Black Palms Orchestra - Weltuntergang durch Liebeskummer
Konzept
Videoqualität
Song
Authentizität
2.9Sterne

Zur Singleauskopplung „Last Summer Forever“ aus Black Palms Orchestras im Juni erschienenem Album „Sad Moon Rising“ gibt es nun auch ein Video – Herzschmerz im Vintage-Look.

Nach ihrer Debüt-EP im Mai diesen Jahres mit dem Titel „Home“ – haben Black Palms Orchestra im Juni auch gleich ihr erstes Album „Sad Moon Rising“ – ja, man darf sich an „Bad Moon Rising“ erinnert fühlen – herausgebracht. Die CCR-Anlehnung beginnt und endet allerdings auch schon mit dem Titel, gehen die schwarzen Palmen genretechnisch doch in Richtung Country Noir und Doom Pop. Um es vorweg zu nehmen – unter dem Black Palms Orchestra kann man sich keine herkömmliche Band vorstellen, es handelt sich hier um ein Projekt des Musikers Christian Fuchs, der mit Künstlern aus anderen Genres zusammenarbeitet. Zur Nummer „Last Summer forever“ aus „Sad Moon Rising“ gibt es jetzt auch ein Musikvideo, das in Zusammenarbeit mit „All Most Famous“ entstanden ist. Dieses kreative Kollektiv hat übrigens auch schon mit Bands wie den Beth Edges oder den Steaming Satellites zusammen gearbeitet.

Zu viel ist zu viel

Die Handlung in „Last Summer Forever“ ist schnell erklärt: da sind ein Mann und eine Frau bei ihrem Haus am Strand und man darf sie beim Trennungsschmerz-durchleben beobachten.
Zwar soll das Video Zerrissenheit und Sehnsucht suggerieren, doch kauft man den Schauspielern beides nicht ab und das Dargebotene rutscht in komplett übertrieben Kitsch ab. In diesem wird das Video auch förmlich ersäuft. So starren sich die beiden Darsteller mit ernsten Gesichtern an und streichen sich in einer Geste, die vermutlich liebe- und sehnsuchtsvoll wirken soll, gegenseitig über das Gesicht, was jedoch eher nach dem Gegenteil aussieht und recht lieblos und mechanisch wirkt. Die beiden Highlights des Videos sind, als beide jeweils in unterschiedlichen Szenen nicht gerade wenig Schaum sabbern, was endgültig nicht mehr ästhetisch, sondern eher lächerlich wirkt. Einerseits merkt man, der Regisseur hatte viele nette Ideen – wie die Schrift „Strangers“ und „Enemies“ über dem ehemaligen Liebespaar, oder das gemalte Bild des Meeres vor dem tatsächlichem Meer. Nur waren der netten Ideen eben viel zu viele und alles macht einen sehr ungeordneten, chaotischen und – nochmal – eben äußerst kitschigen Eindruck. Auch erinnert das Gesamtwerk schon alleine wegen des Titels und dem dauernd offenen Mund der Darstellerin dann doch sehr an Lana Del Rey’s „Summertime Sadness“, oder zumindest an eine Persiflage desselbigen. Kurz: Das Video ist zu sehr im Stil von Herz-Schmerz-Teenie-Verknalltheit gehalten.

Das Video an sich, wenn man von seinem Inhalt absieht, ist professionell aufgezogen. Die Bildqualität ist gut und man hat bei der technischen Umsetzung nicht geschlampt. Auch der Song ist im Grunde genommen ja nicht schlecht, doch wird er von dem visuellen Material komplett in den Hintergrund gedrängt.

Wem der Track rein akustisch doch gefällt, der hat auch die Möglichkeit das Orchester der schwarzen Palmen live zu sehen und zu hören und zwar bei ihrer CD-Release-Show im brut in Wien am 1. Oktober.

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