What a lovely day
Location
Bands
Stimmung
Wetter
Organisation
4.8Sterne

Bei strahlendem Sonnenschein pilgerten am 8. Juli wieder zahlreiche Musikbegeisterte in die burgenländische Hauptstadt zum Lovely Days Festival 2017.

Nur einen Tag nach der Nova Jazz and Blues Night, standen gleich wieder weitere internationale musikalische Größen, wie Zucchero, Uriah Heep und Canned Heat, auf der Bühne im Eisenstädter Schlosspark.
Auch im einmaligen Ambiente der Forestglade Acoustic Stage im Haydnsaal gastierten vier Bands – unter anderem die 90er Jahre Bands Therapy? und Tito & Tarantula.

Stimmung und Location

Lovely Days 2017 © Emanoel Bruckmueller

Lovely Days 2017 © Emanoel Bruckmueller

Wie auch im Vorjahr, wurde die Open-Air Bühne wieder direkt vor dem Schloss Esterhazy aufgebaut um Jung und Alt zu beschallen.
Vor der Stage war ausreichend Platz um gemütlich zu stehen, das Publikum verhielt sich gemeinschaftlich rücksichtsvoll und genoss die eintägige Zeitreise in vollen Zügen. Auch etwas abseits der Bühne bot das Gelände des Schlossparks viel Platz, um auf der gemütlichen Liegewiese zu relaxen und der Musik zu lauschen. Bereitgestellte Hängematten-Oasen versüßten den Gästen das Festival und luden zum Seele baumeln lassen ein.
Für das leibliche Wohl war ebenso gesorgt: Die kulinarische Versorgung reichte vom Mehlspeisparadies bis hin zu Veggie Burgern und Strudelvariationen. Bei den teilweise sehr langen Wartezeiten vor den Foodtrucks, musste sich so manch hungriger Festival-Gast doch in Geduld üben.

Lovely Days 2017 © Emanoel Bruckmueller

Lovely Days 2017 © Emanoel Bruckmueller

Das Festival-Gelände blieb den ganzen Tag über sauber und ordentlich, es gab viele Möglichkeiten, Müll zu entsorgen. Außerdem gab es regelmäßige Durchsagen zur Wetterlage – der Regen blieb glücklicherweise aus.
Der zeitliche Ablauf verlief nach Plan – leider überschnitten sich die Acts der Open-Air Stage mit den Acts der Forestglade Stage, doch mit etwas Planung, konnte man alle Bands – wenn auch nicht in voller Länge – sehen.
Die Acoustic Stage im Haydnsaal bot ein einmaliges Ambiente – auch wenn die Luft zum Teil sehr stickig war, machte die Kulisse vieles wett.
Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Mauern des Schlosses in bunte Lichter gehüllt – ein stimmungsvoller Anblick.

Lovely Days 2017 © Emanoel Bruckmueller

Lovely Days 2017 © Emanoel Bruckmueller

Acts

Insgesamt beehrten elf internationale und nationale Acts an diesem Wochenende das Lovely Days.
Den Anfang machte Singer-Songwriter Edgar Broughton. Bereits um die Mittagszeit konnte er ein überschaubares Publikum vor die Bühne locken und spickte sein Set mit sympathischen Ansagen und kritischen Texten. Dabei gestand er seine Vorliebe für Dubstep, lobte die Neuentwicklung der Musik und lud ein, das Hier und Jetzt zu genießen, indem er daran erinnerte: „The good old days are now“.
Kurz darauf folgten die aus Brighton stammenden Levellers mit ihrem Mix aus Punkrock und Celtic Folk. Ihre gesellschaftskritischen Themen gehüllt in motivierende Rhythmen und Melodien, ließen Besucherinnen und Besucher bald das Tanzbein schwingen.

