sie aufgrund der vielen unterschiedlichen Sprachen schon ganz verwirrt ist. Es wird bunt, denn Shanti Powa aus Südtirol bestehen aus 15 Leuten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So entsteht ein Mix aus Raggae, Dancehall, Rap, Rock und Ska/Punk und gesungen wird auf Deutsch, Englisch und Italienisch.

shanti powa

„multi multi kuli“ mit Shanti Powa

Mit „Race against the System“ machen sie sich gegen Korruption stark und mit diesem tollen Mix wird nun ausgelassen gefeiert. Das Gefühl des Miteinanders wird besonders stark, da wirklich zusammen getanzt wird und alles in Bewegung ist. Die verschiedenen Sprachen und die vielen Instrumente, wie Saxophon und Didgeridoo, geben ihrem Auftritt etwas Exotisches und Außergewöhnliches und jeder trägt seinen individuellen Teil dazu bei. Die Sängerin Alice verleiht der Band mit ihrer souligen Stimme noch eine weitere Facette. Mit dem Ausdruck „mulit muli kulti“, wie sie selbst verkünden, beschreibt man Shanti Powa wohl am besten.

Auch zur Zugabe lassen sie sich nicht lange bitten und so startete die Verlosung etwas verspätet. Fleißig wurden Lose gekauft, doch nicht immer wird gleich das richtige Los gefunden oder es melden sich irrtümlich falsche Besitzer, was bei so vielen Leuten und Losen schon einmal passieren kann. Doch wird einmal das eigene Los gezogen, ist die Freude umso größer und so war auch diese Aktion ein netter Einfall.

Millions of Dreads

Kaum betreten Millions of Dreads die Bühne, verbreiten sie auch schon gute Laune. Spätestens jetzt ist der Punkt erreicht, an dem es kein Halten mehr gibt und einfach jeder der inzwischen 400 Besucher tanzen muss. Sie fragen „Wos kost die Wöd?“ und machen darauf aufmerksam, dass es an der Zeit ist, etwas zu verändert. Es ist an der Zeit, aufzustehen und das sollte auch an diesem Abend geschehen. Nach guter Laune und viel Tanz werden bei „Fire“ die Feuerzeuge gezückt, um ein Zeichen gegen Armut zu setzen. Der Zusammenhalt wird auch dann deutlich, als das Publikum einen Kreis bildet und gemeinsam zu laufen beginnt. Das eine oder andere Bier wird zwar verschüttet, doch es wird brav weitergelaufen. Was wären Millions of Dreads ohne „Sweet summer breeze“ und so darf auch dieser Song nicht fehlen. Es gibt auch einen Applaus für die Fans und ein dickes Lob, dass so viele gekommen sind, um ein Zeichen zu setzen und gegen Armut laut zu werden.

Millions of Dreads

Millions of Dreads sorgen für gute Stimmung

So endet auch ihr erfolgreicher Auftritt, doch im Explosiv ist noch lange kein Ende in Sicht. Bombaclub starten im Barbereich noch eine After-Show-Party. Und wenn man sich dann doch auf den Heimweg macht, gibt es von den netten Damen von der Volkshilfe noch ein Frühstück mit auf den Weg. Der kleine „Stritzel“ war wirklich köstlich und schnell verspeist.

Fazit

Armut geht uns alle etwas an. Bei all den Themen, die uns die Medien liefern, geht das Thema Armut oft unter und daher ist es besonders wichtig, darauf aufmerksam zu machen und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Mit den Uptown Monotones, Shanti Powa und Millions of Dreads hat man einen guten Weg gefunden, die Thematik zu behandeln und die Armut zu verdeutlichen. Sehr viele unterschiedliche Leute jeden Alters sind zur Veranstaltung gekommen und das Gefühl des Miteinanders wurde besonders stark.
Die Bands waren hervorragend und sorgten nicht nur für gute Stimmung und Feierlaune, sondern regten auch zum Nachdenken an. Gemeinsam wurde ein Zeichen gesetzt und quasi „nebenbei“ wurden auch noch 3.500 Euro gesammelt. Bei all dem Wohlstand, den unsere Gesellschaft genießen darf, darf nicht auf diejenigen vergessen werden, die weniger und vielleicht nicht so viel Glück im Leben haben und in Armut leben, und diese Botschaft hat „Laut gegen Armut“ erfolgreich vermittelt.

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