Rob Zombie und Avatar sorgten am 31. Juli im Wiener Gasometer für eine Horrorshow der Extraklasse. Das Motto des Abends: Kommen Sie, sehen Sie, staunen Sie!

Auf seiner derzeitigen Super Monster Sex Action Tour gastierte der Horror-Rocker Rob Zombie Ende Juli im Wiener Gasometer. Mit dabei in der musikalischen Geisterbahn war niemand Geringerer als die ebenso sehenswerten Schweden von Avatar. Somit kündigte sich eine gruselig-düstere Show als Kontrastprogramm zum derzeit wieder heißen Sommerwetter an.

Die Freakshow beginnt

Um 21:00 Uhr begann der Abend mit den schwedischen Melodic Death Metallern Avatar. Zu den Klängen von Zirkusmusik betrat die Band, allen voran Sänger Johannes Eckerström, der den durchgeknallten Zirkusdirektor mimte, die Bühne. Spätestens seit ihrer Tour mit Avenged Sevenfold vor etwa zwei Jahren bekam der Göteburger Fünfer endlich die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und so konnte man bereits das Gejubel einiger Fans vernehmen.

Gestartet wurde mit „Hail To The Apocalypse“, Namensgeber des neuesten, im letzten Jahr erschienenen Albums. Von der ersten Sekunde an war die Band mit Feuereifer bei der Sache, vorbildlich und nahezu durchgehend wurde kollektiv die Haarpracht geschüttelt. Sänger Johannes, anfangs zusätzlich noch in rotem Frack gewandet und mit Zylinder am Haupt und Zepter in der Hand, wechselte ständig die Position auf der Bühne, schnitt wilde Grimassen, streckte dem bereits gut gefüllten Gasometer die Zunge entgegen und gab auch bei „Let It Burn“ sein Bestes, um die Leute zum Mitmachen zu animieren. Spätestens nach der allgemein überraschenden Darbietung seiner Deutschkünste und „Get In The Line“ hatten Avatar das Publikum komplett auf ihrer Seite. Und wie das nun mal so ist, wenn man eine gute Zeit hat, war nach fünf Songs und einer halben Stunde Spielzeit dieser durchwegs starke, mitreißende und dank Chef Johannes, der sich als begnadeter Showman erwies, auch etwas theatralisch angehauchte Auftritt schon wieder vorbei. Zumindest ein kleiner Trost war die Ankündigung der baldigen Rückkehr, bei der auch bestimmt alte und an diesem Abend neu hinzugewonnene Fans der Freakshow beiwohnen werden.

The Hellbilly returns to Vienna

Nun musste eine weitere halbe Stunde ausgeharrt werden, bis der Hauptact die Bühne betreten sollte. Die Spannung wurde immer spürbarer und kurz vor 22:00 Uhr häufte sich das aufbrandende Gejubel, wenn die musikalische Zwischenuntermalung vom Band mal für ein paar Sekunden ausblieb.

Und dann war es endlich soweit: Die Hintergrundmusik wurde endgültig eingestellt, die Halle verdunkelte sich von Neuem, das Gejubel wurde wieder laut und die nun mit lebensgroßen Bannern von Filmhelden wie King Kong oder Frankenstein geschmückte Bühne stand wieder im Fokus. Wild umjubelt betraten die vier Musiker, gewandet in düstere Bühnenoutfits und dunkel geschminkt, die Bühne. Ohne große Umschweife wurde die Horror-Party sogleich mit dem treibenden „Teenage Nosferatu Pussy“ eingeläutet. Die Fans taten es Rob Zombie gleich und begannen umgehend das Tanzbein zu schwingen. Bei „Superbeast“ war die Freude erstmalig besonders groß, seitens des Publikums ertönte ein hundertstimmiger Chor und die Stimmung stieg immer weiter. Auch auf Interaktion mit dem Publikum wurde geachtet, die Band zeigte sich sehr sympathisch, Rob Zombie suchte zwischenzeitlich den Kontakt mit den Fans, die ihm förmlich aus der Hand fraßen. Aufforderungen zum Schreien, Klatschen und Tanzen wurde immer sofort emsig nachgekommen. Mit Hits wie „Sick Bubblegum“, bei dem sich das Publikum zusätzlich noch mit bunten aufblasbaren Bällen austoben durfte, „Living Dead Girl“ oder „Meet The Creeper“ wurde tief in die Grusel-Trickkiste gegriffen und die Stimmung weiter angeheizt.

Neben dem druckvollen Sound und den treibenden Rhythmen der eigenen Songs wurden jedoch auch einige Covers zum Besten gegeben, wie etwa „Blitzkrieg Bop“ oder „Enter Sandman“, die ebenso begeistert aufgenommen wurden. Neben den schicken Bühnenoutfits der Bandmitglieder gab es auch aus instrumentaler Sicht einiges zu bestaunen: Gitarrist und Geburtstagskind John 5 konnte sein außergewöhnliches Talent an den Saiten wunderbar zur Schau stellen und auch der häufige Wechsel der aufwändig gestalteten Bässe und Gitarren, der an den Outfitwechsel bei Konzerten diverser Pop-Diven erinnerte, war nett anzusehen. Die energetische Performance schien gegen Ende aber vor allem bei John 5 und Rob Zombie selbst ihren Tribut zu fordern: Die Puste schien ihnen etwas auszugehen, was sich dadurch erkennbar machte, dass die beiden die Show kurzzeitig im Sitzen bzw. Liegen weiterführten. Bei so viel positiver Energie, einer coolen Show und beeindruckenden Soli seitens John 5 sei ihnen das aber gerne verziehen. Nach dem obligatorischen „Dragula“ und einem kleinen Jam am Ende, bei dem fast alle Mitglieder kurzzeitig ihre Stamminstrumente wechselten, hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Eine spaßige, etwa 80-minütige Show, die definitiv zu schnell vorbeiging.

Fazit

Egal ob als Regisseur, Comicautor oder Gastgeber bei seinen Konzerten – Mister Zombie ist einfach ein wahres Talent in Sachen Entertainment, wie er immer wieder aufs Neue eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Schweden Avatar erwiesen sich als goldrichtiger Support und so wurde ein durch und durch cooler und spaßiger Abend geboten.

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