Das Rockhouse Salzburg nimmt neue Bands ernst. Darum gibt es unter dem Titel „Local Heroes“ seit Jahren eine Konzert-Reihe für die Newcomer der Musik-Szene.


Abseits der großen Bühnen gibt es sie noch: die lokalen Helden der Musik-Szene. Jung, talentiert und ambitioniert fehlt es diesen Künstlern aber leider oft an Möglichkeiten sich zu präsentieren.
In Salzburg macht dies, das Rockhouse schon seit 1980 möglich. Nicht nur internationale Künstler können hier auftreten, sondern auch heimische (Jung-)Bands. Unter dem Titel „Local Heroes“ fand heuer bereits die 200. Veranstaltung statt, die sich rein den Musikern aus der Umgebung widmet. Jede Band hat so die Chance sich in einem professionellen Umfeld zu präsentieren, zu zeigen was sie kann und wird auch im gesamten Prozess wie etwas Soundcheck, Catering und Kartenverkauf eingebunden.
Es spielen (meist) vier Bands, die je 45 Minuten Zeit haben ihre Songs zu performen. Natürlich wird hier großer Wert auf Eigenkompositionen gelegt und der Großteil der Setlist muss aus eigenem Material bestehen.
Weil auch uns die österreichische Musik-Szene am Herzen liegt, waren wir beim letzten Local Heroes natürlich mit dabei und konnten am 18. September die Bands Muddy Confusion, Stone Circus, Derelict und Broach live miterleben und konnte sich nach den Auftritten auch noch für ein kurzes Kommentar gewinnen.

Die Bands

Muddy Confusion

Muddy Confusion

Den Anfang machten Muddy Confusion mit einem Stil den sie als „New-Wave-Grunge-Rock“ bezeichnen. Ich fühlte mich während ihres Auftrittes des öfteren positiv an Grunge-Größen wie Nirvana oder Alice in Chains erinnert. Ein sehr solider Auftritt bei dem, dafür dass sie Opener waren, schon sehr viele Zuhörer den Weg zur Bühne fanden. Bemerkenswert macht das Ganze, dass es erst der dritte Gig in der Bandgeschichte war und die Formation erst seit Januar diesen Jahres besteht.
Der Sänger der Band, Markus, hatte folgendes Kommentar für mich parat: „Also anfangs war die Stimmung eher spärlich, aber dann wurde es affengeil. Wir natürlich auch etwas nervös, weil es erst unser dritter Auftritt war.“

Stone Circus

Stone Circus

Nach kurzer Umbauphase durfte ich dann Stone Circus erleben. Die 2001 gegründete Band überzeugte mit einer Mischung aus Metal, Hardrock, Classic Rock und Crossover – eine Mischung, die mich voll überzeugt hat. Eine sehr abwechslungsreiche Setlist, eine motivierte Band und perfekter Sound haben das ganze für mich abgerundet.
Im Gepäck hatten die Korneuburger ihre aktuelle EP Step Right Up, mit der sie im Wiener Raum schon einige Gigs absolvierten. Da der Bassist Alex ursprünglich aus Salzburg kam, war es für ihn ein besonderer Auftritt: „Der Auftritt war genial, da das Rockhouse eine der besten Locations in Österreich ist. Hier wird jede Band fair behandelt und für mich als gebürtigen Salzburger ist das eine Art Homecoming“

Derelict

Derelict

Den Award für die stylischste Band des Abends hat wohl Derelict verdient. Mit Fellmütze, Overall & Co. wurde die Bühne gerockt. Mit einer gehörigen Portion Heavy-Rock gaben die Bayern mächtig Gas. Sänger und Gründer des Projekts Jim Creard war sichtlich motiviert am Mikro, was aber kein Wunder war, da das Mikro (inklusive Ständer) von ihm selbst aus einem Duschkopf gebaut wurde. Unterstützung bekamen die Herren von einem Gastmusiker an der Gitarre namens Richie Kelly, der mit seinem Talent wohl jeden überzeugen konnte.
Sänger Jim war jedenfalls und meinte: „Es war ein extrem geiler Auftritt. Die Stage war geil und die Mischer und Licht-Techniker waren absolute Profis. Uns bzw. mich gibt es seit drei Monaten als Solo-Projekt, da ich alle Songs selbst eingespielt habe. Live werde ich natürlich von der Band unterstützt.“

Broach

Broach

Last but not least rockten Broach als letzte Band des Abends die Halle. Der Auftritt der fünf Traunsteiner war mehr als stark. Mit ihrer Alternative Rock und Post Grunge wurde von Balladen bis über zu härteren Nummern alles geboten was man hören will. Auf ihre jungen Tage wirken sie auf der Bühne bereits wie routinierte Profis und können neben ihrer Musik mit einer starken Bühnenpräsenz überzeugen. Bereits ein Album und ein Plattenvertrag weissagen, dass man von der 2010 gegründeten Band noch viel hören kann und hoffentlich auch wird. Zumindest kann man viel erwarten, da das zweite Studio-Album schon kurz vor der Veröffentlichung steht.
Sänger Andi und Gitarrist Wolfi waren sich über den Auftritt einig: „Es war geil und eine super Stimmung. Für uns war es ein mega Spaß und wir haben uns wahnsinnig darauf gefreut hier zu spielen!“

Schlusswort

Wie immer lohnte sich der Ausflug ins Rockhouse wie man sieht und empfehle deshalb jedem, der sich sonst nur durch „große“ Acts locken lässt auch mal beim Local Heroes oder allgemein bei ähnlichen Veranstaltungen vorbeizuschauen. Wer weiß, vielleicht findet sich genau da die zukünftige neue Lieblingsband? Alle Helden fangen mal klein an, doch in dieser Phase lässt sich schon mehr als nur erahnen, welches Potential sich hinter jungen und ambitionierten Musikern verbirgt.

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