Boondock Radio begeistern mit guter Musik und jeder Menge Charme. Vergangenes Wochenende waren sie live in ihrer Heimat Deutschlandsberg zu sehen und haben dabei aus dem Nähkästchen geplaudert.

Vor zirka einem Jahr haben wir von www.music-news.at das erste Mal über Boondock Radio berichtet. Seitdem hat sich bei den Folk-Rockern Niko Karner (Guitar, Vocals), Markus Aldrian (Mandoline, Harmonica, Vocals), Christoph Faistauer (Violin), Luke Lautner (Banjo), Chris Maier (Bass), Johannes Hude (Drums, Percussion) so Einiges getan. Mittlerweile haben sie auf YouTube ihr fünftes Video veröffentlich und tolle Konzerte erleben dürfen. Niko: „Die Kurve zeigt nach oben und wir sind zuversichtlich, dass es noch besser und mehr wird.“

Coversongs

Von Metallica und Blink 182, bis hin zu Robbie Williams und Avicii wird gecovert, was das Zeug hält. Die Folk-Rocker wollen damit die Leute unterhalten und zum Feiern bringen. Oft finden die Leute die Instrumente etwas seltsam und der „Hey! Das Lied kenne ich doch“ – Faktor funktioniert immer wieder. „Es macht uns auch Spaß, Liedern unseren Stempel aufzudrücken, bei denen man es anfangs für unmöglich hielt sie zu ‚verfolken'“, verrät uns Niko. Und sobald man Boondock Radio live sieht weiß man sofort, was damit gemeint ist. Es ist fast unvorstellbar, was die Jungs aus den Songs rausholen.
Jedoch sollte auch der eigene Geschmack nicht zu kurz kommen. Wenn ihnen das Cover bis zum Schluss nicht gefällt kann es auch passieren, dass er wieder verworfen wird. „Meistens stellen wir uns im Proberaum hin und jammen drauflos. Fast immer zeigt sich relativ schnell das Coverpotential des Songs.“

Langjährige Freundschaften

Dadurch, dass sich die gebürtigen Weststeirer schon seit 10-15 Jahren kennen, verbindet sie eine langjährige Freundschaft. Alle kommen aus der Metal/Punk-Schiene und haben beschlossen, etwas Neues zu versuchen. Zudem sind sie seit Langem Liebhaber dieser Musik und einige von ihnen haben schon früher in der Irish-Folk-Punkband „Denny´s Drive-In“ gespielt. Dort kamen sie das erste Mal mit den „exotischen“ Instrumenten (Geige, Mandoline, Banjo) in Berührung. „Wir sind Fans der Musik und der Pub-Kultur. Einige von uns waren schon in Irland und wer weiß… vielleicht geht sich ja irgendwann eine Pub-Tour durch Irland aus.“
Interessanterweise war es überhaupt kein Problem jemanden aufzutreiben, der Banjo oder Mandoline spielen kann, da eben schon zuvor in anderen Bands in diese Richtung experimentiert wurde. Als sie dann beschlossen hatten Boondock Radio zu gründen, waren die Mitglieder eigentlich schon komplett. Aber: „Am längsten haben wir einen Bassisten gesucht. Und ‚gesucht‘ ist eigentlich auch das falsche Wort, da wir uns wirklich alle schon seit Jahren kennen.“

„Auf einer Couch im Backstage-Bereich während einer Festival-Tour im Sommer.“

Wie sie sich die Zukunft vorstellen? – „Auf einer Couch im Backstage-Bereich während einer Festival-Tour im Sommer.“ Die Rocker von Boondock Radio sind viel unterwegs und natürlich wird es auch weitere Konzerte geben. Nähere Infos gibt es bis jetzt noch nicht, aber auf facebook.com/boondockradio wird man über das Neueste schnellstmöglich informiert.

„Natürlich freuen wir uns wieder darauf, eine Show in unserer Heimat zu spielen!“, und wie das war erfahrt ihr hier:

Weststeiermark meets Folk

16.05.2015 19:30 Uhr in Frauental, Deutschlandsberg. Die bluegarage ist eigentlich ganz unscheinbar aber der gefüllte Parkplatz und die zahlreichen geparkten Autos am Straßenrand verraten, dass hier Einiges los sein muss. Einlass war bereits um 19 Uhr, die kleine Halle mit der Bar, einigen Tischen mit Sitzplätzen ist bereits voll, nur ein paar Stehtische sind noch frei, aber man will ja ohnehin nicht sitzen. Die „Konzerthalle“ erinnert eher an ein älteres Gasthaus mit Bühne im vorderen Bereich, richtig urig und gemütlich. Beim Durchblättern der Bierkarte gibt es schon die erste positive Überraschung: Guinness und Apple Cider stehen auf der Liste. Sogar passende Bierdeckel werden uns von der älteren Dame überreicht: „Do kaust kan Gösser-Bierdeckel nehman. Dea passt jo net dazua. Do host an Guinness, de hom ma no vom St. Patrick´s Day!” Wahnsinn! Die Stimmung ist schon von Beginn an ausgelassen. Jung und Alt treffen aufeinander und es herrscht eine gemütliche Atmosphäre. Kaum zu glauben, dass hier bald eine Folk-Rockband auftreten sollen.

