Awolnations Run-Tour machte Halt in Graz.

Auch wenn Awolnation als Band erscheinen, handelt es sich dabei in Wahrheit um das Projekt eines einzelnen Mannes, der versucht seine künstlerischen Visionen in die Tat umzusetzen. Aaron Bruno heißt der Gute – Er schreibt nicht nur die Musik, er spielt sie auch ein und produziert sie. Am Mittwoch, 26.03.15, gab sich die Formation rund um das Multitalent im ausverkauften P.P.C. in Graz die Ehre.

Volles Haus, große Erwartungen

Mit im Gepäck hatten sie, wie schon am Vortag in Berlin und auch während der restlichen Europa-Tournee, Nothing But Thieves aus England. Die Jungs aus Southend On Sea lieferten für mich, der sich die Band ohne große Erwartungen anhörte, eine überraschend überzeugende und vor allem energiereiche Show als Awolnation-Support ab. Herausstechend der Leadsänger Connor, der mit einer Stimme mit hohem Wiedererkennungswert zu überzeugen wusste. Das Grazer Publikum, das zu einem großen Anteil aus jungen Frauen bestand (auch ich finde Aaron Brundo attraktiv), wurde ganz ordentlich auf Betriebstemperatur gebracht.

Um 21.30 Uhr betraten schließlich Awolnation die Bühne und starteten ihr Programm mit der namensgebenden Nummer für Tour und Album „Run“. Man merkte im Publikum, dass sich das neue Album der Kalifornier noch nicht so in die Köpfe gespielt hat wie ihr Vorgänger. So dauerte es bis „Kill Your Heroes“ aus den Boxen schallte, bis erstmals richtig gute Stimmung aufkam. Diese konnte mit den nachfolgenden Nummern „Jump“ und der ersten Singleauskopplunng des aktuellen Albums „Hollow Man“ auch gehalten werden. Danach flachte die Stimmungskurve wieder etwas ab – „Kooks everywhere“ und „Windows“ animierten die Meute nicht gerade zu überschwänglichen Tanzeinlagen und exzessivem Jubel.

Sometimes you’re up, sometimes you’re down

Dies änderte sich allerdings schlagartig wieder, als „Not Your Fault“ und „Burn“ ertönten. Auf einmal war wieder zu spüren, wie das Publikum aus sich herauskam und erneut zu feiern begann. Das Konzert hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Höhepunkt erreicht. Leider dauerte es danach nicht mehr allzu lange. Nach einer weiteren Nummer, „Knights Of Shame“, verschwanden Aaron Bruno und seine Band für einen Augenblick hinter die Bühne, um wenig später für die letzten drei Zugaben wiederzukommen.

Ein sehr schöner Moment ergab sich bei „All I Need“. Nach der Aufforderung von Aaron Bruno seinen Nachbarn zu umarmen, lagen sich wildfremde Menschen in den Armen und es bildeten sich große Kuschel- und Tanzkreise im gesamten Lokal.

Wie zu erwarten, beendeten die Jungs dann schließlich das Konzert mir ihrem bisher größten Hit „Sail“, der alle Anwesenden noch einmal zum Mitsingen brachte. Obwohl die Sache bereits nach 75 Minuten erledigt war, forderte das Grazer Publikum nicht einmal eine weitere Zugabe. Sie strichen sozusagen die Segel.

Fazit

Das Konzert hatte genau so viele Höhen wie auch Tiefen. Auf starke Phasen folgten wieder schwächere und umgekehrt. Awolnation hat das große Problem, dass ihr erstes Album „Megalithic Symphony“ so gut war, dass die Songs des neuen Albums im Vergleich nur untergehen können.

Durch die kurze Spielzeit wirkte es für mich eher wie die Erfüllung einer Pflichtaufgabe. Sämtliche Fans mit denen ich im Nachhinein gesprochen habe, gingen, genauso wie ich, mit gemischten Gefühlen aus dem Konzert und hätten sich etwas mehr erwartet.

Fotocredit: Pressefoto

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