Three Days Grace geben mit „Human“ wieder ein Lebenszeichen. Was die kanadische Band mit neuem Sänger aus diesem Album gemacht haben, könnt ihr hier lesen:

Die Bandgeschichte von Three Days Grace

Die Kanadier von Three Days Grace haben einen bewegten musikalischen Werdegang. Der Grundstein für die heute sehr erfolgreiche Band wurde bereits im Jahre 1992 gelegt. Unter dem Namen „Groundswell“ gründeten die späteren Initiatoren von Three Days Grace ein Bandprojekt, dass mit einem Album aufwarten konnte und bis 1995 bestand.
1997 formierten sich dann Adam Gontier (Lead Guitar, Vocals), Brad Walst (Bass) und Neil Sanderson (Drums, Backing Vocals) unter heutigem Namen zu einer neuen Band. Unter der Leitung von einem Producer aus Toronto, namens Gavin Brown, wurde das über die Jahre gesammelt Material gesichtet und dem ersten selbst betitelten Album stand nichts mehr im Weg. Das Album enthielt den Hit „I Hate Everything About You“ und wurde als der Song gekennzeichnet, der den Durchbruch ermöglichte.

2005 musste der Sänger Adam Gontier in eine Entzugsklinik, da er vom Schmerzmittel Oxycontin abhängig war und schrieb in der Zeit des Entzugs viele Texte, die kurz nach seiner Entlassung in das Album „One-X“ mündeten. Es wurden noch zwei weitere Alben mit den Titeln „Life Starts Now“ (2009) und „Transit of Venus“ (2012) aufgenommen, bevor Gontier im 2013 überraschend die Band verließ um auf eigene Faust im Musik-Geschäft Fuß zu fassen.

Nach Gontiers Austritt aus der Gruppe konnte der Bruder von Brad Walst, Matt Walst, als Ersatzsänger gewonnen werden und wurde 2014 als offizieller Sänger der Band bestätigt. Während dieser Bekanntmachung wurde auch ein neues Album mit dem Titel „Human“ angekündigt. Das Machwerk erschien am 31. März diesen Jahres und ist der Corpus Delicti (also die CD) des heutigen Reviews.

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Das Album Human

Es geht los mit dem hymnenartigen „Human Race“. Der Song ist eher ruhig und langsam mit sich oft wiederholenden Textzeilen, hat aber doch Ohrwurmcharakter. Leider ist er aber durch die vielen gleichen Zeilen mit 4 Minuten doch zu lang und wird so recht langatmig, wenn man ihn von Anfang bis Ende hören will, was aber durch das gute Gitarren-Solo gegen Ende noch wieder gut gemacht wird.
„Painkiller“ war die erste Single Auskopplung des Albums und zieht merklich die Spannungskurve an. Ein einfacher aber durchaus eingängiger Riff begleitet die für Three Days Grace üblichen „nachdenklichen“ Lyrics und kommt fast ohne elektrische Sounds aus.

Wieder ruhiger präsentiert sie „Fallen Angel“. Durch die sehr langsame Akkordfolge entsteht eine dezente Monotonie. Das Lied an sich ist nicht schlecht, jedoch fehlt hier irgendwie das gewisse Etwas.
Ein persönlicher Favorit der Platte ist für mich „Landmine“. Der Haupt-Riff ist hier trotz seiner Einfachheit sehr motivierend. Hinzu kommt ein Chorus der einfach zum Mitsingen einlädt.
Akustisch geht es los mit dem Intro von „Tell Me Why“. Mit der akustischen Idylle ist es aber nach der ersten Strophe schlagartig vorbei, wenn das Lied im Refrain wieder gewohnte Töne anschlägt.

„I Am Machine“ ist meine Lieblingsnummer auf dem Album. Der Text ist Band-typisch melancholisch und wird von einem einprägsamen Chorus untermalt.
Eine Ode an alle Verrückten unter uns ist „So What“. Hier wiederholen sich zwar immer die selben Zeilen, aber zur Thematik des „Verrückt-Seins“ passt es meiner Meinung nach perfekt dazu. Auch instrumental hebt sich der Song etwas von den Anderen ab.
„Car Crash“ zeigt sich zu Beginn von einer stillen Seite und versucht, so zumindest meine Interpretation des Textes, eine missglückte Beziehung bzw. eine (folgenschwere) falsche Entscheidung durch die Metapher eines Unfalls, von dem nicht wegsehen kann, zu vergleichen.
Elektronisch geht es weiter mit „Nothing’s Fair In Love And War“. Wer jetzt eine Techno-Party erwartet liegt jetzt aber falsch, da sich der elektronische Part lediglich als leichter Hintergrund-Sound (und als Intro) zeigt.

„One Too Many“ ist wieder eines der Lieder auf dem Album, die bei mir keine Regung auslösen. Das Lied wirkt im Rückblick der vorigen Lieder sehr generisch und ersetzbar. Als einzelner Song ist er gut, aber im Gesamtpaket sticht er zu wenig heraus.
Das vorletzte Lied namens „The End Is Not The Answer“ kann mit melodischen Background-Gitarren und Bass-Fills aufwarten.
Den Schluss-Strich zieht „The Real You“, dessen Intro und Verse von einem schönen und ruhigen Piano-Spiel begleitet wird. Das hebt den letzten Song merklich vom Rest ab und kann so noch einen guten Abschluss bieten.

Die Tracks des Albums

Human Race 4:09
Painkiller 2:58
Fallen Angel 3:06
Landmine 3:25
Tell Me Why 3:30
I Am Machine 3:21
So What 2:57
Car Crash 2:50
Nothing’s Fair in Love and War 3:44
One Too Many 2:41
The End Is Not the Answer 2:52
The Real You 3:54

Mein Fazit

Als ich neulich mit einer Bekannten über dieses Album sprach, fiel der Satz „Die Band hat ein starkes Muster in ihrer Musik!“…und genau diesen Satz finde ich geradezu sarkastisch passend für dieses Album. Technisch und akustisch ist die ganze Platte ausgezeichnet produziert worden, jedoch fehlt mir hier extrem die Abwechslung. Die Lieder für sich alleine genommen sind gut, aber das Album bewusst in einem Zug zu hören kann anstrengend werden.
Viel zu oft wiederholen sich die selben Zeilen in einzelnen Liedern und im Gesamtwerk lassen sich oft zu ähnliche Riff-Strukturen erkennen.
Positiv hingegen finde ich, dass sich Matt Walst als neuer Sänger gut in den Sound einfügt und so immer noch alles nach Three Days Grace klingt.

Als kleine Hörprobe, gibts zum Schluss noch das Video von „I Am Machine“

Bilder © Three Days Grace

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