Edgar Broughton | The Levellers © Emanoel Bruckmueller

Edgar Broughton | The Levellers © Emanoel Bruckmueller

Bei Canned Heat wurden anschließend fleißig Woodstock Vibes versprüht. Gleich bei der Eröffnung mit ihrem Klassiker „On the road again“ strömten ihre Fans zu der Bühne. Natürlich durfte auch ihr Hit „Going up the Country“ nicht fehlen. Eine Stunde lang boten die Summer of Love Veteranen Blues-Rock vom Feinsten.
Auch Country-Legende Kris Kristofferson begeisterte das Publikum mit seiner einstündigen Performance. Trotz des warmen Wetters, gelang es dem 81-Jährigen mit Welthits wie „Me and Bobby McGee“ beim Publikum Gänsehaut hervorzurufen. Nach dem Konzert stand er seinen Fans noch für Fotos und Autogramme zur Verfügung.
Dann war es so weit: Als gelungene Kopie einer der bekanntesten Psychedelic-Rock-Bands aller Zeiten, bewiesen sich The Doors Alive aus London. Der Frontman – Jim Morrison stimmlich als auch optisch zum Verwechseln ähnlich – und auch die restliche Band überzeugten auf ganzer Linie und hoben die Stimmung noch mal auf ein neues Level. Eine Cover-Band auf einem Festival? – Warum denn nicht?

Canned Heat | Kris Kristofferson | The Doors Alive © Emanoel Bruckmueller

Ob es jemals eine Coverband schaffen wird, ein ebenbürtiges Uriah Heep Tribute zu bringen, ist fragwürdig, denn das Niveau ist hoch. Als aktivster Act auf dem Lovely Days zählen die Hard Rock Urgesteine nach Jahren immer noch zu einem top Tipp in Sachen Live Performance. Sänger Bernie Shaw gelingt es immer wieder, das Publikum zum Mitsingen zu animieren und kreiert dabei einen nicht enden wollenden Chor zu Lady in Black.

Uriah Heep © Emanoel Bruckmueller

Uriah Heep © Emanoel Bruckmueller

Auch Zucchero zog als Main-Act des Lovely Days 2017 das Publikum in seinen Bann. Zusammen mit einem Dutzend an Mitmusikern und Mitmusikerinnen lieferte er einen krönenden Abschluss mit einer Performance mit Klassikern wie „Baila Morena“, aber ebenso mit Songs seines aktuellen Albums „Black Cat“.

Zucchero © Emanoel Bruckmueller

Zucchero © Emanoel Bruckmueller

Forestglade Stage

In diesem Jahr gab es am Lovely Days Festival zum ersten Mal die Forestglade Acoustic Stage im Haydnsaal. In eleganter Atmosphähre spielten parallel zur Open-Air Satge vier Bands.
Therapy? starteten als Opener auf der Forestglade Stage und präsentierten ihr Unplugged Set im Rahmen ihrer Wood and Wire Tour.
Anschließend standen zwei heimische Acts vom alten Eisen am Programm. Totgeglaubt konnten – als düsterer 80er New Wave Ausreißer – ihre Fans begeistern. Auch die aus dem Burgenland stammenden „Krowodnrocker“ von Bruji hatten ihre treue Fanbase mit am Start.
Der Haydnsaal war trotz des großen Andrangs nie wirklich überfüllt, auch wenn es bei Tito & Tarantula schon mal eng werden konnte. In seinem Programm „Songs & Stories“ teilte Tito Anekdoten über seine gemeinsame Vergangenheit mit dem Serienmörder Richard Ramirez und plauderte über die Zusammenarbeit mit den Filmemachern Robert Rodriguez und Quentin Tarantino. Spätestens als abschließend der Tito und Tarantula Klassiker „After Dark“ angestimmt wurde, war das Publikum nicht mehr zu halten. Ein paar Auserwählte wurden sogar zum Tanz auf die Bühne gebeten.

Tito & Tarantula © Emanoel Bruckmueller

Tito & Tarantula © Emanoel Bruckmueller

Fazit

Das Lovely Days 2017 war absolut gelungen. Die gesittete Location passte sehr gut zu dem Line-Up als auch zum Publikum. Die Nutzung des Haydnsaals hat das Festival zweifellos aufgewertet und es zu etwas ganz Besonderem gemacht. Man darf gespannt sein, mit welchen Klassikern das Lovely Days im kommenden Jahr aufwarten wird.

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