Im Rahmen der „freundlichen Diktatour“ kam Nazar schließlich in seine Heimatstadt. Es wurde ein sehr persönlicher Abend!

Freitag, 19:00 Uhr – Menschenmassen versammeln sich vor der Arena Wien. Dieses Mal spielt Nazar in der großen Halle der Arena Wien, die gut 900 Leuten Platz bietet. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, wenn ich mich vier Jahre zurückerinnere, damals spielte der Wiener noch in der Szene Wien, wo nur ein Bruchteil der Leute reinpassen würde, die nun dieses Konzert besuchen. Die Türen öffnen sich, die Leute stürmen die Halle um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Das Publikum ist sehr jung, überraschend viele Mädchen da, wie ich finde, gerade im deutschen Rap ist die Hörerschaft üblicherweise überwiegend männlich. Es sind auch auffallend viele Frauen mittleren Alters da, es sind wohl Mütter, da wohl einige Hörer noch zu jung sind, um alleine kommen zu dürfen – das Publikum wird immer jünger.

Nazar Logo Arena Wien

Bühnenbild Nazar – Arena Wien, 13.02.2015

DJ Paul Blaze als Stimmungsmacher

Um 20:00 Uhr ist es dann so weit! Eigentlich sollte jetzt Mortis die Bühne betreten, aber der Berliner hat am 02. Februar aus Krankheitsgründen die restliche Tour absagen müssen. Ersatz? Braucht man nicht, wenn man DJ Paul Blaze am Mischpult hat. Eine viertel Stunde zeigt der DJ sein Können und unterhält das Publikum sehr gut. Jetzt fehlt nur noch einer: Nazar! Pünktlich zur Primetime um 20:15 Uhr betritt der Rapper eindrucksvoll die Bühne, und bleibt erst mal eine Minute lang wie eine Statue stehen. Aus dem Publikum kommen „N A Z“-Rufe. Schließlich fängt auch der Beat der Tour Exclusives an – Nazar beginnt seine Show!

Nazar Halle Arena Wien

Arena Wien, 13.02.2015

Passend zur „freundlichen Diktatour“ ist das zweite Lied des Abends auch „Freundlicher Diktator“, das auf dem Erfolgsalbum „Camouflage“ zu finden ist. An diesen Abend bestimmen aber nicht nur Lieder aus Nazars neuestem Album „Camouflage“, es gibt auch viele Lieder aus seinen zwei vorherigen Album „Fakkerlifestyle“ und „Narkose“ zu hören. Insgesamt gesehen bietet der Musiker eine sehr gute Live-Performance ab. Eine gute Mischung an Liedern ist vorhanden, meine persönlichen Highlights des Abends waren „Ibrahimovic“, „Borderliner“, und „Randale“. Zu vielen Songs erzählt Nazar persönliche Geschichten, es war auch insgesamt ein sehr persönlicher Abend, auch wenn die Zuschauerzahl von ca. 800-900 Leuten groß war.

Flucht aus dem Iran – Aufnahme in Österreich

Zu diesen persönlichen Geschichten zählt auch Nazars Weg nach Österreich, als er mit seiner Mutter und seinem Bruder aus dem Iran flüchten musste, und mit dem Ziel USA letztendlich in Österreich geblieben ist. Wie gewohnt drückt er hier noch einmal seinen Hass gegen HC Strache aus, kennt man die Vorgeschichte, ist man über solche Aussagen nicht überrascht. Nettes Detail am Rande: Seine Mutter hat den Abend live miterlebt, es war laut Nazar ihr erstes Konzert ihres Sohnes. Nazars Bruder Pasha, seines Zeichens ehemaliger Football-Spieler und nun Experte bei NFL Football auf Puls 4, verbrachte den Abend direkt auf der Bühne – es war bestimmt ein sehr familiärer Abend für Nazar.

Fazit

Die Show endete schließlich gegen 21:30 Uhr mit dem Song „Randale“. D-Bo, Labelchef von Wolfpack Entertainment, zeigt sich auch noch auf der Bühne und sorgt für einen Extrajubel. Für viele war die Show zu kurz, wie man im Nachhinein auf Facebook lesen konnte. Ich muss zugeben, ich hab mir auch eine längere Show erwartet, aber Nazar ist ein gefragter Mann, direkt nach der Show musste er noch in die ZIB 24 auf ORFeins, deswegen ist der etwas kürzere Abend verständlich.

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