Auf ihrer Tour durch Deutschland und Österreich verschlägt es Vögel die Erde essen auch erstmals nach Graz.

Diesen Herbst haben Vögel die Erde essen gewaltig auf sich aufmerksam gemacht, als sie ein sehr gelungenes aber gleichermaßen verstörendes Video zu ihrem Song Schneckendasein veröffentlicht haben. Gerechterweise wurde das Video auf Youtube mittlerweile über 14.000 Mal angesehen. Nur zu gut trifft es sich, dass das Berliner Trio sich zurzeit auf den Straßen quer durch den deutschsprachigen Raum befindet. Am Montag verschlug es sie schlussendlich nach Graz, ins SUb.

Chaotisch aber charmant

Wir sind Vögel die Erde essen, viel Spaß.

Um 22:15 ergreifen Vögel die Erde essen die Instrumente in dem Eck, das dem kleinen SUb als Bühne dient. Das SUb passt nämlich gar nicht schlecht zur Musik die VdEe darbieten. Chaotisch aber charmant, düster und faszinierend… Und zumindest die Location ist an diesem Abend äußerst kuschelig – knapp hundert Besucher sorgen für einen bemerkenswert gefüllten Montagabend im SUb, der Band scheint es zu gefallen. Ohne große Worte – nur ein „Wir sind Vögel die Erde essen, viel Spaß.“, sind von Seiten der Band zu vernehmen – legen sie los, schießen gleich zu Anfang Hitchcock, einen ihrer bekanntesten Songs, zu dem bereits im letzten Jahr ein Video erschienen ist, ins Publikum.
Auch zwischen den einzelnen Nummern, die sie ausgesprochen gut performen, werden die drei Musiker auch nicht wirklich redseliger. Man spart sich die Energie für die Songs selbst.

Kurz aber intensiv

In den nächsten vierzig Minuten sollten noch acht weitere Songs folgen, einer energiegeladener als der andere. Darunter finden sich Nummern mit so klingenden Namen wie Gotische Sakralbauten mit seinem äußerst poppigen Gesang oder Schiffe versenken, eine Komposition die ab der Mitte vor Augen führt, wie das Ende der Welt klingen würde, was ja ohnehin zur Bedeutung von Vögel die Erde essen passen würde.
Auch oben angesprochenes Schneckendasein fehlt nicht in der Setlist. Der Song klingt auf der Bühne (im Eck des SUb’s) ähnlich brachial, ruhig, kraftvoll und verstörend wie als Studioversion mit visueller Unterlegung.
Ein bisschen mehr gibt’s dann noch, doch um 23:00 ist das klangvolle Spektakel vorüber, Zugaben werden genauso eingespart, wie ausschweifendes Gerede das ja ohnehin niemand gebraucht hätte. Abgesehen davon hätte ein Zugabenblock keinen Sinn gemacht, man hätte sich durch das dichtgedrängte Publikum quetschen müssen nur um sich dann wieder den Weg zurück zur Bühne erarbeiten zu müssen. Eine Dreiviertelstunde klingt zwar nicht nach sehr viel, doch war es eine sehr intensive Dreiviertelstunde, vollgepackt mit Musik die zu denken gibt, mit Musik die man durchaus hassen kann, doch wenn man das nicht tut wird man sehr viel Freude mit ihr haben.

Punk Noise Rock RnB Soul Black Metal?

Der Versuch Vögel die Erde essen in ein Genre einzuteilen wäre sinnlos, auch drei Genres würden dafür nicht ausreichen. Es wäre schlicht Zeitverschwendung zu versuchen diesem Stil einen Namen zu geben. So viele Einflüsse tauchen in ihren Songs auf. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen verschiedenster Stile, Chaos eben. Aber diese Chaos ergibt durchaus Sinn, und noch viel wichtiger dieses Chaos macht Spaß. Da gibt es diese ruhigeren funkigen Einlagen, gefolgt von geschriener Zerstörung und Enden tut das ganze mit wehmütigen Gitarrenklängen. Was man jedoch mit Bestimmtheit sagen kann: Vögel die Erde essen gehören zu dem musikalisch Interessantestem, das mir im letzten Jahr untergekommen ist. Und auf der Bühne bestätigen sie die Spannung ihrer Studioaufnahmen.

Fotocredits: Vögel die Erde essen

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