Gut besucht und laut bespielt. Über ein einmaliges Erlebnis.

Das UniOpening 3.0 ist Geschichte. Ob es eine gute Story war, bleibt den jeweiligen BesucherInnen selbst überlassen. Was definitiv zu sagen ist: Die Grazer Stadthalle war gut besucht, laut bespielt und bis auf wenige Ausnahmen wurde auch der Nichtraucherbereich, der sich über das ganze Indoor-Gelände zog, akzeptiert.

Alles in allem ein gelungener Abend, sowohl für Publikum als auch für den Veranstalter – insofern wichtig zu erwähnen, da es das Event in dieser Form noch nicht gegeben hat. Rund 6000 Gäste labten sich an mehreren Bars, wobei die dortigen Wartezeiten zwischen 5 und 20 Minuten variierten und der Becherpfand mit 2€ auch zum Retournieren dieser bewegte. Dass das Fest trotz einiger Topacts, darunter DJ Flip, Moonbootica und Ostblockschlampen nicht unbedingt für Musikbegeisterte geschaffen wurde, bestätigte die unmotivierte Crowd. Da konnte sich MC Icon so viel Mühe geben wie er wollte, das Publikum wollte einfach nicht reagieren. Mochte natürlich auch daran liegen, dass der Bass so extrem laut war, dass die höheren Frequenzen schlichtweg nicht mehr hörbar waren. Den Herren von Moonbootica war das allerdings auch ziemlich egal. Sie spielten ein gepflegtes Set unterstützt von optischen Effekten wie Feuer etc., haben dafür wahrscheinlich auch satt Kohle bekommen und wurden folglich von den Ostblockschlampen abgelöst. Die sollten die Bude richtig zum Kochen bringen, ob das passiert ist, kann ich leider nicht bezeugen da meine Ohren nämlich trotz Einsatz von angepasstem Gehörschutz die Flucht ergreifen wollten. Außerdem verschoben sich die DJ-Sets von Moonbootica und den Ostblockschlampen jeweils um eine Stunde nach hinten, was nicht nur mich sondern auch viele andere zum zeitigen nach Hause gehen (um 03:30) bewegte.

Was war sonst noch…

Man konnte sich allerdings auch noch anders bespaßen, als sich nur zu betrinken:
Das Foyer bot von „Hau den Lucas“ über die „Captain Morgan Crew“ bis hin zur „Kopf bei Fuss-Bühne“ und einigen Foto-Aktionen auch Essen, Café und eine überschaubare Anzahl von Sitzmöglichkeiten. Daran könnte man allerdings noch arbeiten, denn Sitzen ist oder besser gesagt sollte doch ein Grundbedürfnis jedes Studis sein – im Zweifelsfall wurde allerdings auch der Boden verwendet.

Das Publikum macht die Veranstaltung

Das UniOpening hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Es war laut, schmutzig und betrunken. Die Mädels mit Stilettos waren definitiv selbst schuld diese Kleidungsentscheidung getroffen zu haben. Um hierbei aber mit einem langjährigen Vorurteil aufzuräumen: Hier fanden sich nicht nur StudienanfängerInnen! Die Masse war bunt gemischt, zwischen 18 bis (vereinzelt) 35 und ein gruseliger alter Mann der durch die Hallen schlich. Trotz allen Bemühens seitens des Veranstalters für gute musikalische Unterhaltung zu sorgen, kann man sich das Publikum nicht aussuchen. Ein Grund, warum das UniOpening immer das „berüchtigte“ UniOpening bleiben wird.

Fotocredit: graz.net

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