Pflichttermin released das Album Kopfkino
Songwriting
Arrangement
Technik
Show
Ambiente
4.3Gesamtwertung

Nun ist es da, das lange erwartete Album. Kopfkino einen ganzen Abend lang. Letzten Freitag haben Pflichttermin das Baby, an dem sie so lange gearbeitet haben, live im Wiener Andino präsentiert.

Das Andino im sechsten Wiener Gemeindebezirk eignet sich als ehemaliges Theater wunderbar für Albumpräsentationen. Der Bühnenraum befindet sich im Obergeschoß, die Bar im Erdgeschoß, wodurch vor und nach dem Konzert genügend Raum zum Netzwerken vorhanden ist. Die Band hat sich dazu entschlossen, ohne Vorgruppe den gesamten Abend zu gestalten. Dies ermöglicht Pflichttermin ihr gesamtes Song-Repertoir zu spielen, legt ihnen aber auch den Druck auf, ein abendfüllendes Programm auf die Bühne zu zaubern.

Die Kopfkino-Show

Pflichttermin besteht offiziell aus vier Bandmitgliedern, für die Albumproduktion haben sie aber auch auf die Mithilfe von Gastmusikern zurückgegriffen. Gerade im Backingvocalbereich konnte Marsha Renell auf die stimmgewaltige Unterstützung von Alienne, Sängerin der Hardrockband Blacktrain zählen. Bei der Albumpräsentation durfte sie natürlich auch nicht fehlen. Damit Gitarrist Gerfried Aigner nicht live die gesamte Gitarrenarbeit bewältigen musste brachte Alienne ihren Blacktrain Gitarristen Tommy Wind mit, der in der Rhythmusgruppe, bestehend aus Maxi Orth am Bass und Alex D. an den Drums, für den nötigen Druck sorgte. Klara Krenek, deren Spezialgebiet die höheren Chorlagen sind, ist auch auf dem Album zu hören. Für die Albumpräsentation war sie in der ersten Reihe im Publikum zu finden.

Pflichttermin bezeichnen ihren Stil als „Austro Blues Rock“ und vereinen verschiedenste Stilelemente der zeitgenössischen Rockmusik zu einem eigenen Ganzen. Härtere Songs wechseln sich mit gefühlvollen Balladen ab. Die deutschen Texte laden mal zum Mittanzen, mal zum Nachdenken ein, manchmal auch beides. Dementsprechend war es gut, dass das Andino eine gute Soundanlage sein Eigen nennt. Marshas Stimme war gut in den Vordergrund gemischt, sodass das Publikum auch ohne Aufforderung mitsingen konnte. Vorsorglich wurde zum Song „Feia“ ein Video produziert, damit die Fans schon vor der Premiere an der Textsicherheit arbeiten konnten. Neben dem Merchstand war noch ein Tisch mit Gratisshots aufgebaut, die mittels Plakat dazu einluden „Feia“ gratis downzuloaden. Wie oft der Song heruntergeladen wurde ist nicht bekannt, die Shots waren jedenfalls schon weg, als „Feia“ live vorgestellt wurde.

Marsha führte souverän durch das wirklich gut geprobte Programm und überspielte geschickt die kleinen technischen Schrecksekunden, wenn sich Teile des Schlagzeugs selbständig machten und erst wieder fixiert werden mussten. Leider musste die Band bei zwei Songs auf die Bluesharp von Gerry Krautinger von Solidtube verzichten, der sich von einem Fahrradunfall erholt und nicht zur Premiere von Kopfkino kommen konnte. Die Band hatte jedenfalls zu jedem Zeitpunkt das Publikum gut im Griff und punkteten mit einer abwechslungsreichen, unterhaltsamen Show.

Fazit

Es war ein sehr stimmiger Rockabend, der nur durch die perfektionistische Ader von Marsha und Gerfried so gelingen konnte. Mit einer professionellen Leichtigkeit wurde das neue Album vorgestellt und mit den Fans gefeiert. Pflichttermin ist eine Rockband, der die Bühne nicht groß genug sein kann. Es ist zu hoffen, dass sie mit diesem Album ein Referenzprodukt geschaffen haben, das ihnen die Türen zu den größeren Festivals leichter öffnen wird als bisher.

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