Die beiden Seelen von Daze Affect
Konzept
Kamera
Schnitt
Song
3.6Sterne

Die Gegend um den Mondsee ist den meisten wohl als beschauliche und ruhige bekannt. So gar nicht ruhig, aber dafür beschaulich sind die daraus stammenden Daze Affect, die mit ihrem Melodic Hardcore ihren Zuhörern ordentlich einheizen.

Nein, das Video „Two Souls“ ist nicht das allerneueste, dennoch ist die Band einen genaueren Blick durchaus wert und Fans des Hardcore Genres machen auch keinen Fehler, wenn sie sich Daze Affect mal anhören. Die Band selbst stammt, wie eingangs bereits erwähnt, aus Mondsee-Umgebung und setzt sich zusammen aus dem Sänger Andreas „Andi“ Herzberger, dem Gitarristen Aleks D, Philipp „Mines“ Minar am Bass und Martin „Macho“ Wörndl hinter den Drums. 2014 haben sich die vier Jungs zusammengetan und ihre Band gegründet – bereits Ende Oktober 2015 kam ihr Debütalbum „It’s Going To Get Worse“ auf den Markt. Die Scheibe umfasst insgesamt 9 Tracks.

Core, right in your face

Daze Affect selbst beschreiben ihren Stil selbst als „inyourfaceCORE“. Sehr passend – preschen die Hook Lines und die Instrumentals doch sehr direkt und geradlinig daher. Auch „Two Souls“ macht da keine Ausnahme. Die Nummer ist im April diesen Jahres bei Hard Core World Wide erschienen. Für alle, denen Hard Core World Wide, kurz H.C.W.W., kein Begriff sein sollte: hierbei handelt es sich in erster Linie um einen YouTube-Channel mit einer Reichweite von über 200.000 Abonnenten und über 58 Millionen Aufrufen. Über den Channel laufen hauptsächlich Hardcore, Punk, Oi oder Ska Nummern und Bands aus selbigem Genre wird die Möglichkeit geboten, über den Channel ihre Songs zu veröffentlichen und so die H.C.W.W.-Fanbase zu nutzen um ihre Bekanntheit zu steigern.

Die Handlung des Videos zu „Two Souls“ selbst ist auch schnell erzählt: Andreas betritt ein Haus in länglicher Umgebung um dann in selbigen mit seiner Band vor versammelte Fans drauflos zu spielen und zwar eben den Song „Two Souls“. Da wird auch ordentlich gefeiert, Haare fliegen schön durch die Luft und Bier quillt aus Flaschen beim ekstatischen Hüpfen zur zornesgefärbten Mukke. Zwar ist das das Video keine kreative Meisterleistung, dafür aber ein sauberes Stück Arbeit – auch aus technischer Sicht. Die Kameraführung haucht dem Geschehen Dichte und Leben ein, der Schnitt treibt die Schnelligkeit künstlich nochmals in die Höhe und ist auf die Musik abgestimmt. Auch wird gekonnt mit Beleuchtung, Fokussierung, Slomo und Schwarz-Weiß-Filtern gespielt.

Kleine Schönheitsfehler

Drei Punkte fallen trotzdem negativ ins Auge, dass diese hier extra erwähnt werden, steht aber eher für die ansonsten feine Qualität des Gesamtprodukts: Zwei Black-Screens waren etwas zu viel des Guten, einer hätte als Stilmittel vollkommen gereicht. Dann erscheint bei Minute 1:30 plötzlich ein kleiner blonder Junge in einer Großaufnahme, vollkommen aus dem Konzept gerissen. Weder davor noch danach wird Aufschluss darüber gegeben, was das jetzt sollte und wirkt damit befremdlich und verwirrend. Besonders aufmerksamen Zuschauern fällt möglicherweise auf, dass derselbe Junge in drei Kameraeinstellungen auch am Rande der feiernden Menge erscheint. Zu guter Letzt wirkt das Publikum rechts außen in zwei Aufnahmen schon etwas erschöpft und demotiviert, was vermutlich auch nicht im Sinne des Erfinders war.

Der Gesamteindruck des Videos ist und bleibt jedoch ein positiver und auch auf musikalischer Ebene wissen Daze Affect zu begeistern.

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