Boondock Radio live

Boondock Radio Logo

Um 20:15 Uhr wird der Raum abgedunkelt und ein Rocker-Urgestein mit langem Bart betritt die Bühne. Mit „Vor dreißig Jahren…“, beginnt er seine Ansprache und erzählt mit seiner tiefen rauen Stimme eine Geschichte über einen Banjo-Koffer. Dazu passend setzt daraufhin ein Banjo-Solo ein und es folgt „The house oft he rising sun“ von The Animals, womit man wirklich nichts falschmachen kann, bevor es mit „Wake me up“ von Avicii weitergeht. „Servus bluegarage“, tönt es im feinsten weststeirischen Dialekt von der Bühne, und als Steirer geht einem das Herz auf. Es wird aufgefordert, die Ladies durch die Gegend zu schmeißen. Es werden Klassiker von Blink 182 und Greenday gespielt, und man kann es nicht glauben, dass diese Songs gecovert werden. Blink 182 mit Mundharmonika begleitet? Es hört sich einfach unglaublich an. Ein älterer weißhaariger Herr, mit weiß-grau gestreiftem Hemd und Hosenträgern neben uns, prostet mit uns an. Die Stimmung ist ausgelassen und die Generationen feiern miteinander, eine ganz neue Erfahrung. Auch zu David Guetta gehen die Jungs auf der Bühne voll ab und geben alles. Die Liebe zur Musik, zu Folk, ist ihnen auf jeden Fall anzusehen. „Wo ist eure Energie?“, fragen sie, bevor es weitergeht. „Hier!“, tönt es aus dem Publikum. „Danke, Mama!“ Wenn schon auf Besuch in der alten Heimat, dann darf die Familie auch nicht fehlen.
Es folgt eine Zeitreise zu „She´s got the look“ und „Eye of the tiger“ und es hört sich unglaublich gut an. Zum Verschnaufen gibt es jetzt 20 Minuten Pause, aber ans Nachhausegehen denkt noch niemand!

Mit Charme und Schmäh

Weiter geht es dann mit einer ruhigeren Nummer, bevor es dann mit weiteren Klassikern so richtig rund geht. Spätestens bei „500 Miles“ von The Proclaimers müssen dann alle mitsingen, da auch der Wiedererkennungswert einfach Freude macht. Sogar vor Robbie Williams wird nicht Halt gemacht. Boondock Radio schaffen es wirklich, dass sich die Nummer, die man nicht mehr hören kann oder möchte, wieder richtig gut anhört. „Angels“ kann man sich wirklich wieder anhören und ich werden fast zum Robbie Williams Fan (nur fast). Und auch die Titelmelodie von „Two and a half men“ gibt es als Folk-Interpretation. Mit ihrem Witz und Charme schaffen es die Folk-Rocker, ihr Publikum mitzureißen. Sie verstehen es, die Songs richtig zu kombinieren und das Publikum zu begeistern. Ich bin auf jeden Fall hin und weg. Mit der Flöte wird zum Abschluss noch das Intro zu Fluch der Karibik gespielt und zur Zugabe lassen sich Boondock Radio nicht lange bitten. „Zwei Songs haben wir noch für euch“, versprechen sie. „Vier!“, grölt es aus dem Publikum und es geht weiter. „Seven nation army“ auf dem Banjo, „Sweet Dreams“ von Marilyn Manson und zum Schluss noch der traditioneller Folk-Song „Auld Lang Syne“ obendrauf. Was soll man da noch sagen?

Boondock Radio

Boondock Radio live in der bluegarage in Frauental

Fazit

Es ist einfach unglaublich, was die Jungs auf die Bühne bringen. Jeder Song, der gecovert wird, ist einzigartig und ich hatte mir auf keinen Fall zu viel versprochen. Rutscht ihnen doch ein klassischer Folk-Song dazwischen, klingt er wie das Original richtig gut. Es wird eine unglaubliche Bandbreite geboten und es ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Von meiner Seite: absolut sehenswert!

Fotocredits: Boondock Radio, Elisabeth Auer, AZRAELDESIGN

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