Viech: Pre-Releaseparty im B72
Songwriting
Arrangement
Technik
Performance
Video
4.1STERNE

Am Montag, dem 15. Februar 2016, luden LasVegas Records und Universal Music Austria zu einer exklusiven Crosslabel-Night, um die Jungs von Viech, deren neues Album Ende der Woche erscheinen wird, vorzustellen. Music-news.at war auch dabei.

Die Nacht senkt sich über Wien und es regnet kontinuierlich einen klammen Februarregen. Wir sind auf dem Weg ins Wiener B72. Wenn Universal Austria und Las Vegas Records für Getränke und Snacks aufkommen wollen, zwingt man sich auch bei dem Wetter auf die Straße. Das Lokal ist schon gut gefüllt als wir eintreffen, es wollen sich scheinbar auch andere Medienvertreter die sympathischen Steirer nicht entgehen lassen.

Die Jungs aus der grünen Mark ziehen nordwärts

Auf der Bühne des B72 ist schon alles aufgebaut, von der Band ist noch nichts zu sehen. Einige Zeit an der Bar vergeht, bis Vertreter von LasVegas Records und Universal Austria die Veranstaltung eröffnen und den Plan für den Abend verkünden: Wir kommen zuerst in den Genuss eines kurzen Live Auftritts der Burschen aus Graz, die inzwischen alle nach Wien gezogen sind. Auch erfahren wir, dass die fünf Mannen nur mehr vier sind, weil Gründungsmitglied Andi die Band verlassen hat. (siehe exklusives You-Tube Video) Danach soll das neue Video vorgeführt werden und schließlich sollen DJs für den Ausklang der Crosslabel-Night sorgen. Soweit so gut. Wir sind gespannt.

In der Ankündigung stand, dass Viech mit allerhand Instrumenten hantieren und der Musikstil brachialer „Elektropop in Lederhosen“ sei. Bei näherer Recherche stellte sich heraus, dass dieses sehr gelungene Schlagwort aus der Zeit, als Viech noch ein Duo waren stammt. Damals war auch die Harmonika noch ein fester Bestandteil des Liveprogramms. Inzwischen stimmt diese Bezeichnung nicht mehr, wenn man die Band in der neuen Formation live sieht. Zitiert wird sie noch immer, da diese drei Wörter die Band von anderen Indie/Alternative Formationen abhebt. Im Mainstream des Alternative/Indie Sektors sind sie scheinbar auch angekommen. Man soll ja nicht alles auf die Kommerzialisierung von Bands durch Major-Labels schieben, aber einen gewissen Einfluss dürfte Universal schon darauf gehabt haben, dass Viech im letzten Jahr von einer spannenden kleinen Combo mit Charme auf eine Bilderbuch Nachfolgeband getrimmt wurde.

Positiv formuliert kann man auch sagen, Viech ist erwachsen geworden. Denn musikalisch haben es die Burschen immer noch drauf. Auch den Charme haben sie nicht verloren. Durch diesen Stilwandel zur Rockband eröffnen sich die Jungs auch die Möglichkeit jenseits von Kleinkunstlokalen auf großen Bühnen spielen zu können. Das haben sie auch verdient. Die Riffs sind druckvoll, der Bandsound ist sehr kompakt. Die Performance ist stimmig, sie sind halt nicht Bilderbuch, da Bilderbuch in der Form von Bilderbuch schon existiert. Sie sind Viech und das ist gut so. Wenn man ein funktionierendes Konzept, das für eine Band passt, gleich einer Band, die vielleicht ähnliche Ansätze hat, überstülpt, verliert eine gute Band das Individuelle, das die Band ausmacht. Gute Musiker mit ausgeborgtem PR-Konzept werden noch immer gute Musiker sein. Die Frage, ob man so neue Fans anziehen kann, bleibt bestehen.

Das Video

Wir haben den Kurzgig von Viech sehr genossen und freuen uns schon auf das neue Video, das die Band ja noch in der Hinterhand hat. Es dürfte um einen Schneemenschen in den österreichischen Alpen gehen. Die Musik dazu geht im Gegensatz zur Live-Performance wieder sehr in die Synthie-Pop-Richtung, das ist nicht so mein Geschmack, aber dadurch kann das Video auch in Discos gespielt werden. Vom Stil her ist das Video auch an bisher bekannte Indie-Videos angelehnt, alles sehr professionell gemacht und ein pelziges Viech stapft durch die Landschaft. Somit ist der Bogen zum Namen der Band auch wieder hergestellt.

Fazit

Es war ein hochprofessionell durchgestylter Abend, die Band ist auch nach der Transformation sehr gut und sehenswert, das Video war unterhaltsam. Wir können alle gespannt auf das nun bald erscheinende Album sein: „Yeah“

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