Close Your Eyes, Polar und Every Man Is An Island waren gemeinsam mit drei Supportbands im Kulturkeller.

Am Sonntag war ich wieder mal in Gleisdorf. Eine Show mit sechs Bands im Line-Up versprach einiges, die Erwartungen wurden erfüllt – positiv wie negativ.

Neuentdeckung: All Your Sorrows

all your sorrows

All Your Sorrows (Sänger Gerald)

Opener war All Your Sorrows aus dem Burgenland. Ich kannte die Band vorher nicht, im Nachhinein wundert es mich irgendwie, dass ich noch nie von ihnen gehört hab. Geben tut’s die Band nämlich schon seit drei Jahren und richtig was drauf haben tun sie auch, die Burschen. Nachdem ich, wie gesagt, vorher nicht wirklich viel wusste, war ich von der Performance durchaus positiv überrascht, der Stil ist sehr Metalcore/Deathcore-lastig, so richtige „In Your Face“ Mukke eben.

Es gab dann noch zwei weitere local support Bands („local“ ist hier ein sehr ausgedehnter Begriff, da nur eine der Bands wirklich aus der Gegend kommt). Zum einen waren Before Us All aus Enns, Oberösterreich mit von der Partie, zum anderen Check Her Pulse aus Gleisdorf. Beide hatten es mit dem Publikum etwas schwer, die Stimmung wollte einfach nicht aufkommen.

Every Man Is An Island war dann die erste der drei tourenden Bands, wie im Preview schon erwähnt, kommen die Jungs aus Brasilien und hatten einen dementsprechend weiten Weg. Das Set war ganz gut, allerdings fehlte mir ein bisschen das „gewisse Extra“.

Es geschehen noch Wunder!

Bei Polar wusste bis zur letzten Minute niemand, ob sie wirklich auftauchen würden. Die Band saß nämlich für fünf lange Tage in Nizza fest, hatte Probleme mit dem Van und konnte deshalb nicht weiterfahren. Zwar wurde ein paar Tage zuvor auf der Facebook-Seite der Band gepostet, dass sie die Tour in Gleisdorf wieder fortsetzen würden, aber ich wollte es nicht glauben, bis der Van dann wirklich dahergerollt kam. Das erste was Sänger Woody sagte, als er reinkam war „I’ll never go to f*ing France again.“. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie mies die Situation war.

„I’ll never go to f*ing France again.“

Die Jungs von Polar hatten also nach fünf Tagen unfreiwilliger Pause sehr viel aufgestaute Energie und  ließen die dann auf der Bühne auch aus. Die Stimmung war Bombe – in den ersten zwei Reihen. Dahinter waren dann ca. 5 Meter frei – trotz Betteln der Band traute sich niemand weiter nach vor. So schlimm gestunken haben sie dann auch nicht… Anyway. Sie spielten fast nur Songs von „Shadowed By Vultures“, dem aktuellen Album, die beim Publikum durchaus gut ankamen.

Nach dem Set von Polar wurde es ziemlich leer im Kulturkeller, viele der Leute waren aus Wien gekommen und hatten eine lange Heimreise vor sich. Dazu kam, dass die Aussicht auf die Arbeit oder Uni am Montagmorgen die Motivation zum Feiern definitiv nicht steigert.

Familiäre Stimmung bei Close Your Eyes

So waren bei Close Your Eyes dann entsprechend wenige Leute im Raum, Sänger Sam Ryder tat dann das einzige, was man in so einer Situation machen kann – er kam von der Bühne runter, zog die Leute nach vorne und so bildete sich ein kleiner Halbkreis rund um ihn, vor der Bühne. Fühlte sich ziemlich familiär an und tat der allgemeinen Stimmung auf jeden Fall gut. Ich mag’s ja, wenn Bands viel Energie haben und bei Close Your Eyes kam die, genauso wie bei Polar, gut rüber. Irgendwie haben sie mir trotzdem ein bisschen leidgetan – sind doch die meisten Leute trotzdem noch mit verschränkten Armen und ausdruckslosen Gesichtern dagestanden. Es gab allerdings einen Typ, der fast alle Texte konnte und voll abgegangen ist, den fand ich ziemlich cool. Zumindest bei bekannten Songs wie „Song For The Broken“ und „Line In The Sand“ kam dann ein bisschen Stimmung auf.

Mittlerweile glaube ich ja, dass das in Gleisdorf normal ist. Das Lustigste an der ganzen Sache ist nämlich, dass die Leute dann trotzdem Zugaben wollen und endlos viel Merch kaufen, also anscheinend muss es ihnen doch gefallen.

Alles in allem hatte ich meinen Spaß auf der Show, die Bands gaben ihr Bestes und immerhin waren ein paar Leute aus dem Publikum bereit, Emotionen zu zeigen.

Fotocredit: Close Your Eyes und Karl Haubenwallner 

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