Frankfurt hat wieder zur alljährlichem Musikmesse eingeladen und Music News war exklusiv dabei!

Frankfurts Flughafen gilt nicht umsonst als Tor zur Welt, denn in dieser Stadt treffen täglich die unterschiedlichsten Leute aufeinander – dank der günstigen Lage mitten in Europa. Diese ist wahrscheinlich auch einer der Hauptgründe, warum die dortige Musikmesse international die größte Fachmesseveranstaltung ist, wenn es ums Musizieren geht. Vom 15. bis 18. April war wieder Gelegenheit, sich über neuste Instrumente zu informieren, Notenmaterialen abzustauben oder Liveveranstaltungen miterleben zu dürfen.

Klassisch kann jeder – heute ist ausgefallen in!

Gitarren

Ausgestellte Gitarren

Die Messe war in drei große Hallen aufgeteilt, die bequem per Shuttlebus erreicht werden konnten. Bereits in der ersten Halle (Halle 3) wusste auch ein Blinder, der zufällig über das Messegelände gestolpert ist, dass es hier um Musik geht: Hersteller von Geigen, Schlagzeug oder Trompeten stellten ihre neusten Instrumente dar und jeder Freiwillige durfte diese ausprobieren. Demensprechend hoch war der Lautstärkepegel in der Halle. Dennoch bestand die Geräuschkulisse nicht nur aus einem großen Wirrwarr von Tönen, sondern variierte tatsächlich von Stand zu Stand. Trafen hier noch drei unbekannte Saxophonisten aufeinander und starteten eine amüsante Jamsession, unterhielt bereits zwei Stände weiter ein Männerduo mit Gitarre das Publikum mit ihren Interpretationen berühmter Popsongs. Dieses Spiel zog sich durch die ganze Halle und verwandelte diese damit in eine große Livebühne für verschiedenste Amateurkünstler, denen man gerne zuhörte! Nicht umsonst wurde die Halle auch als „Acoustic Hall“ bezeichnet.

Wer lieber Tasteninstrumente sehen wollte, der musste diese Halle verlassen und sich auf den Weg zu Halle 5 begeben. Hier wurden neben Keyboards und Kirchenorgeln auch große und extravagante Flügel dargeboten. Für Freunde von Electro und synthetisch erzeugten Tönen gab es hier außerdem neuste Midi-Produkte und allerhand Software sowie Hardware zu bestaunen und auszuprobieren.
Bei den vorgestellten Instrumenten selbst waren besonders die Exoten sehr beeindruckend. So gab es Plastikgeigen neben einem durchsichtigen Glasflügel zu bestaunen. Aber auch Kontrabässe oder Gitarren, die scheinbar nur noch aus Saiten bestehen, waren einen Blick wert.
Wer meint, der Instrumentenbau ist dem europäischen Raum zuzuordnen, schließlich sind hier Bach, Mozart, Beethoven oder Händel zu finden, der wurde auf der Musikmesse eines Besseren belehrt. Ein Großteil des Handwerks ist inzwischen im asiatischen Raum beheimatet, was nicht verwundert, wenn man sich klarmacht, dass viele Profimusiker heute aus diesem Raum stammen.

Neil_Preston

Neil Preston

Etwas Ruhe gefällig?

Wer seine Ohren wieder etwas schonen wollte und auf der Suche nach neuer Literatur oder Noten war, der wurde gleich im Stockwerk darüber fündig (Halle 3.1). Dort trafen sich verschiedenste Musik- und Notenverlage, um erschienene Editionen und Bücher zu präsentieren.
Eine Halle weiter (4.1) wurde der Messebesucher mit einer Ausstellung des berühmten Fotografen Neil Preston erwartet, die den Titel „The Eye oft he Rock’n’Roll Hurricane“ trug. Bei Interesse wurde man mittels eines Audioguides über die verschiedenen eindrucksvollen Fotos informiert.
War man nach diesem ruhigen Galleriespaziergang immer noch nicht entspannt, so konnte man ein Massageangebot in Anspruch nehmen. Ausgebildete Masseure boten auf Stühlen vor und in den Hallen verschiedene Massagen für die Messebesucher an, um deren Wohlbefinden zu steigern.

Live-Auftritte sorgten für Unterhaltung

Neben Amatuerkünstlern, die gerne vor Publikum neue Instrumente ausprobierten, gab es auch ein festes Eventprogramm auf der Musikmesse, das die Besucher unterhalten sollte. Verschiedene Bands und Künstler traten auf Bühnen auf und machten meist (in-)direkt Werbung für die ausgestellten Produkte bzw. Hersteller. Während es auf der Acoustic Stage eher ruhiger zuging und man sich eine kleine Auszeit vom Messetrubel gönnen konnte, ging es auf der Agora-Stage lebhafter zu. Im Festzelt spielten im halbstündigen Wechsel verschiedene Künstler wie „The Terrana Band“, „Jeff Berlin“ oder die Band „River Becomes Ocean“.

The_Terrana_Band

The Terrana Band

Lohnt sich ein Besuch?

Die Frage, ob sich ein Besuch der Musikmesse lohnt oder nicht, hängt von dem Umstand ab, wieso Du die Messe besuchen willst. Wenn Du die Gelegenheit nutzen willst, um tolle Give-Aways wie kostenlose CD-Exemplare, viele Bücher oder gar Instrumente abstauben zu können, dann wirst Du mit einem Besuch auf der Musikmesse enttäuscht werden. Mehr als Flyer, Tragetaschen und ein paar Süßigkeiten wurden den Besuchern meist nicht angeboten. Möchtest Du Dich allerdings über die neusten Trends in der Instrumentenherstellung, Musiksoftware und Neuerscheinungen im Printbereich schlau machen, dann bist Du bestens bedient! Die Stände informieren Besucher auch sehr schnell und haben breites Fachwissen zu bieten, falls Du Fragen hast oder ein wenig diskutieren möchtest. Die 30 Euro Eintritt pro Person (20 Euro über die Webseite) wirken auf den ersten Blick recht hoch, öffnen aber jede Menge Türen: Nicht nur das Besuchen von mehreren Livekonzerten ist darin enthalten, sondern auch der Eintritt für die faszinierende Fotoausstellung sowie die Teilnahme an verschiedenen Vorträgen und Workshops.
Nächstes Jahr wird die Musikmesse sogar an allen Tagen für Besucher geöffnet sein und die ersten Tage nicht nur für Fachbesucher ihre Türen öffnen, wie es bisher der Fall war!

Credits:
Foto Messegeschehen, Neil Preston by Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Pietro Sutera
Foto Gitarren, The Terrana Band by Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jochen Günther

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