Ant Antic – 4Pole
Song
Video-Idee
Video-Umsetzung
3.9Sterne

Ant Antic präsentieren nach „Juggernauten“ mit „4Pole“ die zweite Videosingle ihres Debütalbums „Wealth“.

Wer einen musikalischen Erfolgslauf live miterleben möchte, der sollte dieser Tage seine Ohren und Augen auf das Electronic-Duo Ant Antic werfen.
Marco Kleebauer, 50 Prozent von Leyya, und Tobias Koett kommen zwar beide aus Oberösterreich, lernten sich dennoch erst kennen, als der eine in Wien und der andere bereits in Berlin wohnte. Damals suchte Kleebauer einen Gastsänger für sein Soloprojekt Karma Art. Über einen gemeinsamen Freund kam der Musiker und Producer zu Sänger und Multiinstrumentalist Koett.
Aus einem geplanten gemeinsamen Song wurde mehr: Ant Antic. Schon 2015 veröffentlichten sie ihre Debüt-EP „Blood Sugar“. Zwei Jahre später halten wir endlich das Debütalbum „Wealth“ in Händen und starren gebannt auf den Bildschirm vor uns, auf dem das Musikvideo zur zweiten Singleauskoppelung „4Pole“ läuft.

„Lucky phlegmatic me
I don’t care if
you fuck off or fuck me.“

Schon beim Video zu „Juggernauten” setzte das Duo auf urbane Beton-Atmosphäre. Im Video zu „4Pole“ finden wir uns in der Tristesse eines Parkhauses wieder. Gedreht wurde in Berlin, neben den beiden Musikern selbst agieren in dem Video ausschließlich Jung- und Laienschauspieler – durchaus ansprechend.

Inhaltlich widmet sich das Stück dem erdrückenden Alleinsein nach dem Scheitern einer Beziehung. Ein Gefühl, das fast jedem bekannt ist. Für viele ist dieses Gefühl der Leere, dieser Zustand zwischen Verzweiflung, Aggression und manchmal einer seltsamen Erleichterung, gerade jetzt ein täglicher Begleiter; viele haben es in der Vergangenheit gespürt, andere werden es (leider) in ihrer Zukunft erleben.

Natürlich sind Parallelen zu Leyya nicht von der Hand zu weisen, schaffen Ant Antic doch, genauso wie Kleebauer gemeinsam mit Sophia Lindinger bei Leyya, den Spagat zwischen elektronischer Musik und Indie. Hinzu kommt Koetts eindringliche Stimme. Das Ergebnis ist eine moderne, zeitgemäße Musik mit einem historischen Gewissen.
Mehr als das Video – das zwar eine sehr stimmungsvolle und gut produzierte Untermalung bietet, allerdings nicht auf Dauer im Gedächtnis verhaftet – überzeugt im Falle von „4Pole“ vor allem der Song an sich, allen voran Koetts großartiger Gesang im Refrain. Hätten die elektronischen Ausflüge von Muse so geklungen, dann wären sie vielleicht nicht der Tiefpunkt ihrer Karriere gewesen.

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