Turbobiertourfinale im restlos ausverkauften Flex
Songwriting
Arrangement
Technik
Bühnenshow
Gesamtkonzept
4.4STERNE

Turbobier beendete am Samstag die „Das Neue Festament“ Deutschland-, Österreich- und Schweiztour im Wiener Flex. Die Drangla-Punks sind wieder daheim und präsentieren sich monumentaler als je zuvor.

Die Frühlingstour zur Promotion des zweiten Studioalbums „Das Neue Festament“ ist abgeschlossen. Turbobier können sich wieder am heimischen Würstelstand in Simmering von den Strapazen der Tour erholen. Doch eines waren sie den heimischen Fans noch schuldig: eine grandiose Drangla-Punkshow im ausverkauften Flex vor über 700 begeisterten Bieristen.

Support: Montreal aus Hamburg

Als Unterstützung haben sich Turbobier für dieses Tourfinale die Deutsch-Punk-Rocker Montreal aus Hamburg mitgenommen. Die Hanseaten haben schon bei den Österreich-Shows in Linz und Amstetten für die richtige Stimmung gesorgt. Nun haben sie die Wartezeit auf den Simmeringer-Drangla-Helden im Wiener Flex verkürzt.

Gegen 21.00 Uhr war es dann soweit, die Nebelmaschinen tauchten die Bühne in ein mystisches Licht und Turbobier erschienen zu den Klängen der Intromusik und dem begeisterten Gejohle der 700 Drangla-Fans auf der Bühne. Die Band stellte die neuen Songs von „Das Neue Festament“ vor, auch die Singleauskopplungen „Verliebt in einen Kiwara“ und „A Mensch is a Mensch“ durften nicht fehlen. Das Publikum glänzte mit durchaus überraschender Textsicherheit bei den neuen Nummern, aber auch die älteren Hits des Debütalbums „Irokesentango“ waren mit im Programm.

Turbobier: souverän im Flex

Die Turbobier-Show lebt hauptsächlich von der Ausstrahlung des Frontmanns Marco Pogo, der sich das ganze Konzert über keine Blöße gibt, aber genauso vom stimmigen Auftreten der Band. Dass Turbobier eine der interessantesten Livebands Österreichs sind, ist wohl ein Titel, den sie nicht erst seit diesem Tourfinale verdienen. Nichts wird dem Zufall überlassen, ohne die punkige Lässigkeit zu verlieren. Die Sozialsatire kommt nicht zu kurz, wenn der Religion des Bierismus gefrönt wird, oder Dr. Marco Pogo als Obmann der Bier Partei Österreichs (BPÖ) auftritt. Hier war die einzige Unschlüssigkeit des Publikums zu bemerken, als Dr. Marco Pogo fragte, was nun das erste Gesetz wäre, dass er als Regierungschef beschließen lassen wolle. Nach einigen wilden Theorien aus dem Publikum erklärte er, dass die wichtigste Forderung der BPÖ sei, die Sperrstunde abzuschaffen. Allgemeiner Jubel brandete auf.

Das Einzige, das laut Marco Pogo leider trotz aller Bemühungen noch immer nicht nach den Wünschen von Turbobier funktioniert hat ist, dass weder Taylor Swift noch Adele angerufen haben, um sich zu beschweren, dass deren Songs in einer textlich veränderten Version auf Turbobierkonzerten zu hören wären. An dieser Front hat sich leider noch kein Erfolg eingestellt.

Fazit

Turbobier ist wieder zuhause und plant schon die nächsten Schandtaten der musikalischen Art. Zu satirischem Witz und unterhaltsamen Ideen ist nun ebenso die musikalische Sicherheit hinzugekommen, auch nach einer anstrengenden Tour beim letzten Konzert die Sache souverän auf den Punkt zu bringen.

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