Kataklysm in der Arena Wien
Sound
Bands
Stimmung
4.4Sterne

Derzeit rollt die Death Metal-Walze Kataklysm im Rahmen der „Of Ghosts And Gods“-Tour quer durch Europa. Mit dabei: die griechischen Symphonic Death Metaller Septicflesh und Aborted aus Belgien. Wir waren beim Tourstop in Wien, um die Tour genauer unter die Lupe zu nehmen.

Seit Anfang Jänner sind Kataklysm in ganz Europa unterwegs, um ihr im vergangenen Sommer erschienenes und mittlerweile 13. Studioalbum „Of Ghosts And Gods“ im Rahmen einer Headliner-Tour auch live vorzustellen. Mit im Gepäck haben sie hierfür Septicflesh aus Athen und die belgische Death Metal/Grindcore/Hardcore Band Aborted.

Blastbeat-Auftakt mit Aborted

Da es den ganzen Tag über geschneit hatte, verlief die Fahrt zur Konzertlocation nicht ganz reibungslos und ich kam mit etwas Verspätung bei der Arena an, wo der Auftritt der Opener Band Aborted bereits in vollem Gange war. Für die erste Bands des Abends war der große Saal bereits außerordentlich gut gefüllt. Kein Wunder, handelt es sich bei Aborted doch um eine der international erfolgreichsten Extreme Metal Bands, die noch dazu bereits seit 20 Jahren im Einsatz ist. Neben älterem Liedgut präsentierten Aborted an diesem Abend auch Songs ihrer neusten EP „Termination Redux“, die letzten Dezember veröffentlicht wurde und live ebenso gut funktionierte. Das etwa 40-minütige Set enthielt auch alles, was man an diesem Abend zum Aufwärmen brauchte: Schlagzeuger Ken Bedene feuerte die Blastbeats nur so ab, Glatzkopf und Chef der Truppe Sven De Caluwe grunzte sich von Song zu Song, während all das mit einer stakkatoartig blitzenden Lichtshow visuell untermalt wurde. Auch Gelegenheiten zum Headbangen gab es bereits zu früher Stunde in Hülle und Fülle – was auch wichtig war, wenn man bedenkt, was den Fans an diesem Abend noch bevorstehen sollte – und gegen Ende der Show kam es sogar noch zu einer ersten kleinen Wall Of Death.

Gekonnt inszenierte Symphonic Death Metal-Show von Septicflesh

Nur 20 Minuten nachdem die Belgier wieder die Bühne verlassen hatten, betraten die griechischen Symphonic Death Metaller Septicflesh ebendiese. Für so manchen war bei Ertönen des gewohnt dramaturgischen Intros die angrenzende Bar noch etwas interessanter als die Bühne und kurz hatte ich Sorge, dass die Band nach wie vor viel zu sehr unterschätzt wird. Glücklicherweise füllte sich das Auditorium dann aber doch rasch wieder und war spätestens, als das Quartett „War In Heaven“ anstimmte, wieder gut gefüllt. Belohnt wurde das Publikum dafür mit einer für die Band typischen technisch perfekt dargebotenen Show, absoluter Bühnenpräsenz und einer stimmigen Lichtshow, die Songs wie „Pyramid God“, „Anubis“ oder das obligatorisch-abschließende „Prometheus“ passend untermalte. Septicflesh stehen zweifelsohne für tadellose und gekonnt inszenierte Shows, wie sie auch in Wien wieder eindrucksvoll unter Beweis stellten. Auf ein baldiges Wiedersehen darf ebenso gehofft werden, denn wie Frontmann Seth ankündigte, sollen bald die Arbeiten für ein weiteres Album mit dem neuen Schlagzeuger Kerim „Krimh“ Lechner beginnen.

Kataklysm – Death Metal-Headliner der Herzen

Eine halbe Stunde später war es dann auch schon Zeit für den Headliner der Death Metal-Herzen, Kataklysm aus Kanada. Mit „Breaching The Asylum“, dem Opener des neuen Albums, wurde das Set eingeläutet, bevor mit „If I Was God… I’d Burn It All“ bereits der erste Kracher ins Haus stand. Mit diesem Soundgewitter war die Stimmung sofort top, ein erster Pit öffnete sich und der erste Crowdsurfer machte sich auf den Weg Richtung Bühne. Der Evergreen „As I Slither“ wurde schon sehr früh angesetzt und spätestens da gab es dann kein Halten mehr. Kataklysm präsentierten uns an diesem Abend aber nicht nur neue Songs und unabdingbare Evergreens, sondern hatten vor allem für die Oldschool-Fans einige echte Schmankerl in petto. So durfte man sich über „Manipulator Of Souls“, „Where The Enemy Sleeps“ – das schon über zehn Jahre nicht mehr live gespielt wurde – und „Open Scars“, das auf dieser Tour Live-Premiere feiert, freuen. Mit einer solchen Song-Bandbreite im Köcher und einem höchst motivierten und gut gelaunten Maurizio Iacono am Mikro, der nicht müde wurde, das Publikum immer wieder anzutreiben, war es auch nicht verwunderlich, dass vor allem in den vorderen Reihen ein stetiger Pit herrschte und die gute Stimmung konstant blieb. Doch da alles einmal ein Ende haben muss, war es nach etwa 80 Minuten mit dem Zugaben-Doppel „Iron Will“ und dem Über-Song „Elevate“ auch schon wieder Zeit zum Abschiednehmen, bevor uns die Kanadier „Crippled And Broken“ wieder hinaus in die Kälte entließen.

Fazit

Die „Of Ghosts And Gods“-Tour ist definitiv sehenswert, Aborted erwiesen sich als perfekt gewählter Opener, Septicflesh stellten ein Mal mehr eindrucksvoll ihre Qualitäten als Liveband zur Schau und auch Kataklysm glänzten mit einem sympathischen, mitreißenden und zufriedenstellenden Auftritt.

Eine Antwort

  1. Septicflesh live in Wien - Music News

    […] Septicflesh sind eine Symphonic Death Metal-Formation aus Griechenland, die 1990 ins Leben gerufen wurde. Nach 13 Jahren, einigen Werken und unzähligen Touren war dann aber erst mal Schluss: Die Band löste sich auf, wurde vier Jahre später aber wiederbelebt. Noch im selben Jahr begannen die Aufnahmen für „Communion“, das 2008 erschien. Heute zählt das Quartett zu den wichtigsten Vertretern des Genres und hat mit ihrem zehnten Werk „Codex Omega“, das im September veröffentlicht wurde, ihren musikalischen Zenith erreicht. Septicflesh zeigen hier erneut, dass sie ihr Handwerk absolut verstehen und werden dies auch sicherlich bei ihrem Konzert im Viper Room unter Beweis stellen. Zuletzt in Wien zu sehen waren sie im vergangenen Jahr mit Kataklysm. […]

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