Grazer Oper in musikalischer Topleistung!

Tosca  – Giacomo Puccinis famoses Werk, eine der meistgespieltesten Opern der Welt  neben „Carmen“ und „Aida“, ist in aktueller Saison wieder in der Grazer Oper zu sehen. Das dreiaktige Melodramma spielt um 1800 in Rom; eine dramatisch-erotische, tragikomische Liebesgeschichte mit vielen Toten.

Floria Tosca – die schöne, stürmische Sängerin und Diva wird im Laufe der Handlung in eine seltsame Kriminalintrige verwickelt. Sie liebt den lässig, politisch ausgerichteten Künstler Cavaradossi, welcher dem entflohenen Staatsfeind Cesare Angelotti Zuflucht bietet, beide Männer flüchten und werden vom herzlos grausamen Polizeichef Baron Scarpia verfolgt. Das Ganze entwickelt sich, wie bei einem Tatort: Der böse Baron möchte Tosca verführen, Cavaradossi wird gefoltert – alle sterben.

Kaftan leitet souverän

Musikalisch hat „Tosca“ schon immer einiges zu bieten gehabt. Der dem Stück oftmals zugeschriebene, italienische Kitsch hat es tatsächlich geschafft, unter der musikalischen Leitung von Dirk Kaftan unerkannt zu bleiben. Wunderbar aufbrausend, stark, schön und kraftvoll ist die Ausführung. Es ist  Leidenschaft dabei,  Zorn,  Bosheit – aber auch liebliche Momente. Gerade Tosca Darstellerin Andrea Danková ist dabei in ihrer Ausdruckskraft und Stimme sehr zu loben, auch ihr sehr weibliches Erscheinungsbild wird von leuchtend rot schillernden Roben wunderbar zum Ausdruck gebracht. Weitere Sänger sind ebenfalls nicht zu bemängeln.

Leben und sterben lassen?

Allerdings ist die Inszenierung  Alexander Schulins teilweise fraglich geblieben. Während die ersten beiden Akte auf eine recht historisch angehauchte Inszenierung deuten, wandelt sich die Ausführung und verschwimmt zu einem verschwommenen, Traum-ähnlichen Szenenbild mit seltsamen Andeutungen, auch in der Regie. Die Szenenbilder: ein schlicht gestalteter, in warmes Gelb gehauchter Kircheninnenraum, später der Dienstraum des Barons Scarpia, ein schlichtes Rechteck mitten im schwarzen Nichts – alles noch schön und gut; interessant. Gegen Ende jedoch lösen sich die Konturen auf und vermischen beide Szenarien miteinander. Auch okay, allerdings verwirrend, was die Handlung betrifft. Cavaradossi wird direkt zwei Mal erschossen, Tosca springt von einem kleinen Tisch in den Selbstmord – ein kleiner Hüpfer – welcher den tragischen Todessprung von der römischen Engelsburg darstellen soll. Ein Lachen konnte sich schwer verkneifen lassen, trotz rührend-tragischer Einleitung des Finales.

Tosca und Cavaradossi

Insgesamt ist ein Besuch schon empfehlenswert. Wen diese Feinheiten an Szene und Regie nicht stören, kann sich auf einen unterhaltenden Abend freuen, besonders natürlich auf Floria Tosca und eine dramaturgisch sehr untermalende, wunderbare Musik Puccinis. Mit Humor funktioniert’s.

fotocredits: kmetitsch

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