Christian Iwan eröffnet den Reigen der Orgelkonzerte im Grazer Dom.

Vom 12. Juli bis zum 13. September finden im Grazer Dom jeden Sonntag um 20 Uhr sehr exquisite Orgelkonzerte statt. Nur die besten Organisten wurden eingeladen. Neben bekannten Größen wie Arno Hartmann (Duisburg), Ksenya Pogorelaja (Russland), Ben van Oosten (Den Haag) und Jan Vladimir Michalko (Slowakei) wurden die Jungstars Ines Schüttengruber (Wien) und Natalia Golfarb (Russland) sowie die Domorganisten von Regensburg (Franz Josef Stoiber), Salzburg (Heribert Metzger) und Graz (Christian Iwan) ausgewählt. Die Programme sind sehr abwechslungsreich gestaltet: Uraufführungen, Improvisationen, Meisterwerke aus dem 17. bis ins 20. Jahrhundert (Cesar Franck, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Francois Couperin, Max Reger, Johann Pachelbel, um nur die bekanntesten Komponisten zu nennen).

warum orgel?

Christian Iwan

Christian Iwan

Wer noch nie ein Orgelkonzert miterlebt hat, sollte das tunlichst ausprobieren. Hier sind vier Gründe, warum…

1. Die Temperaturen im Grazer Dom sind im Sommer sehr einladend.

2. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konzerten sitzt man mit dem Rücken zum Solisten und bekommt somit die Musik von hinten und von oben präsentiert, was zu einer interessanten Musikwahrnehmung führt.

3. Das ruhige und prachtvolle Ambiente fördert Genuss und Entspannung.

4. Das breite Spektrum der Orgel sorgt für interessante Klangerlebnisse.

Am Sonntag, dem 12. Juli, eröffnete der Grazer Domorganist Christian Iwan den Zyklus. Er begann mit einem Präludium von Nicolaus Bruhns aus dem 17. Jahrhundert, einem gelungenen Opener, einer feinen Komposition, die sehr dynamisch und abwechslungsreich und teilweise richtig wild klang. Christian Iwan, der 2005 den 1. Preis beim internationalen Orgelwettbewerb in Erfurt erobert hatte, konnte seine Stärken richtig ausspielen.

Der zweite Programmpunkt war die Sonate 5, BWV 529 von Johann Sebastian Bach mit einem etwas banalen ersten Satz, der sich um eine einfache verspielte Melodie dreht. Sehr angenehm war der langsame Satz, bei dem Christian Iwan einen leichten, edel glitzernden Klang herausholen konnte. Ein gemütlicher letzter Satz beschloß dann dieses Werk.

improvisatione furioso

Der Grazer Dom

Der Grazer Dom

Danach zeigte uns der Solist sein Können in einer interessant gestalteten ungefähr 10-minütigen Improvisation. Er beeindruckte vor allem durch sein harmonisches Verständnis, fand geschmackvolle Modulationen und Akkordverbindungen und konnte seine vielschichtigen Einflüsse (z.b. von George Gershwin) sehr unauffällig, aber effektiv integrieren. Nach einem gefühlvollen ruhigen Mittelteil steigerte sich der Aufbau zu einem furiosen Finale.

Für viele Orgelfans darf Max Reger im Programm nicht fehlen, und Christian Iwan brillierte zum Abschluss nochmal mit dessen Fantasie und Fuge in d-Moll. Auch Reger liebt anscheinend die Modulation über alles und das konnte Christian Iwan dem interessierten Grazer Publikum sehr gut vermitteln. Es war auch wunderschön mitzuerleben, wie er seine Soundvorstellungen mittels der reichen Klangmöglichkeiten der Grazer Domorgel verwirklichen konnte. Alles in allem ein gelungener Auftakt! Am nächsten Sonntag geht’s weiter mit einem Star der Orgelszene Arno Hartmann und wiederum einem sehr bunten Programm.

fotocredits: www.dommusikgraz.at

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