Destroyed But Not Defeated erleben ihr persönliches Waterloo
Song
Video-Idee
Umsetzung
Unterhaltungsgrad
3.8Sterne

„Sein persönliches Waterloo erleben“ – in ihrem neuen Musikvideo nehmen die Indie-Rocker von Destroyed But Not Defeated diese Redewendung wörtlich.

Wer im Geschichtsunterricht fleißig aufgepasst hat, erinnert sich möglicherweise an die Schlacht bei Waterloo: Dieses letzte Gefecht der französischen Truppen unter Napoleon Bonaparte gegen die alliierten Truppen im Jahr 1815 endete mit dem Sieg der Alliierten. Die Redewendung „sein Waterloo erleben“ als Synonym für eine vernichtende Niederlage hat in dieser Schacht seinen Ursprung.

„Ihr Waterloo“ erleben auch die Wiener Indie-Rocker von Destroyed But Not Defeated. In „My Waterloo“, der aktuellen Single des Trios, geht es um eine gescheiterte Beziehung – und um die Erkenntnis, dass von Anfang an hätte klar sein müssen, dass sie kein gutes Ende nehmen würde.

Kapitulation angesichts völliger Absurdität

Der Vergleich einer solchen aussichtslosen Beziehung mit der historischen Schlacht bildet die Grundlage für das Musikvideo zu „My Waterloo“: In napoleonische Felduniformen gekleidet marschieren Sänger Lelo Brossmann, Bassist Markus Reiter und Drummer Clemens Franke durch die Einöde. Dabei überqueren sie eine Wiese, stürmen einen Abhang und erobern ein Maisfeld. Unterbrochen wird dieser Feldzug von Sequenzen, in denen Brossmann todernst in die Kamera starrt, während er von zwei körperlosen Händen im Takt der Musik geohrfeigt wird.

Während die ersten zwei Drittel des Videos noch von gespielter Ernsthaftigkeit geprägt sind, bricht im letzten Drittel Chaos aus: Die geordnete Marschformation löst sich mehr und mehr auf, die adretten Uniformen werden durchnässt und Befehlshaber Brossmans treues Pony beschließt, seinen Reiter nicht länger auf dem Rücken herumzutragen und wirft ihn prompt ab.
Auch abseits des Schlachtfelds eskaliert die Situation zusehends: Die Hände, die ursprünglich nur Sänger Brossmann im Visier hatten, greifen nun die gesamte Band an. Bewaffnet sind sie dabei mit Stofftieren, Boxhandschuhen und Fahnenmasten.
Die Absurdität dessen, was sich da vor der Kamera abspielt, bleibt auch dem Trio nicht verborgen. Doch statt die gespielte Ernsthaftigkeit aufrechtzuerhalten, kapitulieren Brossmann, Reiter und Franke bereitwillig vor dem dargeboteten Irrsinn. Man sieht der Band an, wie viel Spaß der Dreh des Musikvideos gemacht haben muss.

Ein charmantes Video für einen deprimierenden Song

„My Waterloo“ ist ein klassischer Indie-Rock-Song, dessen Texte über Entfremdung und Trennung in starkem Gegesatz zu der sparsam instumentierten, dezent-treibenden Melodie stehen. Mit dem dazugehörigen Musikvideo beweisen Destroyed But Not Defeated nicht zum ersten Mal – man denke an das selbstironische Musikvideo zum Song„Lost in Translation“ vom Debütalbum der Band –, dass sie sich selbst nicht allzu ernst nehmen. Der Clip ist charmant und witzig und bildet so einen interessanten Kontrast zur melancholischen Thematik des Songs.

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