Nach dem Motto „Back to the Future“ bescherten uns Dragony und Sonata Arctica einen episch arktischen Montagabend in der Szene Wien.

Am Montag, dem 13. Juli 2015, ging es in der ((szene)) Wien heiß her. Grund für die fürstlichen Temperaturen waren allem voran die beiden Power Metal Acts des Abends, Sonata Arctica und Dragony. Schon einmal durfte man diese Konstellation in den familiären Räumlichkeiten bewundern. Lauthals mitsingende Besucher, gegen den Himmel gereckte Hände und fliegende lange Haare – die beiden Bands ließen das Publikum wieder einmal nichts missen.

Dragony

Dragony_blei

Dragony @ ((szene)) Wien

Um 20:30 Uhr ging es pünktlich los mit Dragony aus Wien. Bereits seit 2007 bespielen die Österreicher rund um Sänger Siegfried Samer diverse Bühnen mit ihrem Power Metal. Am Montag bekamen wir von ihnen aber nicht nur ältere Songs des Albums „Legends“ zu hören, sondern sie gewährten uns auch einen kleinen Blick in die Zukunft. Die neuen Melodien des im September 2015 erscheinenden Albums „Shadowplay“ kamen beim Publikum sofort gut an und gemeinsam mit bekannten Songs gelang es Dragony, die Halle sofort zu füllen. Begeistert wurde mitgesungen, mitgeklatscht und die Fäuste in die Höhe gestemmt. Tropische Temperaturen erfüllten die ((szene)) Wien also bereits während der Vorband. Da wünschte sich bestimmt so mancher Besucher, ihm würde auch so ein flauschiges Handtuch wie Siegfried gereicht werden. Schweißperlen, here we go!

Aufatmen

Grillerei

Aufatmen im Innenhof der ((szene)) Wien

Die ((szene)) Wien ist aufgrund ihrer eher bescheidenen Größe eine wahrlich familiäre Location. In den Sommermonaten ist daher vor allem der Innenhof ein absoluter Hingucker, in dem das Atmen gleich leichter fällt. Neben kühlem Bier, Gartenbänken und frischer Luft lockte diesmal auch das Angebot von gegrillten Würstchen und Co. ins Freie. Auch wenn die Besucheranzahl nicht die Grenzen sprengte und man sich sogar in der Halle noch ohne akrobatische Meisterleistungen fortbewegen konnte, tat ein Sprung ins Freie während der Spielpause gut. Für Metalheads, die es lieber gemütlich und weniger gedrängt haben, auf jeden Fall zu empfehlen.

Sonata Arctica

Verwirrung. Bin ich im falschen Saal? – Das dachte sich wohl so mancher, als aus den Lautsprechern anstelle von beißenden Gitarren und kräftigen Drums französische Melodien drangen. Cancan in der ((szene)) Wien bei einem Power Metal Konzert. Es kann alles passieren. Bald klärten Sonata Arctica den Spuk aber auf. Eine bereits eingesprochene Textpassage vertrieb den klassischen Cancan, zu dem übrigens von den schwarzen Gestalten fleißig mitgeklatscht worden war – ein bisschen Spaß darf ja sein – und leitete die Stunde des Metals ein.

„Back to the Future“

Mit weißem Joker Shirt und roten Haaren betrat Sänger Tony Kakko die Bühne. Der Abend hatte Stil; von der ersten Minute bis zur letzten. Dass das Konzert ein bestimmtes nostalgisches Flair herbei zaubern würde, hatte man bereits aufgrund der letzten Erscheinung von Sonata Arctica erahnen können. Auf „Ecliptica Revisited“ geben die Finnen Songs ihres ersten 1999 erschienen Albums zum Besten und lassen ihre Wurzeln wieder neu aufleben. Spätestens als Tony uns von seinem Faible für die Komödie „Back to the Future“ erzählte und mit uns zurück ins Jahr 1996 reiste, wo er, nach etlichen Cover Songs, das erste Lied für die Band geschrieben hatte, wurde die Zeitreise Realität. „Letter to Dana“ erfüllte die Halle.

Das „back to the roots kind of thing here“, wie es Tony bezeichnete, zog sich durch die ganzen zwei Stunden, die Sonata Arctica auf der Bühne standen. Hin und wieder schlich sich aber auch ein jüngerer Song, wie zum Beispiel „I Have a Right“  vom 2012 erschienenen Album „Stones Grow Her Name“, in die Abfolge ein. Allerdings vermisste man so manch berühmte Songs durchaus. Bei rund  dreizehn Alben ist es aber auch legitim, den einen oder anderen Song aufzusparen.

Performance mit Charakter

Musikalisch war es wieder einmal ein Abend der Superlative. Tonys unzerstörbare und unerschütterliche Stimme bewegte die Halle, genauso wie die vereinte Schlagkraft von Schlagzeuger Tommy Portimo und Bassist Pasi Kauppinen. Zum melodischen Faktor trug Henrik Klingenberg am Keyboard als auch als Backing Vokalist bei. Ein unglaubliches Solo durften wir knapp vor Ende von Gitarrist Elias Viljanen erleben. Hervorzuheben ist auch, dass sich Tony am Schluss bei allen Besuchern bedankte, dass sie ein Ticket für dieses Konzert gekauft hatten und somit Live-Musik am Leben erhielten. In Zeiten von Spotify und Co. ist das mit Sicherheit einen Dank wert.

Alles in Allem war es ein großartiges episch arktisches Schauspiel mit tropischen Temperaturen. Und nachdem Sonata Arctica in den letzten Jahren nicht selten in Österreich zu Gast waren, darf man sich bestimmt schon bald auf das nächste Abenteuer mit den Finnen freuen.

Credits: Lisa Schantl

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