Sting und Paul Simon waren gestern Abend zu Gast in der Wiener Stadthalle und begeisterten mit ihrer Darbietung zahlreiche Fans. Wie? Das erfahrt ihr hier!

Um kurz nach halb acht betrat die 16-köpfige Band die Bühne der Wiener Stadthalle. Sting, den man aufgrund seines neuen Looks für einen Seefahrer oder gar Obdachlosen halten könnte und Paul Simon, dessen Aufmache sehr an Danny Devito erinnerte, bildeten das Zentrum des Geschehens. Das mag jetzt vielleicht abschreckend klingen, war es aber zumindest laut Publikumsmeinung nicht. Paul Simon zeigte sich mit Cowboyboots, Hut und Gitarre. Sting war den Großteil des gestrigen Abends mit seinem Bass auf der Bühne unterwegs, den er offensichtlich nur ungern aus der Hand gab. Zwischendurch wechselte er zwar auf seine Gitarre, schien aber mit seinem Bass mehr Freude zu haben. Die ersten und die letzten Songs des Konzerts interpretierten die beiden gemeinsam auf der Bühne, den restlichen Teil jeder für sich.

Hatte er überhaupt Spaß?

Wenn man sich Sting auf der Bühne so ansieht, hat man nicht wirklich das Gefühl, dass es ihm großen Spaß macht. Es kann natürlich auch sein, dass er sein Pokerface aufgesetzt hat, denn wie man Sting ja kennt, ist er Mr. Cool persönlich. Als sich das Ende des Abends näherte, ließ aber auch er das Publikum erstmalig sein Lächeln sehen. Ganz anders sah das bei Paul Simon aus. Er schien sich sichtlich sehr wohlgefühlt zu haben, denn er zeigte einige Dancemoves auf der Bühne. Diese Stimmung dürfte sich auch auf das Publikum übertragen haben. Als Simon seine Songs angestimmt hat, begannen die Fans sich aus ihren Sitzen zu erheben und ihr Tanzbein zu schwingen. Zwischendurch erinnerten die musikalischen Soli an eine Zirkusmanege. Die Bläser auf der Bühne erzeugten ein Flair, wie man es sich bei einem solchen Konzert wohl nicht erwartet hätte. Es schien so, als ob Sting den eher ruhigen, manchmal auch melancholischen Teil der Show übernahm, und Paul Simon für den stimmungsmachenden Part zuständig war. Daher entstand eine gute Mischung aus ruhig und schnell.

So sehen Vollblutmusiker aus

Die Band der beiden war einfach nur phänomenal. Auf dem gestrigen Konzert konnte man Musik auf höchster Ebene genießen. Jeder einzelne der Musiker beherrschte sein Instrument überdurchschnittlich gut und nicht nur das, sondern sie wechselten auch ihre Instrumente während des Abends. Der Schlagzeuger beispielsweise, saß plötzlich mit einer Gitarre am Schoß an seinen Drums und solierte Zwischenteile von Liedern. Aber natürlich zeigten sich auch Sting und Paul Simon in Höchstform, was ihre musikalische Darbietung anbelangt. Das Spektrum der Instrumentenvielfalt war enorm, es war nämlich von Akkordeon über Geige bis hin zu Tuba und Kuhglocken alles auf der Bühne zu hören.

Ohne Klassiker geht es einfach nicht

Mit rund 30 Songs und beinahe drei Stunden Performance begeisterten die beiden alten Hasen ihre Fans am gestrigen Abend. Aber wie es auch nicht anders sein könnte, waren die Klassiker wie „Fields of Gold“, „Englishman in New York“, „The Boxer“, „Every breath you take“, „Bridge over troubled water“ und „Cecilia“ die absoluten Favoriten des Publikums. Bei den letzten beiden Songs durfte das Publikum sogar nach vorne zur Bühne stürmen und Sting und Paul Simon aus der Nähe betrachten, was für einige weibliche Fans wohl der Höhepunkt des Abends gewesen zu sein schien.

Foto: (c) Mark Seliger

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