Minden, Speckjausn, Psychos On The Run und Julia G. im Club wakUum
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4.2STARS

Was erhält man bei einer Kombination aus Horrorpunk, Synthie-Pop, „Porno Punk“ und Austro-Funk? Die Antwort auf diese Frage erhielten wir am Donnerstag, den 10. März 2016 im Club wakUum in der Griesgasse in Graz.

Drei Bands aus Graz und eine aus den USA, abwechslungsreicher könnte dieser Abend überhaupt nicht zusammengewürfelt sein: Die Musik der vier Psychos On The Run ist Horrorpunk vom Feinsten, der gewagte Auftritt von Julia G. lässt sich wohl am ehesten dem „Porno Punk“ zuordnen und Speckjausn sind Austro-Funk. Hierzu kommt noch der Synthie-Pop von Minden aus Portland, der neben dem Verbreiten von guter Laune auch noch zum Tanzen einlädt.

Minden

„Graz, we love you“, war wohl der häufigste Satz, den man aus den Mündern der Bandmitglieder von Minden hörte. Casey Burge, Ryjo, Candy Sweets Taylor, Evan Houston, Papi Fimbres und Lia Lavendar legten den langen Weg von Portland nach Europa zurück: Seit Anfang Jänner ist Minden nun schon in Europa unterwegs und neben Deutschland, Tschechien und der Schweiz, zog es die Band auch nach Österreich.
Zu unserem Glück landeten sie auch in Graz und verbreiteten mit ihrem Synthie-Pop mehr als gute Laune: Die Energie, die von Minden während ihrem Auftritt ausging, steckte das gesamte Publikum an und lud zum Tanzen ein. Im Hinblick auf die beiden Musikvideos, die sie auf Youtube veröffentlicht haben, wirken die Bandmitglieder in Wirklichkeit viel positiver und offener. Die Gesangsharmonien von Casey Burge und Lia Lavendar überzeugen live ebenso wie die musikalische Untermalung. Auch wenn sich das Genre dieser Band sehr von den anderen unterschied, konnten sie die Zuhörer vollends überzeugen.

Minden_Textbild

Minden

Speckjausn

Die letzte Band des Abends war Speckjausn, die seit ihrer Entstehung nach einigen Besetzungswechseln derzeit aus Felix Paschke am Schlagzeug, Bernd Katzbauer am Bass und Gitarrist und Sänger Moritz Linni besteht.
Austro-Funk ist wohl die Schublade, in die man das Trio stecken würde: Ihre instrumentalen Leistungen werden von österreichischen Texten umrahmt. Speckjausn ist eine dieser Bands, die beweist, dass man auch in Mundart singen und dabei gut ankommen kann. Dass ihre Musik auch für eine breitere Masse geeignet ist, bewiesen sie, als sie 2012 bei der Castingshow „Die große Chance“ im ORF eins zu sehen waren.
Im Gegensatz zu den Aufnahmen, bei denen man Sänger Moritz Linni problemlos versteht und die Inhalte der Texte zum Nachdenken anregen, fiel das live leider etwas schwer. Dennoch konnte die Perfomance auf der Bühne überzeugen kam gut beim Publikum an.

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Speckjausn

Psychos On The Run

Ron D. Woo „The Cowboy From Hell“, Rafael „Rick Rascal“ Wagner, Luke Le Puke Dudemeister und Bob Soap, Earl von Loxley bilden zusammen die „Psychos On The Run“.
Vergangenen Donnerstag hatte die Band wieder einmal die Chance ihre Songs live zu präsentieren. Und erneut bewiesen sie, was genau ihr Ding ist: Live Performance.
Nachdem sie vor ihrem Auftritt vermutlich Stunden damit verbracht haben sich, ihrem Stil gerecht, in Schale zu werfen, standen sie kurz nach 21:00 Uhr im passenden „Psychos-Look“ auf der Bühne des Club wakUum.
Auch wenn sie einen Humor an den Tag legen, mit dem man vermutlich erst einmal lernen muss umzugehen, wirkten sie eindeutig positiv auf das anwesende Publikum. Sogar das beinahe bedrohlich, eindeutig psychopathische Grinsen des Sängers „Rick Rascal“ während des Songs „Suicide for Charity“ löste bei den Zuhörern eher ein Lächeln im Gesicht als Angst aus. Punk Rock ist nicht unbedingt ein Genre, zu dem man gut und gerne tanzt, aber bei einem live Konzert der „Psychos On The Run“ bleibt so gut wie niemand still stehen.
Obwohl man einen Auftritt wie jenen leider nicht in eine Aufnahme pressen kann, sollte man auf jeden Fall einen Blick auf ihre neue EP geworfen haben. Hier geht es zu unserem Review der EP.

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Psychos On The Run

Julia G.

ロックンロールist das offizielle Genre des Quartetts Julia G., was Japanisch ist und auf Deutsch Rock ´n´ Roll bedeutet. Wer von dieser Band schon einmal gehört hat, weiß, dass ihre Musik in Wahrheit nicht wirklich dem Rock ´n´ Roll entspricht. Die Band, die aus drei Bassisten und einem Schlagzeuger besteht, machen Punk, „Porno Punk“.
„Wer are Julia G. and the Mighty Towers of Mordor and we came from the future“, beginnt der Frontsänger sich und seine Bandmitglieder vorzustellen. Auf ihrer Facebook Seite kündigen sie in ihrer Beschreibung an, dass auf die Zuseher eine Show wartet, die man niemals vergessen wird. Und dieses Versprechen können sie auf jeden Fall einhalten: Mit Dildo und Gerte bewaffnet singen Julia G. auf lustige und gewagte Weise über Tabuthemen. Man wird dazu aufgefordert der Band nach zu tanzen und an diesem Abend wurde auch noch einer der Zuhörer im Namen von Lemmy Kilmister mit einer Flasche Jack Daniels getauft. Sie spielen Songs wie „I’m On Youporn“ oder „Analverkehr“, und auch wenn der Frontsänger Julia G. nicht unbedingt der begnadetste Sänger ist, erreichen sie ihre eindeutige Intention der Provokation.
Für all jene, die leicht zu verstören oder auch ein wenig ängstlich sind, ist eine Show von Julia G. vermutlich keine gute Idee. Alle anderen jedoch, die sich gerne mit Tabus beschäftigen und eine neue Stufe einer verstörenden Liveshow miterleben wollen, für die, ist das genau das Richtige.

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Julia G.

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