Zum Abschluss der Märtyrer-Tour beehrte der „King of Rap“ seine Fans in Graz.

Trotz seiner 40 Jahre, gehört King Kool Savas noch lange nicht zum alten Eisen. Energie hatte er auf jeden Fall genug, als er am vergangenen Sonntag, 29.03.15, das Publikum im P.P.C. in Graz zum ausflippen brachte.

Die Show begann mit einem Video, von einem blutverschmierten Doktor, der sich mit einer Säge bewaffnet über einen angeketteten Mann hermachte. Schließlich richtete sich der Psycho-Doktor, dessen Auftritt an einen Horrorfilm erinnerte, mit lauter Stimme an das Publikum und wetterte gegen die Medienlandschaft und die Rapszene. „Manipulation der Masse“ war das Thema, mit dem sich auch das aktuelle Märtyrer-Album beschäftigt.

Und dann kam Essah…

Schließlich fiel der Vorhang und Kool Savas übernahm die Bühne mit dem Einstiegssong „Matrix“. Genau so schnell wie er seinen Text zum Besten gab, hatten auch die Fans ihre Hände in der Luft.

Begleitet wurde Savas an diesem Abend von seinem DJ Sir Jai und dem Hamburger Rapper Laas Unltd., die dem „King of Rap“ den Rücken frei hielten und ihm den Platz boten, den er benötigte.
Obwohl es sich um die „Märtyrer-Tour“ handelte, wurden keineswegs nur Tracks vom neuen Album gespielt. SAV wie er liebevoll von seinen Fans genannt wird, ließ seine 15-jährige Rapkarriere Revue passieren und so durfte man sich auch über Songs wie „King of Rap“, „Deutschlands 1“ oder „LMS“ freuen.

Wenngleich Savas dem Publikum zu Beginn etwas kritisch gegenüberstand, enttäuschten sie ihn nicht und konnten sowohl alte als auch neue Hits mühelos mitrappen. Herausragend für mich war die Nummer „Mona Lisa“, bei der der KKS nochmal all seine Reserven mobilisierte.
Um danach wieder zu Atem zu kommen, ließ er einfach das Publikum einige Tracks performen. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. DJ Sir Jay stellte ein Medley aus dem umfangreichen Repertoire von Kool Savas zusammen und die Fans feierten jede einzelne Nummer.

„Ich bin nicht der King dieser Mucke – Ich bin diese Mucke.“

Dann übernahm Savas mit den Songs „Tot oder Lebendig“ und „Aura“ wieder das Kommando.
Zwischen den Titeln wurde immer wieder das Unterhaltungstalent des 40-Jährigen sichtbar. So lud er beispielsweise das gesamte Publikum zum Shisha-Rauchen nach Berlin ein.
Auf amüsante Art und Weise übte er auch Kritik am Rest der deutschen Rapszene, die sich seiner Meinung nach nicht genug ins Zeug legt für das zahlende Publikum. Wenn sie einmal eine richtige Rap-Show sehen wollen, schreibt er alle seine Mitstreiter gerne auf die Gästeliste.

Nach ungefähr 75 Minuten verabschiedete sich Savas zum ersten Mal von der Bühne. Da war die Show allerdings noch lange nicht vorbei. Insgesamt gab er zwei Zugabenblöcke zum Besten, die die Hits „Immer wenn ich rhyme“, „Neue Namen“ und natürlich „Märtyrer“ beinhalteten. Nach ungefähr zwei Stunden beendete er das Konzert mit „Limit“ vom aktuellen Album und einem weiteren Schuss aus der Konfetti-Kanone.

Gelungenes Tour-Finale

Alles in allem muss man sagen, dass sich so mancher junger Rapper vom Altmeister noch eine Scheibe abschneiden kann – nicht nur raptechnisch, sondern auch im Umgang mit dem Publikum. Kool Savas wendete beim letzten Tour-Stopp in Graz nochmals seine gesamte Energie auf, welche sich auf das Publikum übertrug. Obwohl Graz das kleinste Konzert der gesamten Tour war, war die Stimmung bombastisch und dies merkte man auch bei Savas, der sich mehrmals dafür bedankte.

Fotocredit: Pressefoto

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