Mel Verez & Gordopac Albumpräsentation: Chemical Reaction
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4.1STERNE

Mel Verez und Alex Borek gordopacten das Chaya Fuera letzten Freitag mit ihrem neuen Album „Chemical Reaction“. Support: Sunrise 16 mit Nadine Beiler.

Als wir uns auf den Weg machten, um ins Chaya Fuera zu fahren, wurden wir über Facebook nochmals darauf hingewiesen, dass die Bands heute pünktlich starten würden, weil um 22.00 Schluss mit Livemusik sein muss. Das wäre ja das erste Mal, dass ein Konzert pünktlich beginnt, aber wir ließen uns überraschen und waren kurz vor 19:30 vor der Bühne und schauten uns um. An der Garderobe hatte sich schon ein Stau gebildet, zumindest das Publikum war bemüht, rechtzeitig da zu sein. Insofern hat der Aufruf scheinbar gefruchtet.

Sunrise 16

Als Support waren Sunrise 16, das aktuelle Projekt von Ex-Songcontestteilnehmerin Nadine Beiler (lead vox), Sara Koell (lead / backing vox) und Jason Dunman (lead vox) angesagt. Die „Band“ bestand aus Harald Fahrngruber (DJ / production), der sich hinter einem großen Monitor einer bekannten Computerproduktionsfirma mit Obst als Logo versteckte.

Sunrise 16 ist sicher ein interessanter Versuch, als Songwriter ein Programm auf die Bühne zu bringen, das sich stilmäßig an bestehende Disco-Dance-Acts anschließt. Es gibt auch gar nichts am Können der Protagonisten zu bemängeln, es stellt sich aber die Frage, ob es für Gordopac gut gewählt ist, Sunrise 16 als Support für das eigene Projekt zu wählen. Als Hauptact ist eine SoulFunk Band mit neun Profilivemusikanten angesagt, da ist das Publikum auch auf handgemachte Livemusik eingestellt und nicht auf Disco Samples mit zwei Stimmen und einem Rapper. Für die Stimmigkeit des Ganzen haben mir auch die Backgroundtänzerinnen gefehlt, da sich die Sängerinnen auf ihre Stimmen konzentriert haben, und daher die Dance-Performance zu kurz kam. Zur Gesangsperformance kann man beiden nur gratulieren. Singen können sie.

Gordopac: Die „Chemical Reaction“ auf der Bühne

Jedenfalls war das Publikum umso mehr gespannt, wann endlich Gordopac auf die Bühne kommen werden, da man sich bei Mel und ihren Männern nicht nur auf eine großartige Soulstimme, sondern auch auf technisch mit allen Wassern gewaschene Vollblutmusiker der Wiener Szene freuen durfte.

Angeführt von Alex Borek, Mastermind und Co-Songwriter neben Mel, die ja die unumstrittene Chefin von Gordopac ist, Kapellmeister, the funkiest Sax in Town und überhaupt, betrat die Funktruppe die Bühne. Georg Adam spielte Keyboard und ließ die Tasten glühen. Dominik Fuss, Trompete und Flo Fuss, Saxophon, bildeten den Bläsersatz. Dominik Reisner verwöhnte uns mit Gitarren-Soli. Roland Wirth, am Bass für „(s)eine“ Nummer; Hermann Aigner (Drums) und Rue Kostron, der Bass, der bei allen anderen Nummern groovte, bildeten die Rhythmusgruppe. Sie bereiteten ein fulminantes Intro für Mel Verez, die kurz dannach hereinschwebte.

Es ist immer eine Freude, Musikern live zuzuschauen, denen es sichtlich Spaß macht, auf der Bühne zu stehen. Sämtliche Protagonisten haben neben Gordopac ihre Studiojobs, Kommerzbandverträge oder Lehrverpflichtungen. Da ist Gordopac mit dem Funky-Soul-Disco-Pop Programm eine angenehme Abwechslung für die Musiker. Dementsprechend facettenreich ist auch das Programm, das viel Seele zeigt. Daher sind Gordopac-Gigs gute Gelegenheiten, Profimusiker dabei zu beobachten, welche Art von Musik ihnen Spaß macht. Für Veranstalter ist es aber sehr schwer eine solche Band wirklich adäquat zu bezahlen.

Auch die CD betreffend war im Vorfeld für Mel und Alex klar, dass ihnen in Punkto Vertrieb und Vermarktung des Tonträgers in Wien ein rauer Wind entgegenweht. Dementsprechend ist das neue Album „Chemical Reaction“ ein Produkt, das sich wohl eher als Geheimtip etablieren wird. Gerade deswegen sei dem Soulfunk-Fan aus Österreich dieses Album sehr ans Herz gelegt. Vielleicht kann man die Voraussagen Lügen strafen, wenn doch der eine oder andere Fan sich das Album bestellt. Er wird sicher viel Freude damit haben.

Das Album gibt’s auch hier zum Downloaden.

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