Telepathy im Viper Room
Sound
Stimmung
Bühnenshow
3.9Sterne

Die britische Post-Metal Band Telepathy machte auf ihrer Europatour im Viper Room halt. Als Support waren die Wiener BOG vor Ort. Beide lieferten eine beeindruckende Show, leider blieben die Besucher aus.

Als erste der beiden Bands des Abends eröffnete BOG das Konzert. Die vier Wiener überzeugten dabei vor allem mit sattem und mächtigem Sound. Auch wenn während der Show durchaus Schwächen im Bezug auf das Timing der einzelnen Musiker im Zusammenspiel erkennbar waren, so überraschte die Band durch eine gut gewählte Setlist und eine gute Gesamtleistung auf der Bühne.

BOG (c) Phillipp Annerer / BühnenBild

Sehr passende Erweiterung der Bühnenshow war ein Beamer, der durchgehend Videos auf den Hintergrund bzw. das Schlagzeug projizierte, was den großteils atmosphärischen Songs zugute kam. Sänger und Bassist Pawel Manko sorgte zudem mit seiner Kapuze für die nötige düstere Stimmung. Auch wenn diese Art von Bühnenoutfit sehr schnell nach hinten losgehen kann, wirkte es hier durchaus passend.

BOG (c) BühnenBild

Ursprünglich war BOG ein Soloprojekt, das der gebürtige deutsche Tim Primbs mit in die österreichische Hauptstadt nahm. Nach zwei EPs erweiterte er das Ein-Mann-Projekt um drei heimische Musiker. Vor kurzem erschien ihr erstes Album, dem von dem in der Szene bekannten Amerikaner Will Benoit Mixing und Mastering verpasst wurde.

Telepathy – deftig und aufgeweckt

Etwas verzögert durch Uneinigkeiten beim Soundcheck starteten Telepathy ihre Show. Der stark progressiv angehauchte Sludge-Metal der Briten passte zum leicht verregneten Wetter. Leider sahen das wohl viele Mitglieder der heimischen Metalszene anders und so blieb der Viper Room auch beim Hauptact des Abends weitgehend leer. Schade, denn alleine der fette Sound, der hier nochmal eine Spur deftiger war als bei BOG, überzeugte.

Telepathy (c) BühnenBild

Telepathy schafften es aber dennoch die wenigen erschienen Besucher in ihren Bann zu ziehen. Mächtige Riffs und eine den Umständen entsprechend aufgeweckte Bühnenshow hinterließen einen fast durchwegs positiven Eindruck. Ruhige atmosphärische Parts entluden sich immer wieder in sehr harte und schnelle Passagen, was von den Musikern auf ihren Instrumenten und auch showtechnisch sehr gut umgesetzt wurde. Schön, dass man in Wien immer wieder in den Genuss kommt, internationale “Geheimtipps” zu sehen zu bekommen.

Alles in allem also eine grundsolide Show – von beiden Bands. Schade, dass sich an diesem Dienstagabend nicht mehr Leute im Viper Room eingefunden haben.

Infos zu den Veranstaltungen im Viper Room gibt es unter: www.viper-room.at/veranstaltungen

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