Autonomics - akkustisch verzerrte Zweideutigkeit
Song
Video-Idee
Umsetzung
Ohrwurm-Faktor
2.8Sterne

Zweideutig, verzerrt und vor allem uninspiriert: Autonomics veröffentlichen ihre neue Single samt Musikvideo.

Zwei Polizisten werden auf eine Hausparty gerufen und entschließen sich kurzerhand, mitzufeiern – wer nun das Gefühl hat, dieses Musikvideo bereits gesehen zu haben, liegt nicht ganz falsch: Im Videoclip zu ihrer neuen Single „Superfuzz“ arbeitet das College Rock-Trio Autonomics aus der US-amerikanischen Hipster-Metropole Portland fast alle Musikvideo-Klischees ab, die das Genre zu bieten hat.

Das Video beginnt mit der Ankunft zweier Pilotenbrillen-tragender Polizisten auf einer Hausparty. Dort bewegen sich überschwängliche Ende-Zwanziger mit Tanzmoves, die bestenfalls als „kreativ“ bezeichnet werden können, zur Musik einer Liveband. Bei letzterer handelt es sich – natürlich – um Autonomics höchstpersönlich.
Anfänglich eher skeptisch und reserviert, überwinden die beiden uniformierten Partycrasher ihre Scheu, nachdem sie zwei pöbelnde Partygäste des Tatorts verwiesen haben – und daraufhin von den übrigen Anwesenden wie Helden gefeiert werden. Mit roten Plastikbechern bewaffnet stürzen sie sich ins Partytreiben und landen zum krönenden Abschluss bei der Band auf der von Lichterketten erleuchteten Bühne.

Mit einer sonderlich ausgeklügelten, tiefgründigen oder originellen Handlung kann das Musikvideo zu „Superfuzz“ also nicht punkten. Doch zumindest die Umsetzung ist solide: Der Schauplatz des Videoclips ist mit vielen Details in Szene gesetzt; allein schon die beinahe überwältigende Menge an Lichterketten und roten Plastikbechern, mit denen die Kulisse ausgestattet ist, verlangen dem Zuschauer einen gewissen Respekt ab. Auch die Kameraführung und der Schnitt sind technisch durchaus passabel – wenn auch nicht sonderlich originell.

Akkustisch verzerrte Zweideutigkeit

Auch „Superfuzz“ selbst ist alles andere als innovativ: Oberflächlich erzählt Sänger und Gitarrist Dan Pantenburg in dem Song von seiner Bekanntschaft mit einem anderen Musiker, der ein sogenanntes Super Fuzz-Effektpanel besitzt. Begeistert von dem rauschend-verzerrten Gitarrensound, den das Panel erzeugt, schlägt Pantenburg eine Zusammenarbeit vor. Unterschwellig erwecken die Lyrics jedoch den Eindruck, dass diese Zusammenarbeit nicht zwangsläufig musikalischer, sondern doch eher persönlicher Natur sein könnte.
Konzentriert man sich nur auf die Melodie, bleibt von Autonomics‘ neuer Single nicht viel übrig: Ein eingängiges Gitarrenriff und ein simpler Beat samt Bassline bilden das Gerüst für diesen Zweieinhalb-Minüter. Zugegebenermaßen ist das Genre, dessen sich Autonomics hier bedienen, nicht gerade bekannt für Einfallsreichtum und einen hohen künstlerischen Anspruch, dennoch sticht die Durchschnittlichkeit des Tracks geradezu ins Auge. Einzig der im Vergleich zu anderen Songs dieser Art ausgeprägte verzerrte Sound, der den gesamten Song kennzeichnet, hebt „Superfuzz“ von der Masse ab.

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