Die Band mit dem singenden Drummer…sowas sieht und hört man nicht alle Tage. Ob das neue Album der Band Midriff auch gut klingt, findet ihr gleich heraus!

Ihre ersten Lebenszeichen datiert die Band Midriff auf das Jahr 2010 zurück, in dem ihre erste selbst produzierte EP unter dem Titel Grassman’s Cottage veröffentlicht wurde.
Ansässig ist die Truppe in Kufstein und besteht aus Paul Henzinger (Drums, Vocals), Jeremy Lentner (Bass) und Joshua Lentner (Gitarre).
„Halt…der Drummer macht die Vocals…funktioniert das?…“ werden sich jetzt sicher einige fragen. Da ich die Jungs auch schon live erleben durfte, kann ich vorab schon Folgendes sagen: Ja, tut es! Und das überraschend gut.

Sound

Genre-mäßig ordnen sich die Jungs dem amerikanischen Rock zu und der Sound passt auch perfekt zu dieser Beschreibung. Auch mit Live-Erfahrung wird nicht gegeizt. Über 150 Gigs innerhalb von zweieinhalb Jahren ist eine vorzeigbare Leistung.
Genau aus diesem Grund ist für Midriff auch wichtig, dass die Instrumente so naturgetreu wie möglich aufgenommen und gemastert werden, da sie der Meinung sind, dass der Sound auf der CD auch live genau so reproduzierbar sein soll.
Das erste Album Broken Dreams aus dem Jahre 2012 kann sich durchaus hören lassen, und ob sie obige Kriterien auch in ihrem neuesten Werk mit dem Titel Doubts & Fears erfüllen können, werden wir gleich herausfinden.

Doubts & FearsCover

Das Album-Cover

Song für Song

Mit einem fulminanten Intro gibt Outcry als Opening-Lied gleich schon mächtig Gas. Mit einem Ohrwurm-Chorus und starken Strophen kann man hier sehr gut erkennen, was noch von den restlichen Liedern zu erwarten ist.

Mehr als fast schon Metal-lastig präsentiert sich Playing A Role. Ein Headbang-freundlicher und grooviger Riff gepaart mit einem eher gemächlichen Rhythmus lädt zum mitbangen ein. Besonders der Break und das Solo gegen Ende des Songs heben den Metal-Charakter des Songs nochmal deutlich an, während die Vocals die ganze Zeit über gewohnt rockig bleiben.

Only A Pawn (In His Game) ist der erste düstere Track der CD. Laut Angaben der Band wurden hier Vorbilder wie Black Sabbath herangezogen um diese „schwere“ Stimmung zu kreieren, was meiner Ansicht nach sehr gelungen umgesetzt wurde.

Mit der neuen Platte Doubts & Fears geht es in eine etwas erwachsenere und aber auch düsterere Richtung!

Auch Long Gone ist wieder ein eher nachdenklicher Song, der besonders durch die religiös angelehnten Lyrics besticht, wie zum Beispiel die Zeile „Daddy, See me as I’m lying! Daddy, for salvation I’m dying!“.
Alles in allem ein eher ernsteres Lied, das zwar auch einen sehr einprägsamen Chorus hat, aber gefühlstechnisch – zumindest mich – mehr zum Denken als zum Tanzen bewegt.

Mind’s Health versucht mit einer bluesigen Note und allgemeiner Melancholie zu bestechen. Der Song ist zwar erstklassig gespielt und aufgenommen, aber sogar trotz einem großartigen Gitarren-Solo will hier der Funke nicht zu mir überspringen – zu schwermütig und „herabziehend“ wirkt das Lied auf mich, wobei Freunde von ruhiger, bluesiger und melancholischer Musik ganz gewiss ihre Freude an dem Stück haben werden.

Nach den ganzen ruhigeren Songs drückt Safehouse wieder in die Pedale. Instrumental wir hier wieder zum Bewegen animiert und der Chorus lädt wieder zum Mitsingen ein. Dadurch bleibt der Song auch im Gedächtnis, weil er zwischen den ruhigeren Songs recht „zentral“ im Album-Lineup den Spannungsbogen oben hält.

Deathrow ist wieder ein Lied der Sorte „klatschen, mitschunkeln und Feuerzeuge in die Luft“. Der Verse ist hier ruhig mit cleaner Gitarre und dezentem Schlagzeug gemischt um dann in Bridge und Chorus wieder etwas anzuziehen.

Tauglich für Radio, Web und TV ist laut eigener Aussage das Stück What’s Left. Als einziges Lied mit Akustik-Gitarre ist es auch mit allen Zutaten gefüllt, die eine Power-Ballade benötigt (inklusive dem obligatorischen Solo gefolgt von einem sehr ruhigen Outro).

In My Cage ist ein sehr ruhiger und schwermütiger Song, der bis zum letzten Drittel fast ausschließlich mit dem Piano begleitet ist.
Gegen Ende des Liedes setzt die Gitarre dominant ein und unterstreicht nochmal die schwermütige Stimmung, die bis dahin aufgebaut wurde und lässt sie perfekt ausklingen.

In Summe erscheint Doubts & Fears deutlich härter, agressiver und roher als es der Vorgänger von 2012 vermuten ließ.

Wieder härter und grooviger geht es mit dem Metal-Kracher Regular Monster weiter. Ein Härte-Sahnehäubchen, das sich hervorhebt und mit seinen aggressiven Riffs zu überzeugen weiß, wobei, der gefilterte Gesang hätte meiner Meinung nach doch etwas „natürlicher“ belassen werden sollen.

Auf der schnellen Schiene bleiben wir mit Less Than Expected. Besonders das Solo mit dem vorangehenden Bass-Solo kann hier glänzen. Lyrisch jedoch ist das Stück wieder sehr ernst, was aber der Kraft des Liedes keinen Einbruch beschert.

Im Verhältnis zu den anderen Liedern ist I Can’t Say sehr viel intensiver bearbeitet und produziert worden, was aber bei diesem umfangreichen Lied (über 6 Minuten) nicht stört. Auch hier verbinden sich wieder Metal-, Hard-Rock und melodische Momente zu einem guten Gesamtbild.

Den (offiziellen) Abschluss der CD macht Soul To Burn. Mit einem sich aufbauenden Intro, dass in einem groovigen Rhythmus übergeht, der in der Strophe eine gefühlt leicht jazzige Note andeutet ist dies wohl der abwechslungsreichste Song der Platte. Eine wirklich interessante Mixtur die einen guten Schlussstrich zieht.

Tracklist

Outcry 03:56
Playing a Role 04:43
Only a Pawn (In his Game) 04:30
Long Gone 05:09
Mind’s Health 06:41
Safehouse 04:05
Death Row 05:19
What’s Left 05:00
In My Cage 05:40
Regular Monster 03:41
Less Than Expected 04:56
I Can’t Say 06:11
Soul To Burn 04:10
Long Gone (Acoustic Bonus-Track) 05:22

Fazit

Doubts & Fears hat einen so „internationalen“ Klang, dass man fast nicht meinen möchte, dass die Jungs aus Kufstein kommen und nicht aus Amerika.
Die Songs sind sehr gut gemastert und wissen qualitativ zu überzeugen. Besonders die Abwechslung kommt nicht zu kurz: von ruhigen Balladen, über Power-Rock bis hin zu Metal ist quasi für jeden was dabei.
Ich kann das Album bedenkenlos jedem empfehlen, der auf gute Rock-Musik steht!

Als Vorgeschmack hier noch das offizielle Video zum Song Outcry:

Fotocredit: Midriff

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