Ihr gemeinsames Live-Album True & Blue führt das grandiose Bluesduo Hans Theessink & Terry Evans quer durch Mitteleuropa. Unlängst stoppten sie im Gleisdorfer Forum Kloster.

Eine Woche ist es nun her, dass B.B. King, einer der ganz großen Mississippi Bluesmänner, verstorben ist, als Hans Theessink und Terry Evans sich im Gleisdorfer Forum Kloster einfinden, um den Blues zu zelebrieren. So ist es auch kein Wunder, dass die beiden diesen Abend dem großen B.B. King widmen, in dessen Andenken Hans Theessink noch wenige Tage zuvor ein etwa 20 Jahre altes, gemeinsames Foto in die Weiten der sozialen Medien entsendet hat. Im Kommentar nennt er King eine Ikone und einen Botschafter des Blues.
Pünktlich und sichtlich unaufgeregt spazieren die beiden auf die Bühne des eher stimmungslos wirkenden Forum Klosters in Gleisdorf und eröffnen ihre Darbietung mit „Delta Time„, dem titelgebenden Song ihres letzten gemeinsamen Studioalbums. Insgesamt ist das Konzert ein großes Best Of ihres gemeinsamen Werkekatalogs. Da finden sich wie eben schon erwähnt Songs von Delta Time aus dem Jahr 2012 wie auch einige Songs ihres gemeinsamen Erstlingwerkes Visions, das schon 2008 entstand.

Engelsgleich und rau

Terry Evans

Terry Evans

Im zauberhaften „Blues Stay Away From Me“ verdeutlicht sich die interessante stimmliche Kombination des Duos. Da wäre Terry Evans engelsgleiche, soulige Stimme, mit der er vor allem die Höhen versüßt, auf der anderen Seite hat man Hans Theessinks erdige, viel rauere Stimme. Die beiden Männer ergänzen sich eben. Auch was das Gitarrenspiel betrifft. Theessink spielt eine ganz bemerkenswerte Bluesgitarre, während Evans zwar die einfacheren Parts übernimmt, Theessink so aber eine wesentliche Unterstützung für die Songkonstrukte gibt und Stimmungen unterstreicht.
In dem von einer zwanzig minütigen Pause unterbrochenem Konzert liefern Evans und Theessink diese puristische, überzeugende und ungefährdete Leistung ab, die man von ihnen gewohnt ist. In den kurzen Pausen zwischen den Songs erzählt Theessink kleine Anekdoten aus seinem Leben, in dem er viele der großen Blueslegenden kennenlernen durfte, mit vielen sogar zusammenarbeiten konnte. So zum Beispiel mit Ry Cooder auf Delta Time. Cooder unterstütze die beiden bei den Aufnahmen zum Album auf der Gitarre. Unter anderem ist der amerikanische Slide-Gitarrist auf „Shelter From The Storm“ zu hören, das natürlich auch an diesem Abend eine ganz besondere Stellung im Set einnimmt. Diese Theessink Komposition sorgt jedesmal aufs Neue für Gänsehaut.
Hat Theessink keine Anekdote übrig bleibt zumindest ein Moment, um den folgenden anzusagen. Die gewisse Würze im Rundherum um die Musik sind aber dennoch diese Eindrücke, die Theessink in seinen Geschichten weitergibt. Monotonie war das erste Wort, das ihm in den Sinn kam, als er zum ersten Mal nach Mississippi reiste. Deshalb fällt auch der folgende Song lang aus. „Down in Mississippi“. Ja, lang, aber nicht monoton im Sinne von Langeweile.

Chuck Berry’s Maybellene als Highlight

Hans Theessink

Hans Theessink

Aber auch „Maybellene“ bleibt am Ende nicht ungespielt. Der Chuck Berry Song ist ein Highlight in jedem Theessink Konzert. Danach bleibt nur noch ein Zugabenblock und der Abend ist beendet. Doch bevor die Musiker ihr Equipment von der Bühne räumen und verschwinden bleibt noch die Gelegenheit eine Schallplatte zu kaufen und sie von beiden signieren zu lassen, was zu einem fixen Ritual auf den Konzerten der beiden Bluesmänner geworden ist.
Hans Theessink & Terry Evans sind ein unschlagbares Duo, das sich grandios ergänzt. Man kann auch in Zukunft nicht Nein sagen zu einem Konzert der beiden. Es lebe der Blues.

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