Sierra Kidd spielte am Sonntag im Wiener B72, unterstützt wurde er dabei von Sadi Gent und Joshi Mizu.

Am Nationalfeiertag war es soweit: Sierra Kidd kam im Rahmen seiner Nirgendwer-Tour mit seinen zwei Supportacts Sadi Gent und Joshi Mizu nach Wien ins B72. Die recht überschaubare Menge von ca. 100 Konzertbesuchern, brachte eine Atmosphäre, wie in einem Wohnzimmerkonzert, die Stimmung blieb aber nicht aus.

„Boom: Za Za Za“

Pünktlich um 20:00 Uhr startete dann Sadi Gent, er stellte dem Publikum eine Hand voll Songs aus seinem aktuellen Album vor. Zudem wurden die Besucher neue Mitglieder in Sadi Gents „ZaZaZa“-Gang, jedes Mal wenn der Rapper „Boom“ rief, musste die Meute mit „ZaZaZa“ antworten. Trotzdem merkte man eine gewisse Distanz zwischen Sadi Gent und den Zuschauern, man wartete größtenteils auf den zweiten Supportact: Joshi Mizu.

Sadi Gent B72

Sadi Gent – B72

Konzert mit Elternbeteiligung

Als der Wiener Rapper dann schließlich auf die Bühne kam, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Für Joshi Mizu war es ein Heimspiel, die Fans feierten den sympathischen Wiener so, als würde er bereits der Hauptact des heutigen Abends sein. Der Rapper erzählte Geschichten aus seinem Alltag, spielte etwas mehr als eine Hand voll Songs und trank mit dem DJ Hugo Bass Vodka auf Ex. Das ganze passierte übrigens bei Anwesenheit seiner Eltern, die übrigens sehr nette Personen sind, wie ich nach dem Konzert feststellen durfte. Als Krönung des gelungenen Auftritts spielte Joshi Mizu am Ende seiner Show noch eine Zugabe, diese hatte er laut eigener Aussage noch bei keinem der Konzerte dieser Tour gemacht hat. Wie gesagt, die Stimmung war bereits am Höhepunkt, eine Stunde war bereits vergangen und man wartete nun auf den Hauptact des Abends: Sierra Kidd!

Joshi Mizu B72

Joshi Mizu – B72

Steigende Temperaturen

„Komm nur langsam vor
Das einzige, was größer als mein Ego ist
Ist lediglich meine Angst davor“
Sierra Kidd, Splittermeer

Der Rapper aus Emden stürmte im wahrsten Sinne des Wortes die Bühne, mit gesenkten Kopf und wunderte es mich schon fast, dass er nicht ins Stolpern kam. Einige Konzertbesucher haben dadurch einen kräftigen Stoß in den Rücken bekommen, da die Musiker zuerst durch die Menschenmenge mussten, bevor sie auf die Bühne gehen, es war nicht die feine Art. Das hätte man meiner Meinung nach auch anders regeln können, Joshi Mizu und Sadi Gent starteten die Sache ja auch viel entspannter. Obwohl die Live-Performance von Sierra Kidd nicht ganz an die von Joshi Mizu und Sadi Gent herankam, war der Auftritt trotzdem gelungen. Man merkte stark wie die Stimmung zugunsten des weiblichen Publikums kippte, während bei Sadi Gent und Joshi Mizu mehr die Männer im Publikum dominierten, kam es mir beinahe so vor, dass bei Sierra Kidd nur noch Mädchen im Publikum waren. Vielleicht wurde dem Rapper aus Emden gerade wegen des weiblichen Geschlechts im Zuschauerraum sehr warm, er entledigte sich bereits nach einem Song seiner Jacke und rappte im Unterhemd weiter. Es könnte aber auch daran liegen, dass Sierra Kidd wirklich die ganze Bühne zur Performance genutzt hat, der Musiker hatte oft innerhalb eines Songs mindestens zehn Mal eine Runde auf der Bühne gemacht.

Smalltalk & Fotos

Nach rund 40 Minuten endete auch die Show von Sierra Kidd, der Rapper kam gut an, aber wenn man mit einem Supportact in seiner Heimatstadt spielt, hat man ein geteiltes Publikum. Deutlich wurde das nochmal nach Sierra Kidds Auftritt, als dann einige Fans nach Joshi Mizu gerufen haben. Nach dem Konzert gab es natürlich noch die Möglichkeit für Smalltalk und Fotos mit den Musikern, eine Möglichkeit, die wirklich von fast jedem genutzt wurde. Ein Fünftel Sadi Gent, zwei Fünftel Joshi Mizu, und zwei Fünftel Sierra Kidd – so würde ich den Abend aufteilen, und es war wie ich finde eine gute Mischung. Zudem sorgt die Bar neben der Bühne im B72 für ein richtig entspanntes Ambiente, ich freue mich schon auf das nächste Konzert in dieser tollen Location.

Fotocredits: Michael Misek

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