Hubert von Goisern, Kurt Ostbahn, Schiffkowitz, André Heller, Nazar und mehr: Am Montag kam es zu einem einzigartigen Gipfeltreffen der heimischen Kulturschaffenden für Alexander Van der Bellen.

Zu wohl keinem Zeitpunkt in der österreichischen Geschichte befanden sich in einem Gebäude derart viele hochkarätige Künstler/innen aus Musik, Schauspiel und Kabarett wie am Montagabend im Wiener Konzerthaus.
Der Abend geht zurück auf eine Initiative von Hubert von Goisern, der den Vorschlag vorbrachte, einen Abend voller Kunst und Kultur zu veranstalten, um Alexander Van der Bellen kurz vor der Wahl zu unterstützen.
Zwar führt Schauspielerin Katharina Stemberger souverän durch die Veranstaltung, doch die Eröffnung des Abends lässt sich Van der Bellen nicht nehmen. Nach einer kurzen Rede öffnet sich die Bühne für Kurt Ostbahn, Ernst Molden und Schiffkowitz von STS, die mit Georg Danzers „Ruaf mi net an“ für den musikalischen Startschuss sorgen.

Von Kabinenparty zu 57er Chevy

Danach geht es Schlag auf Schlag. Gebrüder Marx führen jedes stereotype optische Idealbild eines erfolgreichen Musikers ad absurdum, stehen in Poncho und Pyjama auf der Bühne und spiegeln mit „Hättma, Kenntma (Mochma Oba Net)“ eine österreichische Grundlagenmentalität wider. Schauspielerin Adele Neuhauser und ihr Kollege Harald Krasnitzer halten sodann eine Motivationsrede, die mit überschwänglichem Applaus entgegengenommen wird.

„Wenn schon so viele Gutmenschen beinander sind, dann lassen wir’s uns gut gehen“

Skero verbreitet im Anschluss sommerliche Stimmung. Mit den Worten „Wenn schon so viele Gutmenschen beinander sind, dann lassen wir’s uns gut gehen“ leitet er seinen Hit „Kabinenparty“ ein. Der Song löst zwar ob des stark durchmischten Publikums – von jung bis alt – weniger Euphorie als gewöhnlich aus, zeigt aber eine weitere Facette der heimischen Musikszene auf.
Der Abend wird von mehreren Videobotschaften durchzogen. So flimmern sowohl Rubey & Stipsits, Erwin Steinhauer als auch Michael Niavarani & Vitkor Gernot über die Leinwände im Konzerthaus.
Für einen musikalischen Höhepunkt zwischen Klassik und Jazz sorgen Wolfgang und Christian Muthspiel, Florian Eggner und Benjamin Schmid. Das kabarettistische Pendant liefert Josef Hader. Mit seinem „kritischen Programm zu Erdbeerjoghurt“ ruft er jede Emotion hervor, die ein menschliches Wesen empfinden kann. Man möchte lachen und weinen zugleich. Wenn Hader politisch wird, dann wird es heftig…
5/8erl in Ehr’n tun das, was sie am besten können. Ihre Gedanken und ihr Weltbild durch ihre Musik, ihren Wiener Soul, den Menschen näherbringen. Natürlich spielen sie zu diesem Anlass „Alaba – How do you do?“. Lemo singt seinen aktuellen Hit „Himmel über Wien“ merkt am Ende jedoch an, dass man den Text nicht falsch verstehen sollte, er empfindet große Zuneigung zu der Stadt, in die er mittlerweile seinen Lebensmittelpunkt verlegt hat.
Rapper Nazar verzichtet indes darauf, Musik zu machen. Er beschränkt sich auf eine kurze Rede, auch wenn das in der Vergangenheit für ihn immer mal wieder zu Problemen rechtlicher Natur führte. Einen vielleicht überraschenden Kontrast setzen die Poxruck Sisters, die die traditionelle Volksmusik stärker verkörpern als die restlichen Protagonisten des Abends.
Für viel Emotion – nicht nur beim Publikum, sondern auch beim ansonsten so abgebrüht wirkenden Alexander Van der Bellen – sorgt eine Rede von Universalgenie André Heller. Der in Wien geborene und in Marokko lebende Schauspieler, Musiker und Dichter beschwört die Lebenseinstellung der Berber: Kein Zweifel, nur Dank dafür, dass das Richtige passieren wird.
Gegen Ende kehren Kurt Ostbahn und Freunde nochmals auf die Bühne zurück. Begleitet wird die Kombo erneut von Ernst Molden, gemeinsam spielt man „Feuer“, Ostbahn Kurtis Interpretation von Bruce Springsteen „Fire“. Als Draufgabe kommt der sichtlich vom Alter gezeichnete Schiffkowitz für „57er Chevy“, im Original von Eric Clapton, noch einmal auf die Bühne.

Eine kulturelle Achterbahnfahrt

Die Liste der Teilnehmer und Teilnehmerinnen schien endlos, Pop, Jazz, Hip Hop, Volksmusik, Kabarett, Schauspiel; es war alles vertreten, was Österreichs Kultur zu bieten hat. Bei durchschnittlich zehn Minuten pro Auftritt glich die rund dreieinhalbstündige Veranstaltung einer kulturellen Achterbahnfahrt, an deren herannahendem Ende eine abschließende Rede von Alexander Van der Bellen stand, die zugleich das Finale des Abends einläutete.

„Es passt schon, dass es solche auch gibt, aber es ist nicht gut, wenn sie ganz oben sitzen.“

Hubert von Goisern und Band spielten ihren Überhit „Brennan tuat’s guat“ und „Heast as net“. Goisern selbst zeigte sich schockiert, wie viele Menschen in Österreich offenbar noch an den Weihnachtsmann glauben: „Es passt schon, dass es solche auch gibt, aber es ist nicht gut, wenn sie ganz oben sitzen.“
Viel mehr noch als ein Abend für Alexander Van der Bellen war es ein Abend für die wunderbare Vielfalt in der heimischen Kulturlandschaft. Repräsentiert durch viele bedeutende Künstler/innen, die Van der Bellen für den Richtigen halten, diese Vielfalt in Zukunft als Präsident zu unterstützen und zu erhalten.

Der Abend im Konzerthaus zum Nachsehen

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