No ticket – no game.

Vergangenen Samstag lud die Crew von strictly.beats in Kooperation mit den Grazer Spielstätten zum vermutlich härtesten DJ-Event in Graz: NOISIA.

Was man kaum für möglich hielt, wurde Realität. Aufgrund eines Gig-Ausfalls seitens des niederländischen Drum and Bass-Trios gelang es nicht nur einen der zur Zeit heißesten Acts nach Graz zu holen, sondern auch das komplette Event von der Postgarage in den Dom im Berg zu verlegen. Ein Coup, der schnelles Handeln sowie Top-Organisation verlangte und das Bangen um Tickets zur Folge hatte. Um es noch etwas zu verdeutlichen: Es war weder Zeit dafür Flyer zu drucken, noch nötig – denn innerhalb von einer Woche schrien die Ticket-Stores „AUSVERKAUFT“!

Day&Night

Während tagsüber das AuGartenFest für feucht-fröhliches Besäufnis zu Füßen von Bands wie Russkaja, Texta, Steaming Satellites uvm. sorgte, wurde der Schlossberg für die auserwählten TicketbesitzerInnen vorbereitet. Eigentlich war alles so wie immer – eine Bar links, eine Bar rechts, Bühne, Videowall…- wäre da nicht der neue, verbesserte Einlass.
Eine Innovation, die mir persönlich zum ersten Mal beim Fetten Fest aufgefallen ist. Um die KonzertbesucherInnen nicht unkontrolliert in den Dom strömen zu lassen, wurde eine erste Schleuse bereits am Schlossbergplatz platziert, die zweite befand sich direkt am Kassa-Eingang. Somit wurden die „Massen“ in Kleingruppen aufgeteilt, um Stau und Drängeleien zu vermeiden. „A guade G`schicht!“

Hatte man die beiden Takeshi’s Castle-Hürden überwunden, begrüßte einen der Sound von DJ Ambiont, welcher überraschenderweise ungewöhnlich harte Töne sprechen ließ. Die Crowd war motiviert, Visuals & Lichttechnik hätten besser nicht sein können und DJ Snare setzte mit seinen Mix-Künsten einen ausgewogenen Übergang zum Höhepunkt des Abends.

Gefühlte 45 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent gaben mehr als genug Anlass, ausreichend zu trinken, sich stattdessen nicht zu bewegen – war keine Option.
Vielleicht lag es ja am Sommer, an der Schwüle, die über unseren Köpfen ein Unwetter zu produzieren schien – denn es war einer dieser Abende, an dem einfach jede/r die Welt auf den Kopf stellen wollte. An dem sich jede/r ein wenig dem „Durchdrehen“ hingab, dem „Scheiß-drauf“ und dem „heute-ist-die-Nacht-der Nächte“. Und das war sie. Nun wurde es Zeit zur Endzeit.

„I’m pretty sure the devil is here“

…nannte MC Daxta trefflich den Höllenhund Noisia, der sich an diesem Abend lediglich zweiköpfig hinter den Decks zeigte. Fast pünktlich um 02:00 Uhr eröffneten die mehr als sympathischen Nik Roos und Martijn van Sonderen ihr treibendes Set. Der Dom bebte, der Schweiß floss und Becher sowie Rucksäcke säumten den Horizont über den Köpfen des Publikums. Spätestens jetzt konnte niemand mehr still stehen. Die brachialen Klanggebilde stürzten wie Geröll auf uns ein. Man drängte nach vorne und das Gefühl ließ einen androhenden Moshpit erwarten, der glücklicherweise doch nicht stattfand, weil er einfach nicht hierher gehörte. Knappe zwei Stunden dauerte das Unwetter, das von Lichtblitzen und düsteren Farben begleitet wurde, an. Zwei Zugaben, geprägt von Noisias Prodigy-Remixes, gaben uns allen den Rest. Es war der unverkennbare „mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Sound, der uns alle verband und eine unvergessliche Nacht und Genick-Schmerzen am nächsten Morgen bescherte.

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