Marilyn Manson suchte den Gasometer heim
Stimmung
Songauswahl
Performance
Sound
4.5STERNE

Am Freitag den 13. war Marilyn Manson letzte Woche im ausverkauften Gasometer in Wien. Es war laut, es war düster und es hat gerockt.

Support von New Years Day

Die Vorband vom großen Meister waren New Years Day, die eine coole Show hinlegten und auch sehr bemüht waren, für Stimmung zu sorgen, die Begeisterung wollte zum Publikum aber nicht ganz so überschwappen. Sie spielten ein sehr kurzes Set, um die Wartenden nicht noch länger auf die Folter zu spannen. Dennoch, es gab durchaus auch Fans dieser Gruppierung zu sehen, vor allem in den ersten Reihen. Mir persönlich gefällt die Musik einfach nicht so gut, die Performance war jedoch anständig. Mit Frontfrau Ash Costello haben sie auf jeden Fall eine Dame, die optisch auffällt, aber auch gesanglich und Performance-technisch überzeugen kann, denn sie bringt auf jeden Fall Power mit.

Ash Costello, (c) Björn Franck

Ash Costello, Credit Björn Franck

Mozarts Requiem erschallt – Manson erscheint

Als Intro wurde der Song „Satan is real“ von der Country/Gospel Band The Louvin Brothers, und im Anschluss ein Hip Hop Song „The Devil is a Lie“, gewählt. Von letzeterem war ich anfangs überrascht, weil Hip Hop!? Aber lernt man die Hintergründe kennen, macht das mehr Sinn. Dann wurde es dunkel und nur einzelne Lichtstrahlen, mit Mozarts Requiem untermalt, waren zu sehen, in denen hin und wieder Marilyn Manson himself, mit dem Rücken zum Publikum gedreht, zu sehen war. Das war ein cooler Show-Effekt und sorgte für Spannung, auch bei mir. Jetzt wurde es enger im Publikum und Einzelne drängten sich nervös durch die vorderen Reihen, als es mit dem Song „Deep Six“ vom neuen Album „The Pale Emperor“ losging.

Marilyn Manson, (c) Björn Franck

Marilyn Manson, Credit: Björn Franck

An diesem Freitag den 13. herrschte gute Stimmung, nicht nur im Publikum, sondern auch bei Marilyn Manson selbst. Er geht auch von der Bühne um mit den Fans der ersten Reihen in Kontakt zu treten, er kniet sich auf der Bühne nieder und vollführt seine etwas schlacksigen Bewegungen. Seine Performance wirkt immer authentisch, er ist nun mal ein echter Rockstar. „mOBSCENE“, „Sweet Dreams“, und „The Beautiful People“ sind alte Klassiker, die so gut wie immer im Programm auftauchen, aber hier geht das Publikum nun mal am meisten ab. Zwischendurch wurden mal ruhigere Töne angespielt, wo die Stimmung für kurze Zeit fast schon intim war, obwohl des ausverkauften Gasometers, insgesamt war es aber natürlich alles andere als beschaulich. Bei „The Dope Show“ lässt Manson weißes Pulver auf die Bühne und das Publikum regnen. Auch das bekannte überdimensionale „Rednerpult“ kam zum Einsatz, das auch heute noch einen provokanten Effekt ausübt. Die Show dauerte 70 Minuten, war somit etwas kurz, aber sehr gelungen, vor allem bei der ersten Hälfte der Show war die Spannung im Saal ungebrochen.

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