Bert and verN – Ausgelassenheit statt Ideenreichtum
Song
Video-Idee
Umsetzung
Feeling
3.1Sterne

Reggae made in Graz: Das Roots-Duo Bert and verN hat ein Musikvideo zu seinem Song „Jingle Jangle“ veröffentlicht.

Hinter dem Namen Bert and verN verbergen sich die beiden Grazer Bert Katzianer und Werner Posekany. Beide sind keine Neulinge im Musikgeschäft: Katzianer ist seit 1997 Sänger und Gitarrist der Rock’n’Roll-Band Beggars Street Inn; Posekany feiert seit 1993 mit dem Experimental-Trio The Uptown Monotones Erfolge. Beide kennen sich seit Jahren – und das so gut, dass Posekany sogar zu Katzianers Hochzeit auf der Karibikinsel Jamaika eingeladen war. Dort entstand die Idee, ein Reggae-Duo zu gründen, und dort wurden auch spontan zwei Songs eingespielt.

Unterstützung erhielten die beiden Grazer dabei von Ikonen der Roots- und Reggae-Szene: Am ersten der beiden Tracks haben die zweifachen Grammy-Gewinner Sly & Robby mitgewirkt. Der zweite Song trägt den Titel „Jingle Jangle“ und entstand unter Mitarbeit des Reggae-Urgesteins Eek-A-Mouse, der unter anderem 1988 mit seinem Song „The Freak“ einen Hit landete. Er tritt auch in dem Musikvideo auf, das Bert and verN für ihren Song veröffentlicht haben.

Ausgelassenheit statt Ideenreichtum

Aufnahmen vom Straßenleben Jamaikas, die unterbrochen werden von Szenen, in denen ein Musiker seinen Song in der Öffentlichkeit performt – das sind beliebte Motive in Reggae-Musikvideos. Der Clip zu „Jingle Jangle“ ist insofern nichts Besonderes, denn er zeigt im Grunde genommen genau das: Mal sieht man Katzianer und Posekany dabei zu, wie sie ihren Song auf einem Hausdach zum Besten geben, mal werden Einheimische beim gemeinsamen Singen und Tanzen gezeigt. Unterbrochen wird das Ganze von Filmsequenzen, in denen Reggae-Urgestein Eek-A-Mouse in ein Mikrofon brummt.

Das aktuelle Musikvideo des Duos überschlägt sich in Sachen Kreativität also nicht. Das ist aber auch kein Wunder, schließlich entstand der Clip genauso spontan wie der Song „Jingle Jangle“ selbst: innerhalb weniger Tage und mit Unterstützung des Hochzeitsfilmers Tobi Frick, der für das Musikvideo einfach „zweckentfremdet“ wurde. Dem Spaßfaktor des Videos tut dieser Hang zur Improvisation aber keinen Abbruch. Katzianer und Posekany haben sichtlich Freude daran, vor der Kamera herumzuzappeln, und ihre Ausgelassenheit überträgt sich auch auf den Zuschauer. So ist die Mittelmäßigkeit der Videoidee schnell vergessen.

Bert und Vern bleiben ihren Wurzeln treu

Katzianer und Posekany bezeichnen ihre eigene Musik als Roots-Rock-Reggae – und man hört, warum: Im Vergleich zu anderen Vertretern des Roots-Reggae klingt „Jingle Jangle“ etwas rau, ja beinahe schon rockig. Die Steirer bleiben ihren musikalischen Wurzeln also treu. Inhaltlich geht es in dem Song übrigens um Unterdrückung und Widerstand. Diese Themen sind typisch für Roots-Reggae, obwohl man das dieser entspannt und optimistisch klingenden Musikrichtung oft nicht sofort anhört.

Mit „Jingle Jangle“ haben Bert Katzianer und Werner Posekany einen Song produziert, der sich gut auf jeder Sommer-Playlist macht. Das Musikvideo ist zwar recht einfallslos, vermittelt aber zumindest einen guten Eindruck davon, wie viel Spaß das Duo beim Dreh hatte.

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